Samstag, 25. November 2017

Es ist nicht alles gut, was die Welt für gut hält…








Es ist nicht alles gut, was die Welt für gut hält…

Manchmal bin ich extrem dankbar für Menschen, die bereit sind, ihr Inneres nach Außen zu kehren, denn dies ist relativ selten in der heutigen Zeit. Was denken, bzw. fühlen Menschen wirklich? Welche Probleme, Zweifel, offene Fragen, Gefühle schleppen sie mit sich herum? Denn dass der innere Zustand ständig dem Himmelsgefühl auf Erden gleicht- das vermag ich mir nicht vorzustellen. Wie oft wurde ich im Umgang mit Menschen des Gegenteils belehrt, nachdem nach langer mühevoller Aufrechterhaltung irgendwann ihre Fassaden zu bröckeln begannen….Und ich erfuhr noch etwas: Menschen schienen ihre Lebenssituationen grundsätzlich nicht zu hinterfragen, z.B. nach dem Gesichtspunkt: Fühle ich mich wirklich wohl, bei dem, was ich da lebe, was ich Tag für Tag so tue?

Nun darf ich mich  hinsichtlich dessen nicht außen vorlassen, denn ich war nicht besser! Auch ich lebte über eine viel zu lange Zeit wie selbstverständlich etwas, was ich- aus heutiger Sicht betrachtet- mit meinem Seelenwohlgefühl überhaupt nicht vereinbaren konnte. Warum tut sich ein Mensch so etwas an? Meine Antwort darauf: Es ist die Angst, dass auf einmal  ein ganzes Kartenhaus der Illusionen in sich zusammenstürzt, wenn die nackte Wahrheit sich breit macht und uns erzählt, dass wir seit ewiger Zeit etwas leben und für wahr, richtig und gut erklären, was sich im Grunde gar nicht gut anFÜHLT.


Genau dies gestand sich ein Herr ein, der den Mut aufbrachte, vor laufender Fernsehkamera  seine Geschichte zu erzählen. Er durfte rückblickend auf eine sehr glückliche Kindheit schauen- ebenso auf einen steilen beruflichen Aufstieg, verbunden mit allem erdenklichen materiellen Luxus. Kein Wunsch blieb unerfüllt- er lebte im absoluten Wohlstand…war er wunschlos glücklich???? Nein, es kam der Zeitpunkt in seinem Leben, da begann er dieses gewisse „Etwas“ zu vermissen- er war sein so tolles komfortables Leben einfach nur leid- es vermochte ihm nicht das zu geben, was er sich im Stillen ersehnte.



Wayne Dyer, ein amerikanischer Psychologe, schrieb einst sinngemäß: Wir können die Wahrheiten des Morgens unmöglich mit in den Nachmittag des Lebens nehmen, wollen wir uns nicht selbst betrügen…denn was am Morgen noch wahr war, wird sich später als Lüge entpuppen.

Genau das meinte ich zuvor- wenn nämlich irgendwann im Leben dieses scheinbar so sichere Kartenhaus zusammenfällt…… wir  erwachsenen Menschen plötzlich aus allen Wolken fallen und der erforderliche Fallschirm dann nicht zur Hand ist.

Auch der Herr vor der Fernsehkamera war aus seinem Wolkenhimmel des Trugs und der Enttäuschungen gefallen…..und er suchte diesen rettenden Fallschirm…..indem er sich in seiner Not an Gott wandte mit den Worten:

„Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann hilf mir bitte, dass ich in ein anderes Leben finde- ich schaffe es nämlich nicht allein!“ 


Und Gott hat ihm geholfen, so sehr, dass dieser Mann, der zuvor niemals etwas von Gott wissen wollte, heute ein tiefgläubiger Mensch ist- weg von seinem sündigen oberflächlichen Luxusleben…… hinein in die Bescheidenheit und  in das Gefühl des inneren Friedens.


Neulich vernahm ich einen sehr schönen Satz:

„Gott liebt es ungemein, unmögliche Dinge an unvollkommenen Menschen zu vollbringen!“

Es scheint, als hätte Gott regelrecht seine Freude daran, gerade die  unperfekten Menschen  aufzusuchen- jene, die ein chaotisches, fehlgeleitetes Leben führen…die so ganz anders unterwegs sind, als Gott es sich eigentlich erträumt. Auch der zuvor von mir benannte Mann gestand: „Was kümmerten mich früher Recht oder Unrecht! Ich habe so viele Menschen verletzt, betrogen, belogen….!“ Und dann kam Gott in sein Leben und hat ihn genauso angenommen, weil Gottes Liebe unermesslich ist- weil Gott sich über jeden Menschen freut, der ihn um  seine Hilfe bittet! Klopfen wir bei ihm an, dann öffnet er- egal, wie zerrissen wir, bzw. unser Leben ist. Gott weiß doch, wie sehr wir alle zu sündigen Haltungen neigen- er kennt  jeden von uns in- und auswendig- aber er vergibt, weil er uns bedingungslos liebt!

Gott IST Liebe!

Mir war es vergönnt, in Reportagen ähnliche Beispiele zu verfolgen….da waren Schwerverbrecher, Drogendealer, extrem gewaltbereite Menschen und warum auch immer- irgendwann kam in ihrem Leben der Zeitpunkt der radikalen Umkehr zu Gott und auf einmal war nichts mehr wie zuvor-  ihr Leben hatte einen  positiven Wandel erfahren und sprach auf einmal von tiefer und anhaltender Erfüllung.

Ja, ich glaube, dann, wenn das Konstrukt des eigenen Lebens zusammenbricht- alles nur noch von Hoffnungslosigkeit, bzw. innerer Leere spricht- wenn wir im dunkelsten Loch sitzen-dann ist der Mensch  bereit zur Umkehr, weil diese Suche nach dem gewissen erfüllenden „Etwas“- nach dem rettenden Fallschirm-  extrem  wichtig wird.

Darum heißt es ja auch:


„So lange der Mensch hinter den oberflächlichen nichtigen Dingen herläuft, bzw. sich sättigen lässt- von  Besitz, Geld, Macht, Status- so lange tritt er auf der Stelle, weil er die Sehnsucht nach dem wahren Leben nicht spürt.“ Ich weiß auch warum! Er ist nämlich total im Verstand zu Hause.

Dass der wahre Reichtum im Leben absolut nichts mit irgendwelchen materiellen Dingen zu tun hat- dass sich die wertvollsten Schätze mit keinem Geld der Welt oder irgendeinem Status erkaufen lassen- das begreift der Mensch zumeist erst recht spät im Leben. Ja, oft muss er  zuvor in diese tiefe Grube der Hoffnungslosigkeit gefallen sein…., bevor sich die Tür in ein neues Leben überhaupt öffnen kann. Dann, wenn nichts mehr geht……dann wartet ein neuer Weg auf uns- ach, es ist nicht nur ein Weg- es ist ein total neues Leben- das wahre Leben! Und das hat ganz viel mit Gott zu tun.

Es gibt so einen Spruch, der lautet: „Lehre mich den Widerspruch des Lebens!“

Es geht nämlich um die Polarität, dieses Gegensätzliche- das durchlebt werden muss, um ins neue Leben hineinwachsen zu können.

Da heißt es:

Vom Dunklen gehen wir ins Licht…

…aus der Leere wandern wir in die Fülle….

.. aus der Traurigkeit in die Freude…

… wenn wir nichts haben, werden wir alles besitzen…

..aus Unliebe zu uns selbst erwächst die gesunde Selbstliebe..

…wenn der Verstand sich vom Thron erhebt und der Seele das Zepter überreicht…

…wenn wir voller Schmerz durch die dunkelsten Schluchten gewandert sind, dann zeigt sich uns der wahre Himmel auf Erden…

und wir atmen wahrscheinlich zum ersten Mal erleichtert auf, denn endlich sind wir  dort, wo unsere Sehnsucht uns im Stillen immer hinzog…..


Wayne Dyer schrieb einmal:


„Der Himmel ist kein Ort - er ist eine Entscheidung.“

Seinen Worten nach steht also der Himmel auf Erden jedem Menschen offen, es kommt nur auf die richtige Einstellung an. Mir wurde irgendwann klar: Ich bin der Erschaffer meiner Lebensumstände, denn es gibt nichts Wichtigeres als die Entscheidung, wonach ich mich persönlich ausstrecke. WAS und WIE will ICH leben? Warum auch immer- aber das, was wir anstreben, das wird sich auch erfüllen, so oder so. Was ist das für eine Chance! Wir haben unser Lebensglück allein in unserer Hand!


Nichts ist so ausschlaggebend wie unsere Sicht auf Leben, verbunden mit der Farbe der dazugehörigen Gedanken. Je heller, hoffnungsvoller sie sind, umso heller wird auch unser Leben sein.
Hier passt der Gedanke recht gut: Was ich in den Boden meines Gartens hineinsäe, das werde ich auch ernten und wenn die Samen von Freude am Leben, von Hoffnung, von Vertrauen, von Zuversicht und wie bei mir vom Glauben an Gottes Führung sprechen- dann wird sich das Leben dementsprechend entwickeln.




Nein, wir sind keine Sklaven unseres Lebens, wir sind die Erschaffer, wenn es uns gelingt, diese alten Fesseln zu lösen, uns von völlig überholten Überzeugungen zu befreien. Der Mann aus dem Wald hat es vorgemacht….denn eines Tages sah er, wie unglücklich ihn sein materielles erfolgverwöhntes Dasein stimmte, wenn er das außen vorließ, was er eigentlich in sich verspürte….und ich denke, es ging mir nicht anders. Jedes Vorbeileben an dem Ruf unserer inneren Stimme führt in ein unzufriedenes Leben. Es gibt halt kein richtiges Leben im falschen.

Ingrid Bergmann schrieb nicht zu Unrecht:

„Der moderne Mensch hat sich frei gemacht-
schwindelnd frei!“

Vielleicht sind wir der Ansicht, dass unsere Freiheit darin besteht, dass wir kaufen können, was wir wollen- verreisen können, wohin es uns zieht. Klar steht uns die ganze Welt offen mit all ihren verheißungsvollen materiellen Gütern…..doch ich bezweifle sehr stark, dass – gemäß eines Werbeslogans- uns das neueste Automobil das Gefühl von wahrer Freiheit schenkt!
Wir dürfen uns nämlich mal fragen: Sind wir nicht im Grunde in einer kontinuierlichen Abhängigkeit von dem, was uns das Außen als wichtig, unentbehrlich suggeriert? Fühlen wir uns nicht ständig dazu aufgefordert, das zu erwerben, was gerade  im Trend liegt, was modern ist, was andere Menschen besitzen? Irgendwie werden unsere Bedürfnisse von Außen gesteuert…….ist das wirklich Freiheit- diese Orientierung an dem, was andere sich für unser Glücksgefühl ausdachten?

Nein, das ist nicht wirklich die Freiheit, die ich bevorzuge, denn für mich ist es  wichtig, was sich für mein inneres Wohlgefühl als bereichernd erweist und da muss ich nicht jedem neuen Trend folgen.


Es heißt ja nicht ohne Grund:

„Erst wenn der Mensch Herr über sich selbst und sein Leben ist-
dann ist er wirklich frei!“


Ja, ich glaube, ich war recht erleichtert, als ich eines Tages begriff: Es geht im Leben  um diesen Bühnenabtritt – um das Ausscheren aus der Massenbewegung, um überhaupt von einem zufriedenen selbstbestimmten unabhängigen Dasein sprechen zu können. Dieses bedingungslose JA zu mir selbst und zu dem, was ich IN MIR erspüre- das ist alles, was zählt und reicht als roter Leitfaden durch ein glückliches Dasein vollkommen aus.

Wahrer Reichtum ist für mich kein prall gefülltes Bankkonto, sondern das, was wir an Schätzen im Herzen tragen und Freiheit ist für mich eine erlöste freie Seele.

Darum hat Wayne Dyer wahre Worte gefunden, denn den Himmel auf Erden erschaffen wir uns allein- je nachdem, was wir als wichtig und für uns passend einstufen. Ja, diese Haltung erfordert gewiss ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl, doch ich denke, das sollte uns unser Leben wert sein- es gibt nur das eine und dieses liegt letztendlich eh nicht in unserer Hand, auch wenn wir so oft der Ansicht sind, alles prima allein managen zu können. Nein, an den für uns wichtigsten Eckpfeilern, da schaltet Gott sich ein- anders hab ich es nicht erfahren.

Plötzlich bewirkt diese eine Fügung eine totale Wende im Leben und wenn wir begreifen, dass es nicht nur so ein banaler Zufall ist, sondern Gottes liebevoller Fingerzeig- eine Einladung , sich ihm zuzuwenden- dann beginnen wir zu verstehen, dass sich die Tür in ein völlig neues Leben öffnen will. Und dieses Leben steht unter der weisen Führung Gottes, braucht nicht mehr als unser absolutes Vertrauen in seine Liebe und Fürsorge. Man sieht zwar nur die erste Stufe einer Treppe- aber ist sich intuitiv sicher, dass man alle Stufen mit seiner Hilfe erklimmen wird. Woher so viel Vertrauen bei mir kam- ich wusste es selbst nicht zu sagen- aber ich denke, dass unsere innere Stimme hier großen Einfluss hat- man spürt einfach, dass es der richtige Weg ist. Es wird diese innewohnende Sehnsucht nach Heimat sein- denn dieser Weg führt definitiv nach Hause zurück ………..und ich glaub, dann findet unsere Seele endlich ihren ersehnten Frieden.

Wahrscheinlich wird an dieser Stelle klar, warum ich diesem Leben eine so große Bedeutung beimesse. Eigentlich geht es doch um  viel mehr, als uns jemals erzählt wurde. Wir dürfen nicht nur wieder ganz wir selbst werden, bzw. in unseren Farben erstrahlen- nein, es ist uns auch vergönnt, unsere Seele zu heilen und von der Verkettung mit all dem Nichtigen Oberflächlichen zu befreien, das uns niemals wirklich glücklich machen konnte.

Wieder setze ich den Mann aus dem Wald ins Bild, denn ein schöneres Beispiel kann es nicht geben! Dieser Mann zeigt uns nämlich auf, wie wenig der Mensch braucht, um wirklich zufrieden zu sein! Da darf sich mit gutem Grund die Frage in den Raum stellen: Hinter welchen unsinnigen Dingen sind wir dann Zeit unseres Lebens hergelaufen?

IMMER wird es „nur“ darum gehen, dass unsere Seele sich wohl fühlt- mehr brauchen wir nicht. Da unsere Seele  nichts als nur reine Liebe ist, sich nach Frieden sehnt, nach harmonischen vertrauten Verbindungen mit - ich sag jetzt bewusst- anderen Seelen, ist nachzuvollziehen, wie schlecht es ihr in einer Welt geht, in der Unfrieden, Ungerechtigkeit, Gewalt, Besitzdenken, Streit, Gier, Habsucht vorherrschend sind. Das ist- lapidar gesagt, halt nicht ihre Wunschwelt….dort findet sie sich nicht wieder und das lässt sie verstummen.

Auch meine Seele war einst zum Schweigen verdammt worden, weil ich alles lebte- nur nicht mich selbst.

Darum gab es für mich im tiefsten dunklen Loch nur die eine entscheidende Frage:

Ist es eigentlich so vorrangig, in der Welt da draußen zu bestehen, ihren Vorstellungen gerecht zu werden oder ist es nicht viel entscheidender, dass es meiner Seele gut geht? Schließlich hatte sie genug erleiden müssen in diesem Leben, trug seit der frühen Zeit ihre tiefen  Narben, musste etliche Verletzungen erdulden…nun war es  an der Zeit, dass ich alles daransetzte, um ihr nur noch Gutes zu tun. Das war und ist meine Verantwortung in diesem Leben!

Und es war Gott, der mir 2011 seine Hand reichte, mich aus der Grube der Verzweiflung zog…..und alles daransetzte, dass ich dieser Verantwortung gerecht werden konnte, weil er spürte, dass es mir absolut ernst war und ich den Weg gehen wollte.

Es heißt ja nicht ohne Grund: Wer sucht, der wird finden- wer anklopft, dem wird aufgetan- denn Gott wird uns immer mit offenen Armen empfangen, egal, wie fehlerhaft, sündig, unvollkommen wir auch sind. Er freut sich über jeden Menschen, der nach ihm sucht- obwohl es ja eher einer Heimreise gleichkommt, denn schließlich kommen wir durch ihn- wir haben es nur vergessen während unseres Aufenthaltes in der oberflächlichen oft herzlosen Welt, in der so gar kein Platz ist für Gott und sein Anliegen.

Wie sollte es auch? Es ist nämlich kein Platz für die wahre Liebe, denn dann würde seiner Schöpfung höchste Achtsamkeit entgegengebracht- dann würden Menschen dem Frieden, der Gerechtigkeit, der Wertschätzung und der Liebe zueinander nachjagen…..denn das ist sein Wunsch an uns alle. Und ich denke, wir menschliche MENSCHEN ersehnen eigentlich nichts Anderes, als genau das! Wir haben nur vergessen, dass wir doch im Kern alles in uns tragen, um diese Form der Liebe zu verwirklichen. Wir müssen es nicht erst erlernen- denn als Kinder lebten wir es ganz von allein. Jeder von uns ist und bleibt immer der Ursprung von Frieden, Liebe und Gerechtigkeit.

Nein, es ist oft nicht zu glauben, wenn ich mir die Zustände in unserer Welt anschaue…..aber nun gut, dort gehören wir ja in unserem Menschsein auch gar nicht hin. Für mich wird es immer einen Trost darstellen, dass letztendlich das Weiche, Sanfte, Liebevolle- das Starke und Harte überdauern wird und das vor allen Dingen zum Schluss sich eine über alles erhebt:

und das ist die Liebe, als stärkste Macht und Kraft in der Welt!

*Linda*

Mittwoch, 22. November 2017

Wenn sich der Kreis schließt….







Wenn sich der Kreis schließt….



Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat, aus der wir stammen und die Heimat, nach der wir wandern“

Da fand ich diese Erkenntnis von J.H. Stilling und durfte mich erst einmal zurücklehnen….denn spontan kam der Gedanke: Ja, es gibt den einen Zeitpunkt im Leben, da wird einem bewusst, dass hinter allem, was wir jemals erlebten, von jeher ein tiefer Sinn verborgen war.

Leben ist so viel mehr…..und hat mit der uns vermittelten Zielsetzung rein gar nichts zu tun. Auch ich war früher in dem Glauben, dass ein erfolgreiches Leben sich durch die Anhäufung der materiellen Werte auszeichnet oder  durch das emsige Erklimmen der beruflichen Karriereleiter……dass dieses HABEN als eine der höchsten Prioritäten anzusehen ist……..


Doch darum geht es im Leben nicht. Leben ruft immer „nur“ nach der Entfaltung unseres SEINS- nach der Fähigkeit, sich am Ende des Lebens sagen zu können: Ja, mir ist es gelungen, den Menschen zu entfalten, der von Gott in diese Welt gesetzt wurde und das radikal authentisch und im vollen Ausdruck der innewohnenden Liebesfähigkeit.


Warum auch immer- aber eines Tages hatte ich das folgende Bild vor Augen:
Unser ganzer Lebensverlauf gleicht einem Fluss und in diesem werden wir Phase für Phase von all dem befreit, was der Liebe zu uns selbst im Wege steht- so, als würde der Fluss uns „liebesrein“ waschen.


Dazu fand ich folgenden bemerkenswerten Text:


„So muss der Mensch tief hinab in die Polarität der materiellen Welt- in Körperlichkeit, Sünde, Krankheit und Schuld, um in der dunkelsten Nacht- in der größten Verzweiflung der Seele- das Licht der Einsicht zu finden, das ihn befähigt, seinen Weg durch Leid und Qual als ein sinnvolles Spiel zu durchschauen, das ihm half, sich dort wiederzufinden, wo er schon immer war: in der Einheit.“


Ganz klar bringt dieser Text etwas zur Sprache:


 Jeder Mensch MUSS sich zunächst in der Auseinandersetzung mit der materiellen Welt wiederfinden- wird über einen langen Zeitraum der Überzeugung sein, dass „ihr“ glitzerndes  Paradies das Nonplusultra eines glücklichen Lebens ist…….doch egal, was wir in der materiellen Welt angesichts der übermittelten „Wahrheiten“ für gut heißen und vehement als erstrebenswert, gut und richtig einstufen- im Endeffekt werden wir an den Punkt kommen, an dem wir erkennen:

Bleiben wir diesen „ihren“ Wahrheiten treu, dann werden wir niemals ein glückliches und zufriedenes Dasein führen. Es wird immer und immer wieder ein Leben der Kompromisse, der Defizite, des ewigen Suchens sein- ein Ersatz für das einzig wahre Lebensgefühl! Wie zu erlesen ist, wird erst die dunkelste Nacht, die größte Verzweiflung der Seele  uns aus dieser Täuschung befreien. Dann, wenn wir gestrichen die Nase voll haben – dann öffnet sich eine neue Tür der Einsicht……der Veränderung……



„Jeder Augenblick-
selbst der dunkelste-
hat eine Geheimtür,
die ins Licht führt.“

Von unbekannt



Nun bring ich hinsichtlich dessen ein bisschen Erfahrungsschatz mit und weiß mit Nachdruck zu sagen: Wenn wir so richtig „schön“, ausweglos, entleert, enttäuscht im tiefsten Dunkel sitzen, dann wollen wir auch nichts Anderes mehr, als bloß weg von all den unwahren Wahrheiten, bzw. eingeatmeten Überzeugungen, an denen wir uns unser Leben lang orientierten! Diese „Wahrheiten“- sie waren höchstens in der Lage, unseren Verstand zu befriedigen- doch was ist der Mensch, wenn er sich in seinem Menschsein mit all seinen inneren Bedürfnissen und Sehnsüchten nicht wiederfindet?


Es heißt nämlich:


„Die menschliche Sehnsucht wird nur gestillt
durch die Rückkehr in die Einheit.“

Ich denke, es ist nachzuvollziehen, warum wir dann in dieser oberflächlichen Welt niemals glücklich werden konnten, bzw. können! Man hat uns in frühester Zeit von unserer inneren Erlebniswelt getrennt- hat uns ein künstliches Ich verpasst und ließ uns permanent mit dem Verstand unterwegs sein! Doch das ist kein Leben, weil wahres  Leben erst dann spürbar wird, wenn wir im absoluten Einklang mit der inneren Stimme leben- wenn wir ERFÜHLEN, was gut und richtig für uns ist.




Ich hab irgendwann eines verstanden: Ich muss mich für meine Seele und ihre Bedürfnisse stark machen, denn sie ist meine ganze Lebenskraft- nur mit ihr werde ich ein glückliches erfülltes Leben führen können! Auch ich reiste sehr schmerzhaft durch die Polarität der materiellen Welt- war immer im guten Glauben, dass das, was alle so tun und für richtig hielten,  erstrebenswert sei. Ich spielte meine eingeatmeten Rollen mit Bravour- den Verstand hats gefreut, doch meine Seele verkümmerte immer mehr.



Spreche ich mittlerweile von einem zufriedenen erfüllten unabhängigen Leben, das ist das nur möglich geworden, weil ich hautnah erspüren MUSSTE:

Wie fühlt sich innere Leere an?

Wie FÜHLT es sich an, dominiert und gemaßregelt zu werden?

Was für ein Gefühl ist es, ständig  JA zu sagen, obwohl man ein dickes NEIN im Mund hat?

Wie fühlt sich eine Partnerschaft an, die es zulässt, dass ich mich selbst vergesse, bzw. verliere?

Dann kam die Frage:

Will ich das eigentlich so weiterführen bis zu meinem Tode????????????




Ab dem Zeitpunkt nahm ich eine intensive Beziehung zu meiner inneren Stimme auf und tat nur noch das, was sich innendrin schön anfühlte. Egal, wo ich war- was ich auch tat- alle Entscheidungen orientierten sich ausschließlich am inneren Wohlgefühl.

Hätte ich diese Haltung von jeher bewahrt- mein Leben wäre um Einiges leichter verlaufen- aber es wird gemäß der Gesetzmäßigkeit an dem sein: Wir müssen erst durch das, was wir eigentlich gar nicht sind- um dann das zu finden, zu leben, was unserer inneren Wahrheit wirklich entspricht.

Da heißt es zum Beispiel:


„Der Mensch lebt inmitten der Gegensätze
und ist doch getrieben von der Sehnsucht nach Harmonie.“






Es gibt Fotos, da braucht man eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen…..doch dieses Foto des Soldaten  hat es in sich und bestärkt zudem meine Worte! Da ist ein Soldat, der bereit ist, in den Krieg zu ziehen, vielleicht sogar Menschen zu töten……doch dann gibt es halt diese Situation, in der er eine ganz andere Seite von sich präsentiert: da ist ein MENSCH in liebevoller gebeugter Haltung einer Katze gegenüber!

Vielleicht fragt sich dieser Soldat auch irgendwann einmal: Wer bin ich eigentlich wirklich? In mir, da gibt es scheinbar zwei Seiten- mal die raue, gewaltbetonte, zum Töten bereit- aber auch die sanfte, fast zärtliche! Ich glaub, da spürt jeder Soldat die innere Zerrissenheit und er fragt sich mit Recht: Was davon will ich eigentlich wirklich zum Ausdruck bringen? Wann fühlt es sich für mich innendrin schöner an? Die Antwort liegt auf der Hand.

 Es ist generell so, als wären im Menschen zwei Welten vertreten……und ich spreche bewusst von der Welt des Verstandes und von der Welt unserer Seele, unseres Herzens. Beide gleichzeitig leben können wir nicht- wir werden uns aber irgendwann für eine entscheiden- dann, wenn wir den Schmerz des Gegenpols zu genüge erfuhren. Das sehe ich als das gravierende Ziel in unser aller Leben an!


Warum auch immer- aber ich bin der festen Ansicht, dass in jedem Menschen , wenn auch ganz leis, weil vom Verstand übertönt- diese Sehnsucht nach Frieden und Harmonie beheimatet ist- denn wir sind schließlich „nur“ Menschen!


Ich kann mir nicht vorstellen, dass Soldaten, die in den Krieg ziehen, glückliche MENSCHEN sind, ebenso wenig, wie es die Gewalt ausübenden Personen in Auschwitz waren…..und Jehuda Bacon sagte nicht ohne Grund: „Diese Männer fühlten sich immer dann stark und mächtig, wenn sie ihre Uniformen trugen- darunter sah es ganz anders aus! Da konnte ich dann manchmal sogar ihr Herz erahnen.“

 Im Grunde haben diese Männer „nur“ prima funktioniert, weil ihr Verstand es ihnen so eingab. Hätten sie ihr Herz gefragt- sie hätten keinem Menschen so große Qualen zufügen können!


Doch es gibt so eine Anregung, die heißt:


„Behüte vor allem anderen  dein Herz,
denn von ihm geht Leben aus.“

Beziehen wir nämlich die Bedürfnisse unserer Seele, unserer wahren menschlichen Natur mit ein, dann spüren wir, wo es uns hinzieht…….denn wahres Leben, das finden wir nur, wenn wir zu 100%  das tun, was uns die innere Stimme erzählt. Nur, wir müssen halt erst  die „Kriegszeiten“, das Chaos, den Schmerz des Gegensätzlichen durchleben, um letztendlich in unseren tiefen Seelenfrieden zu finden.

So sag ich heute: Hinter jede neue persönliche Einsicht setzte ich einen dicken Punkt, denn ich bin schmerzvoll in sie hineingewachsen und das ist allemal mehr wert, als jede „Wahrheit“, die mir da draußen suggeriert wird. Niemand als ich allein kann doch wissen, was gut für mich und meine Lebensweise ist! ? Niemand ist in meinen Schuhen gelaufen, niemand hat mein Leben gelebt- niemand fühlte, was ich fühlte, niemand nimmt die Welt so wahr, wie ich es tue. Wie kann es dann allgemeingültige Regeln geben?

Man macht doch ständig nur irgendwelche Kompromisse, um die Not ein bisschen erträglicher zu gestalten. Doch so! ist unser Leben nicht gedacht! Wir sind keine „Frida Gold`s“, die suchend herumlaufen müssen- um eh nie zu finden, denn das, was uns die äußere Welt an Paradies verspricht, das ist Trug, Täuschung- Ent- täuschung. Ständig bekommen wir eine Speise vorgesetzt, die uns aber niemals richtig sättigen wird, jedenfalls nicht unsere Seele, höchstens den Verstand!

Neulich, das las ich den Satz:

Sieh doch deine Lebenssituation einfach mal mit den Augen Gottes und du wirst verstehen, was dir all dein Ach und Wehe im Leben sagen möchte, warum Gott dann und wann seine Finger in unsere Wunden legt. Gott will uns nicht ärgern- mit jedem Schmerzmoment signalisiert er uns nur, dass es noch etwas zu verändern gibt in unserem Leben. Gott geht es immer darum, für uns das Beste hervorzubringen , uns auf den richtigen Weg zu führen,  den inneren Menschen zu heilen und sein Wille wird im Zentrum unseres ganzen  Lebens stehen.

Heute sag ich sogar: Ohne Gott unterwegs zu sein, bringt nichts- denn dann laufen wir in die falsche Richtung. Gott und Seele, sie sind untrennbar und beide kennen nur ein und dasselbe Ziel: ankommen in der Liebe zu uns selbst, was gleichzeitig die Herrschaft des Verstandes beendet. Er darf sich höchstens noch Diener nennen, mehr nicht.

Es geht doch nicht darum, dass wir ein funktionierender Teil im System sind, uns von Vorstellungen Anderer leben lassen, sondern dass wir uns selbst leben- unser innewohnendes Potential entfalten und uns klar zu dem MENSCHEN bekennen, der wir nun mal sind.

Nur so können wir das Dunkle überwinden-
nur so finden wir in die ersehnte Fülle-
nur so wachsen wir von der Fremdbestimmung in eine gesunde Selbstliebe hinein-
nur so erkennen wir, dass es reicht, wenn wir allein bei Gott Ansehen finden-
nur so dürfen wir erfahren, was wahre Liebe wirklich bedeutet.

Wir brauchen diesen Bühnenapplaus nicht, denn nichts wird schlimmer enden, als die eigene Seele für ein bisschen Applaus in der Welt opfern! Die Welt wird sie uns niemals zurückgeben können, „sie“ freut sich höchstens, dass wir so gut nach ihren Vorstellungen funktionierten.

Aber Gott wird es nicht erfreuen- denn schließlich kommen wir durch ihn und er wünscht sich, dass wir auch mit ihm gehen, voller Vertrauen, Hoffnung und Liebe, bis an unser Lebensende. Für ein seelenloses Dasein sind wir nicht erschaffen.  Ja, ich bin durch die oben beschriebene Polarität der dunklen materiellen Welt gewandert und als ich sie verließ, in meiner Seele ankam, da fand ich MICH und war spontan auch Gott sehr nahe. Und dann begreift man: Niemals war da eine wirkliche Trennung – sie wurde nur durch den Verstand verursacht! Im Grunde sind wir alle göttliche Wesen in der Tiefe unseres Seins – mit der Sehnsucht, diese Verbindung zu ALLEM, was ist, intensiv zu erspüren, denn das ist für uns wahre Heimat, das sind wahre Harmonie und wahrer Seelenfrieden.

*Linda*

Montag, 20. November 2017

Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg







Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg


Gar zu rasch verbinden wir den Begriff des Friedens lediglich mit der Abwesenheit von Kriegszuständen- doch es gibt einen Bezug, den ich viel wichtiger finde: Es ist der Friedenszustand in jedem Menschen selbst! Würde er nämlich präsent sein, dann sähe auch unsere Welt ganz anders aus! Hinzu gesellt sich eine unumstößliche Tatsache: Die tiefste aller menschlichen Sehnsüchte ist das Gefühl der absoluten Harmonie mit sich selbst, dieses Angekommensein im Kern des wahren Seins. 

Verständlicherweise könnte ich auch sagen: Der Mensch sehnt sich nach seinen Wurzeln zurück, ob es ihm bewusst ist oder nicht und so  verbringen wir unsere Lebenszeit oft unbewusst damit, um uns ganz neu wiederzufinden, uns in Gedächtnis zu rufen, wer wir denn wirklich sind.

Sich dieser Erinnerungsreise zu entziehen wird schlichtweg unmöglich sein, denn in uns, da gibt es so etwas wie ein leises Stimmchen, das uns inbesondere in der Stille dazu aufruft, sich ihm zu widmen- wollen wir nicht permanent Schmerz, Krankheiten, ständige Unzufriedenheit oder innere Leere verspüren. Ein Vorbeileben an der eigenen Natur wird auf Dauer ein Ding der Unmöglichkeit sein- weil die Seele irgendwann ihre Daseinsberechtigung zurückfordert.

Sie schenkt uns unsere ganze Lebenskraft- lässt ein zumeist trostloses Leben in schwarz- weiß Schattierung wieder lebenswert und bunt werden. Doch dafür müssen wir etwas tun! Wir müssen eines Tages den Mut aufbringen und uns sagen:

 Ich wage es endlich, der MENSCH zu sein, der ich wirklich bin. Ich wage es, meine Gefühle zuzugeben, berührbar und verletzlich zu sein- zu meinen Ängsten, Zweifeln und jeder Form von Zerbrochenheit, wie Schwäche zu stehen. Ich wage es, mich auch so zu zeigen, ob ich nun dafür geliebt werde oder nicht. Ich will kein Mitläufer mehr sein, sondern versuche, auf eigenen Füßen zu stehen und nur noch das zu tun, was mir meine innere Stimme sagt. Ich wage es, lieber für das abgelehnt zu werden, was ich wirklich bin, als für das geliebt zu werden, was ich nicht bin.


Ohne Frage, auch ich bin nur Schritt für Schritt in diese neuen Haltungen hineingewachsen. Das Umdenken ist nicht von heute auf morgen vollzogen- denn immerhin müssen  etliche alte Häute abfallen, die uns zudem noch so passend erschienen- als wären sie uns auf den Leib geschneidert ! Ich sagte zwischendurch nicht unbegründet: Was haben „sie“ uns für einen Mist über uns selbst und den Sinn des Lebens erzählt! Kein Wunder, dass wir niemals richtig glücklich werden konnten! Wir können doch nicht unsere eigene Natur außen vorlassen und hoffen, dass es uns damit gut geht!

Nie vergesse ich eine Unterhaltung, in der ich mich wie immer absolut authentisch verhielt und  mein Gegenüber zum Schluss bekannte: „Das, was ich da gerade von mir gab- das ist alles nicht so, wie es scheint- eigentlich sieht es in mir ganz anders aus.“ Auf der einen Seite war ich  dankbar für dieses Zugeständnis- aber andererseits dachte ich spontan: Ist ja eigentlich total daneben  - ich zeige mich wahr und klar, gebe mein Innerstes preis und mein Gegenüber erzählt mir irgendetwas vom Pferd. …..alles perfekt, alles paletti- kein Wunder, dass ich mich nicht wiederfinden konnte!

So ist  eine menschliche Begegnung nicht gedacht- denn wenn ich mich nicht wiederfinde im Anderen, dann ist da eine extreme Blockade im verständnisvollen Miteinander. Zudem weiß ich nicht, wie ich einen anderen dann überhaupt verstehen soll, wenn mir ein völlig falsches Bild vermittelt wird. Dieser angebliche  immerglückliche- perfekte- vollkommene- zufriedene Seinszustand- er ist zum einen unwahrscheinlich und  stellt zudem ein enormes Hemmnis dar, um von einer bereichernden Begegnung sprechen zu können.

Doch was wünscht sich jeder Mensch wirklich? Das ist ja das Fatale! Wir wollen uns verstanden und um unser selbst willen geliebt fühlen- das ist ein tiefes menschliches Bedürfnis! Und absolut normal! Vielleicht ist zu verstehen, warum ich den inneren Frieden für unersetzlich halte und ihm höchste Priorität verleihe!

Vor ein paar Tagen verfolgte ich eine kleine Demonstration im Fernsehen. Der Gesprächsleiter nahm eine Möhre zur Hand und sagte erklärend dazu: „Stellen Sie sich vor- Sie wären die Möhre! Das sind Sie in ihrer Ganzheit. Dann nahm er ein Messer zur Hand und schnitt diese Möhre in zig einzelne Scheibchen. Warum denn das? Er wollte darlegen, wie sich der normale Mensch im Außen präsentiert- sechs Scheibchen hier- fünf andere Scheibchen da- drei Scheibchen dort, aber niemals traute sich der Mensch, als komplette Möhre in Erscheinung zu treten! Und es konnte sogar geschehen, dass der Mensch zum Beispiel für die Anerkennung seines Chefs dazu überging, statt der Möhre plötzlich ein Spargel zu sein.

Ich denke, es ist zu verstehen, was hier zum Ausdruck kommen sollte! Wir haben es prima gelernt, uns scheibchenweise zu präsentieren, statt der ganzen „Möhre“ ihre Berechtigung zuzusprechen. Klar, wir alle sind im Leben zigmal verletzt worden, haben Schutzmauern errichtet, wollen auch nicht unbedingt unsere dunklen oder schwachen Seiten präsentieren….und doch kommen wir nicht drum herum, wollen wir irgendwann den Frieden in uns verspüren. Keiner kann glücklich werden, wenn immer nur die Schokoladenseiten ihren Auftritt haben dürfen und noch unglücklicher werden wir sein, wenn wir statt der Möhre für ein bisschen Anerkennung zum Spargel mutieren! Das verzeiht eine Seele niemals, denn es ist glattweg Verleugnung unseres Selbst.

Ich wage es, der Mensch zu sein, der ich bin…..ein Lernprozess, der trotz aller Schwere in der Lage sein wird, uns eine nie dagewesene Lebensqualität zu schenken. Nie wird Leben erfüllender sein, als wenn der Mensch aus seiner innewohnenden Quelle zehrt, nachdem halt diese alten Häute des Verstandes beseitigt wurden. 

Ich sag sehr klar: Das! wird uns allerdings die gängige Welt nicht ermöglichen, denn für sie steht der MENSCH mit seinen Seelenbedürfnissen leider immer noch nicht im Mittelpunkt des Geschehens. Hier sitzt der Verstand auf dem Throne, regiert nach seinen Gesetzen  und bewertet den Einzelnen nach  Leistung, Machtstellung, Besitz und Status. 

Jehuda Bacon, jener Mann, der die Höllenqualen in Auschwitz überlebte, sagte einmal: „Jeden Tag müssen wir uns neu entscheiden und eigentlich weiß der Mensch, dass er sich für das Gute entscheiden sollte.“


 Das ist ja das Dilemma in dieser Welt! Tief in uns, da ist immer noch so was wie unser Urwissen, was gut oder böse ist- was sich gehört und was nicht. Jehuda Bacon nennt es diesen göttlichen Funken. Doch leider wurde dieser übertüncht, als man uns in früher Zeit dazu aufforderte, unser Herz zu verschließen- weil „ihre“ Gesetze so ganz anders waren- so verdammt weltlich und dem Unrecht mehr zugetan, als der Gerechtigkeit, dem Frieden oder gar der Liebe..

Es gibt da so einen Ausspruch:

„Erfolgreiche Menschen erkennt man an ihren blauen Ellenbogen“

……und es wäre gewiss falsch zu sagen: Man erkennt sie an ihrem liebenden offenen ehrlichen Herzen. Das geht nämlich nicht, denn wann immer Macht, Besitz, Erfolg- Ziel der Handlungen sind- ist der nüchterne berechnende strebsame  lieblose Verstand gefragt- er, der uns ohne Frage zu viel Ansehen, Ruhm, Ehre und Geld verhelfen kann…….doch niemals zu einem liebenden verletzlichen Herzen
.
Wenn da also in früher Zeit ein erfolgreicher Vater seinen Sohn aufs Leben vorbereiten wollte- dann bereitete er ihn auf seinen exzellenten Bühnenauftritt vor, legte ihm alle nötigen verstandesmäßigen Strategien in seinen Rucksack…….doch das Herz hatte das Nachsehen. 

Zum Glück erhalten wir im Leben manchmal die Chance, uns von dieser Bühne zu verabschieden, um uns einer Welt zuzuwenden, in der es nur noch nach den Maßstäben Gottes geht- nicht mehr nach den Gesetzen der weltlichen Welt. Hier darf sich jeder so angenommen, bzw. geliebt fühlen, wie er nun mal ist- übrigens mit nachdrücklichem Wunsch Gottes als GANZE „Möhre“! So hat er uns schließlich erschaffen, Scheibchenteilung absolut unerwünscht! Gott braucht uns in unserer Ganzheit, egal, wie groß das Chaos in uns auch ist, denn so wie ich es erfuhr, setzt Gott alles daran, jeden unerlösten Teil unserer Lebensgeschichte zu heilen. Ihm ist der tiefe Seelenfrieden ein immenses Bedürfnis! 


Hinsichtlich dessen und aus persönlicher Wegerfahrung wage ich zu sagen: Eigentlich ist das Leben letztendlich in seinem Verlauf absolut zu verstehen, wenn wir uns vor Augen führen, dass sich lediglich dieser Friedensplan Gottes erfüllen möchte. Wir werden halt dank seiner Weisheit in jene Situationen gesteckt, in denen wir die Möglichkeit erhalten, mit dem Unerlösten in uns Frieden schließen zu können. Altlast für Altlast können wir dann abwerfen- so lang, bis unsere Seele befreit aufatmet.
Dieses neue Wissen hat mich damals ungemein bereichert, denn Probleme waren keine richtigen Probleme mehr, sondern nur noch Störfaktoren, die sich beseitigen ließen, indem ich meine Haltung und meine Denkweise veränderte.

Es heißt so passend: 

„Passt euch nicht dieser Welt an. Lasst euch verwandeln durch ein neues Denken und Handeln, damit ihr erkennt, was der Wille Gottes ist.“ 


Diese gängige Welt kann uns nicht heilen und schon mal gar nicht den inneren Frieden bescheren- das geht halt nur mit Gott, weil wir durch ihn und mit ihm zu unseren Wurzeln zurückkehren dürfen! Und wer immer einen Vorgeschmack davon braucht: In jedem Kind, das das Glück hat, noch nicht von der Welt verformt zu sein, spiegeln sich unsere Wurzeln wieder: reine Liebe und absoluter innerer Frieden! Ein Kind kennt auch keine Sünde, denn wer von Gott kommt, der sündigt ja  nicht. Das tritt erst zutage, wenn uns die äußere Welt übermannt hat, bzw. von unseren Wurzeln abschnitt.

Darum gilt auch:

„Für ein Kind ist nichts so bitter und scharf wie Ungerechtigkeit.“
Herbert Grönemeyer verfasste das Lied: „Kinder an die Macht!“

„Gebt den Kindern das Kommando
Sie berechnen nicht, was sie tun.
Die Welt gehört in Kinderhände,
dem Trübsinn ein Ende
Wir werden in Grund und Boden gelacht….
Kinder an die Macht.“

„Wir werden in Grund und Boden gelacht“….von so „unerwachsenen“ kleinen Kindern…..die vom Leben mehr verstehen als wir. Ein Kind, so heißt es, kehrt nämlich das Oberste nach unten und rückt alles wieder an seinen richtigen Platz. Ein Kind kann uns ganz selbstverständlich aufzeigen, worauf es im Leben wirklich ankommt: nämlich  niemals den Bezug zur inneren Quelle zu verlieren und die natürliche  Liebesfähigkeit zu sich selbst und zu ALLEM, was es umgibt, zum Ausdruck zu bringen.

Ein liebevolles ehrliches authentisches Miteinander lebt ein Kind allein aus sich heraus- da brauchts keine Anleitung- ein Kind tut auch nichts, um zu gefallen- es verbiegt sich nicht- es ist in jedem Moment immer „nur“ es selbst in seiner vollkommenen gottgegebenen Ganzheit.

Eventuelle Zweifel daran- die erzeugt  erst der Einfluss der äußeren Welt.
Doch Gott will uns wieder zurückführen in unseren kindlichen Ausgangszustand der gesunden Selbstliebe. Das heißt: sich in jedem Augenblick, in jeder Situation, in jedem Lebensbereich den Mut zu haben, IMMER nur ein uns dieselbe Person zu sein- ob in schwach, verletzbar, sensibel, ängstlich, unvollkommen, zerbrochen usw. Genau dann sind wir im inneren Frieden angekommen und spüren die Harmonie des Seins.

Hier wird mir folgende Tatsache sehr wichtig:

„Gott ist unser Ursprung und unsere Zukunft.“

Ich denke, dieser Gedanke ist wie ein hilfreicher roter Faden für unseren Weg…denn er nimmt uns Zukunftsängste und Sorgen. Was soll uns schon geschehen, wenn doch Gott unsere Zukunft fest in der Hand hält und in jedem Augenblick, in jeder Situation von jeher wusste, was er mit uns vorhat!? Was könnte mir wichtiger sein, als seinen Gesetzen zu jeder Zeit treu zu sein? Akribisch genau schrieb er für jeden von uns ein individuelles Lebenslied – ob in Moll oder Dur- alles davon hatte/ hat seine Berechtigung, weil es Gottes Plan entsprach/ entspricht.

Gott will nichts Anderes, als uns aus dieser Welt herauszuholen, in der für die wahre Liebe und unser Menschsein kein Platz ist, geschweige denn der innere Frieden meilenweit entfernt ist! Wir brauchen nicht mehr zu tun, als ihm unser Leben anzuvertrauen und das zu erspüren, was er von uns möchte. Wir können dabei nicht in die Irre laufen, denn auf uns wartet der Hafen, der uns endlich Heimat verspricht und unsere Seele ankommen lässt: in der Liebe und im Gefühl des tiefen Friedens- dort, wo alles einst begann!

*Linda*

Donnerstag, 16. November 2017

Der Weg führt in die Mitte…









Der Weg führt in die Mitte…


Manchmal sind es ganz kurze Texte, die es dennoch schaffen, dass ich mich mal wieder zurücklehne, um mir vor Augen zu führen, warum wir oft ziellos durch unser Leben irren…...um zu suchen, zu suchen und doch nicht zu finden.

Folgender Videotext stimmte mich nachdenklich und ich gebe ihn einfach mal so wieder, wie gelesen:

„Der CDU- Politiker Wolfgang Bosbach sieht das Pilgern als Chance zur Selbstfindung. Er sagte:

„Wir leben in einer unglaublich schnelllebigen Zeit!“ und verwies auf die permanente Mediennutzung. Pilgern führe zur Ruhe und zur Einsamkeit. Es ermögliche ein Nachdenken darüber, worauf es im Leben ankommt. Ohne ein solches Innehalten ende man wie der „Fliegende Holländer“: alles gesehen und nie zu sich selbst gefunden.“


Da ist also ein 65- jähriger Mann, gewiss mit einem großen Pensum an Lebenserfahrung ausgestattet. Genau diese Lebenserfahrung hat ihn eines gelehrt: Wenn wir uns nicht  der Ruhe und  Einsamkeit verschreiben- bewusst innehalten, dann werden wir irgendwann von dieser Welt gehen, ohne jemals zu uns selbst gefunden zu haben, bzw. den wahren Sinn des Lebens erkannt zu haben.

Dieser Vorhersage stimme ich zu- denn ich habe mich einst der Wahrheit geöffnet und sie lautet halt: Der moderne fortschrittliche Mensch kann sich zwar kaufen, was er will, ist in der Lage, die ganze Welt zu bereisen- doch wird am Ende vermissen, die Welt IN SICH niemals entdeckt und erobert zu haben.

Ohne zu übertreiben- aber dieser Umstand ist mehr als tragisch, wenn ich bedenke, dass der tiefe Sinn des Lebens lautet: Wir sind hier auf Erden, um der Mensch zu sein, der wir wirklich sind.

Am Ende wird es nämlich völlig nebensächlich sein, was wir an materiellen Dingen ansammelten- welchen Dr. Dr. Titel wir erarbeiteten. Am Ende wird nur eines von Bedeutung sein: Haben wir es geschafft, in diesem Leben den Menschen zu verkörpern, der wir wirklich sind? Ist es uns gelungen, unser Herz zu öffnen für die Liebe?

Nun schau ich mich ja gern in unserer Welt um und entdecke nur selten eine  Bestätigung dieser These. Scheinbar ist die Zielsetzung eine völlig andere, wozu Albert Schweitzer einmal sagte:

„Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn des Lebens und die Welt kommt.“

Albert Schweitzer



Seiner Erkenntnis nach wird also in dieser so fortschrittlichen Welt eher alles darangesetzt, dass der Mensch erst gar nicht dazu kommt, innezuhalten und in sich zu gehen! Nicht zu vergessen, die Palette der unendlichen Möglichkeiten, „prima“ von sich abzulenken….insbesondere die Medien laden ja Tag für Tag aufs Neue  ein……der Stille oder inneren Einkehr zu entsagen.

Ja, ich weiß aus eigenem Erleben: Wer gibt sich schon gern der Stille hin – wer ist schon erpicht darauf, dass diese Ruhe einen mit Fragen belästigt, die unangenehm werden könnten oder dass wir in der Situation des Alleinseins womöglich mit uns selbst konfrontiert werden?
Ich war in der letzten Beziehung, glaub ich, einer der besten Flüchter, den man sich nur vorstellen kann, denn insgeheim wusste ich natürlich, dass ich „grandios“ etwas lebte, was meinen eigentlichen Bedürfnissen nicht entsprach. Doch warum auch immer- ich zog es vor, mir weiter etwas schönzureden, es so lange hinzubiegen, bis es passte……und denke heute: Hätte ich mich in der Beziehung diesen tiefen Wahrheiten gestellt, es hätte ein riesiger Abgrund auf mich gewartet….ich hatte einfach Angst vor der Wahrheit und jedem Absturz. Wer hätte mich aus dieser Situation befreit?

Für die Haltung der Untreue zu mir selbst musste ich einen hohen Preis bezahlen, denn  Schmerz, Unzufriedenheit, innere Leere, Zerrissenheit und das Gefühl der Ausweglosigkeit wuchsen und wuchsen, bis ich mich als bewegungsunfähig empfand und gefühlt dem Tod näher als dem Leben.
Ja und dann meldete sich Gott zu Wort- anders vermag ich es heute nicht zu sehen. Als gar nichts mehr ging- als ich das Maß der Selbstverleugnung auf die Spitze getrieben hatte…da schenkte er mir eine lange Phase der absoluten Einsamkeit. 24 Stunden, Tag für Tag, nur mit mir allein! Diese Situation macht was mit dem Menschen, denn ich hatte die Wahl: weiter zu flüchten oder mich endlich dem zu stellen, was in mir an Chaos vorhanden war! Ich glaub, ich spürte damals intuitiv, dass ich hier von Gott die größte Chance meines Lebens erhielt, um mich endlich von den alten Fesseln der Kindheit zu befreien. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen:


Es gibt letztendlich kein endgültiges Entrinnen vor uns selbst- irgendwann holt uns diese innere Stimme ein. Sie erzählt uns etwas über unser wahres Sein, über unsere tiefen Wahrheiten, Bedürfnisse und Sehnsüchte. Ersticken wir/ ignorieren wir sie, werden Schmerz oder oft auch Krankheit die Folge sein. Kein Mensch kann auf Dauer an sich selbst vorbeileben. Dazu sind wir auch nicht hier.



„Wer mit sich selbst im Frieden leben will, muss sich so akzeptieren, wie er ist.“.

Selma Lagerlöf

Sich so anzunehmen, wie man von Gott gedacht ist- das führt in den ersehnten inneren Frieden. Es ist nicht nur ein Annehmen, es ist eine radikal gelebte gesunde Selbstliebe- ein bedingungsloses JA zu ALLEM; was uns ausmacht. Und hier ist es, wie schon betont, unwichtig, über was wir uns da draußen auf der Bühne definieren, was Andere von uns erwarten, ob wir „ihnen“ gefallen …….wichtig ist nur das, was uns im Inneren bewegt- ob in hell oder dunkel, willkommen oder ungeliebt. Niemand in der gängigen Welt wird uns jemals den inneren Frieden bescheren können, das ist eine ganz persönliche Einstellungssache. Diese, ich nenne sie intensive Liebesbeziehung zu uns selbst, ist Basis für alles Weitere. Wir dürfen unser verletztes enttäuschtes inneres Kind nicht außen vorlassen- es braucht seinen unbedingten Raum, der ihm Möglichkeit gibt, das zu heilen, was damals so sehr schmerzte.

Ich weiß, da sind Ängste, weil jedes Hinabtauchen in unsere Schluchten gewisse Erinnerungen wachruft- doch dieses Kind wird ja dadurch nicht ausradiert- es lebt weiter und weiter in uns und bittet um Zuwendung.

„Kinder erleben nichts so scharf und bitter wie Ungerechtigkeit.“

Charles Dickens

Was da damals mit uns geschehen ist, es war für uns nicht nachvollziehbar……und hat  lebenslangen Schmerz hinterlassen. Er kann aber nur verschwinden, wenn wir ihn auch anschauen.


Es  sollte wohl so sein, dass mir der Videotext heute Morgen noch eine andere Aussage bot:


„Selbst wenn du nichts getan hast in deinem Leben,
außer dein Herz zurückzubringen
und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen,
obwohl es jedes Mal wieder fortlief,
nachdem du es zurückgeholt hast….


dann hast du dein Leben wohl erfüllt.“

Franz von Sales

So einfach kann nämlich das Leben sein!

An dieser Stelle reagiert ein Mensch wie ich mit einem zufriedenen Lächeln, denn wieder wird mir vor Augen geführt, worum es in diesem Leben wirklich geht. Sein Text berührte mich , denn die Aussage ist so wahr: Es reicht in diesem Leben vollkommen aus, wenn wir uns darum bemühten , unser Herz wieder für uns selbst und für die Liebe zu öffnen. Franz von Sales sieht den Lebenssinn erfüllt, wenn es uns gelingt, zu unserem Ursprung zurückzukehren, uns bewusst zu werden, dass wir alle wunderschöne Gedanken Gottes sind- einzigartige Wesen voller Liebe- hier auf Erden, um dieser Liebesfähigkeit ihren vollen Ausdruck zu verleihen.

Klar, ich bin oft der Versuchung nahe, meinen Frust rauszulassen angesichts der Vorstellung, dass man mich über einen viel zu langen Zeitraum irrend und suchend unterwegs sein ließ….immer auf der Suche nach den völlig falschen Zielen im Leben! Dieser Aufruf zur exzellenten Bühnenpräsenz war die größte Unwahrheit aller Zeiten! Niemand muss auch nur irgendetwas tun,  sein oder haben, um sich wertvoll nennen zu können.

Im Gegenteil- je authentischer, verletzlicher, menschlicher, gefühlsbetonter wir uns zeigen, je mehr wir den Mut zeigen, unser Inneres nach Außen zu bringen, umso näher sind wir der Erfüllung des wahren Lebenssinns! Es geht nicht um Perfektion, Leistungsbeständigkeit, Selbstbeherrschung-  um ein „sich bewähren“ in der oberflächlichen Welt. Bestehen müssen wir in erster Linie vor uns selbst! Und dazu müssen wir runter von dieser Bühne des künstlichen Ichs- den „alten“ Menschen ausziehen, der mit uns selbst sehr wenig zu tun hatte.




Neulich verfolgte ich eine Glaubenssendung im Fernsehen und da stellte der Redner eine Frage an die teilnehmenden Personen: “Sagen Sie mal, sind sie auch so wartungsintensiv wie ich?“ ?????????? Er erklärte dazu: Jeder Mensch trägt in sich das große Bedürfnis nach dieser „Wartung“: Er möchte sich gewärmt, geliebt, wertgeschätzt und angenommen fühlen, denn so ganz allein vermag sich ein Mensch nicht zu pflegen und diese Pflege haben wir uns alle verdient- denn wir sind etwas sehr Wertvolles: nämlich einzigartige Menschen!

Ehrlich gesagt, tat es mir gut, dass dieser so erwachsene Mann seine Bedürfnisse vor der großen Schar Menschen kundtat- wie selten höre ich es so detailliert? Kaum jemand mag sich dazu zu bekennen- könnte ja verweichlicht, sensibel, unmännlich/ unfraulich, schwach herüberkommen! Dabei ist genau das die Basis, um einander besser verstehen zu können! „Ach, du brauchst auch dieses Maß an Wärme und Geborgenheit? Ich nämlich auch, denn mein Inneres verlangt danach und mein verletztes inneres Kind sowieso!“

Wenn wir nicht werden wie die Kinder…….dann kann unsere Seele nicht heilen. Dieses ganze erwachsene vernunftbetonte selbstbeherrschte Tun, es hemmt uns in einer Tour, weil wir der Seele ständig die Tür vor der Nase zuschlagen. Wir sind nun mal Gefühlsmenschen durch und durch- das ist unsere wahre Schönheit und nichts, was unter den Tisch gekehrt werden muss. Gut, „sie“ wollten diese Schönheit nicht sehen- doch wir dürfen sie  ganz bewusst für uns wieder hervorholen und da ist es egal, ob wir Mann oder Frau sind- diese Gefühlswelt ist in beiden Geschlechtern zu Hause, auch im Indianer, der angeblich keinen Schmerz kennt!!!!!




„Das Leben ist zu kurz-
weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert,
sondern weil uns von der kurzen Zeit fast keine bleibt,
es zu genießen.“

Jean- Jaques Rousseau


Für mich steht eines heute außer Frage: Unser Leben wird erst dann ein Genuss, wenn es uns gelingt, unsere inneren Antennen wieder zu aktivieren und auf Empfang zu gehen mit allem, was unsere Seele  zu berühren vermag. Je intensiver und häufiger wir das praktizieren, umso glücklicher werden wir sein. Ich könnt auch sagen: Es ist unwesentlich, wie gut wir per Smartphone, Internet usw. mit aller Welt vernetzt sind- viel wichtiger ist es, wie gut wir mit uns selbst vernetzt sind. So lange dies nicht der Fall ist, werden wir weiter da draußen herumlaufen und Suchende bleiben, aber wir werden nicht satt- wenn wir der Seele ihre kleinen Berührungs-Freuden untersagen. Da nützt auch das teuerste Smartphone nichts- es wird immer nur ein Kompromiss darstellen- eine Alternative auf unserer Suche nach echten tiefen Seelenverbindungen von Mensch zu Mensch.

Es ist halt so, wie Franz von Sales es anführt: Wir müssen uns unser Herz zurückholen…..das wir in früher Zeit aus Enttäuschung, Unverständnis, Angst vor weiteren Verletzungen verriegelten, denn ohne dieses geöffnete Herz ist Leben nicht lebenswert. Es wird dann immer ein Überleben an den Rändern der Existenz sein. Doch da gehören wir nicht hin- es gilt, die Mitte zu finden- diesen Kern allen Seins, den ich das Gefühl der vollkommenen Liebe nenne.



Meiner Ansicht nach zielt der Lebenslauf eines jeden Menschen daraufhin, diese Mitte zu erreichen und hier vermag ich „nur“ Gott im Fokus zu sehen, dem es ein so großes Anliegen ist, dass wir  ankommen in einer Liebe, die  als echt und bedingungsfrei empfunden werden kann.

 Ja, wir lernen endlich zu verstehen, was es mit der wahren Liebe auf sich hat, denn solch eine Liebe will sich einfach nur verschenken- ganz ihrer Natur nach. Diese Liebe fordert nichts, diese Liebe ist geduldig, drängt nicht, rechnet nicht auf oder an- sie vermag zu vergeben, zu verstehen und ohne Wenn und Aber anzunehmen. Vor allen Dingen ist solch eine Liebe sehr sehr langlebig- denn sie währt bis in alle Zeit und wird nicht weniger.

Diese Liebe hat also überhaupt nichts damit zu tun, was wir sind oder haben- sie kennt keine Voraussetzungen. Hier wird mir wieder bewusst, wie sehr wir in früher Zeit auf die falsche Fährte geschickt wurden  und warum sich die heutige Jugend so schwer tut, das Wesen der Liebe zu ergründen. Wo gibt’s denn heute noch etwas umsonst, vor allen Dingen die Liebe? Muss man nicht für alles etwas tun?

Tja, das erzählt nämlich der Verstand – aber eine Seele, sie ist voller Freude und in Hochstimmung, wenn sie ihre Liebe einfach so verschenken kann! Ihr ist es unmöglich, irgendwelche Bedingungen zu stellen! Dann wärs ja auch keine wahre Liebe mehr!

Nein, diese oberflächliche Welt wird uns nichts über eine solche Liebe erzählen können, da passt sie einfach nicht hinein….denn so lange der Verstand auf dem Throne sitzt, wird er uns weiter und weiter erzählen, wann wir seiner Meinung nach würdig sind, geliebt zu werden.

Und immer wird es darum gehen, dass wir uns irgendwie für andere passend machen- doch ehrlich gesagt und gefragt: Wer will denn dafür geliebt werden, wenn er nicht so sein darf, wie er wirklich ist? Das widerstrebt unserer menschlichen Natur, erzeugt Unzufriedenheit und ist Gift für die Seele!

Nicht ohne Grund befürworte ich den Wandel der Menschheit, wie z.B. die Aussagen von Wolfgang Bosbach. Ja, ich denke, das Bewusstsein der Menschen nimmt zu, indem sie sich und ihr Seelenwohl auf gesunde Weise viel wichtiger nehmen als früher. Es wird auch nicht  anders möglich sein, denn wir sind definitiv „nur“ Menschen mit dem natürlichen Bedürfnis und dem Geburtsrecht, uns in unser Menschlichkeit überall wiederfinden zu dürfen.

Vielleicht sollte ich sagen: Demnächst ist nicht mehr der perfekte leistungsorientierte kontrollierte Mensch gefragt, sondern der verletzliche sensible natürliche  Herzensmensch, der sein Augenmerk weniger auf Besitz und Ansehen richtet, als vielmehr auf die Menschen, die ihm nahestehen. Dann nämlich sind wir genau dort angekommen, wo Gott uns sehen möchte und da er eh über unser aller Leben regiert, wird er alles daransetzen, dass es gelingt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Wir können dabei weder vor dem Willen Gottes noch vor den Bedürfnissen unserer Seele flüchten- es geht letztendlich um die Erfüllung des tiefen Sinns von Leben! Wir sind hier, um zu lernen, um in uns hineinzuwachsen, unsere göttliche Bestimmung zu leben und von Herzen zu lieben.

Ich glaub ja eh immer, dass Gott allmählich die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, wenn er mit ansehen muss, was wir aus seiner Welt machten. Als er sie erschuf, war alles gut und vollkommen- doch dass wir so an seinen Wünschen vorbeileben, bzw. voller Eifer Geld, Macht und Besitz anbeten, das hat er sich gewiss nicht vorgestellt.

Ja, Gott würde bestimmt am liebsten ständig rufen: „Mensch, wo bist du? Ich finde dich gar nicht wieder!“

Wahrscheinlich darf ich wirklich von großem Glück sprechen, dass meine frühen schmerzhaften Seeleneinschnitte mich am Boden hielten- dass Gott auf seine Art dafür sorgte, dass ich mich nie zu weit von mir entfernen konnte. So war auch die Umkehr nicht ganz so extrem schmerzhaft- ich war meiner Quelle immer irgendwie näher als andere- tiiiiieeeeef drinnen hab ichs immer leise gespürt- trotz des jahrelangen Vorbeilebens an mir selbst.

Manchmal, da stellt uns das Leben einige Fragen, so auch mir. Mir war früher immer schleierhaft, warum gerade die sensiblen Menschen so viel Schmerz aufgebürdet bekamen…war doch ungerecht- sie hatten doch niemandem etwas getan. Warum wurden sie dann so bestraft?

Jehuda Bacon, jener Mann, der als Junge Auschwitz überlebte, sagte dazu:

„Leiden ist sinnvoll, wenn es einen so tief ergriffen hat, dass es bis zu den Wurzeln des Seins geht. Dann werden wir auch fähig sein, Mitgefühl für das Leid Anderer zu entwickeln.“


Wir kennen das alle: Sich hineinversetzen in die Situation eines Anderen werden wir nur können, wenn wir Ähnliches selbst erlebten. Ich denke, es geschieht in der Leidphase noch mehr, denn es heißt auch: Nie sind wir Gott so nah wie im schlimmsten Leid und die Nähe zu Gott zu spüren, ist eine der  höchsten Erfahrungen  in diesem Leben.

Richtiges Leid, das uns den Boden unter den Füßen wegzieht, wird uns bescheidener machen, demütiger und fähig- anders zu sehen, anders zu leben, anders zu lieben- nämlich so, wie es in Gottes Sinne ist. Vieles, was bisher so unentbehrlich schien, verliert an Stellenwert…..zum Beispiel, wenn jemand eine schwere Krebserkrankung überstand- oder einen Autounfall fast unbeschadet überlebte. In solchen Situationen stellt sich jeder unwillkürlich die Frage nach dem Sinn von Leben und zumeist ist ein Bewusstseinswandel die Folge.


Neulich war Samuel Koch zu Gast im Fernsehen- jener junge Mann, der von jetzt auf gleich seinem gewohnten Leben durch einen Unfall entrissen wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt.
Doch Samuel Koch bekommt von mir den höchsten Respekt, denn ich sah keinen Mann, der mit dem Leben oder gar mit Gott haderte. Nein! Samuel Koch betonte, sein Leben trotz aller Umstände zu lieben und offen zu sein für jede neue Herausforderung. Aufgeben? Das kam für ihn nicht infrage! Ich denke gerade an den Ausspruch: Gott gibt uns immer nur so viel an Bürde, wie wir auch tragen können……Samuel Koch hat diese Bürde angenommen und ich denke, Gott hat mit ihm etwas ganz ganz ganz Besonderes vor! Ohne tiefen Sinn geschieht gar nichts.

Vielleicht müssen wir von unserem Verstandesdenken etwas weg, um zu verstehen, dass Gott seine ganz eigenen Handlungsweisen hat. Was auf den ersten Blick oft unverständlich, ja, sogar ungerecht ausschaut, das wird sich später als der fruchtbare Boden für Gottes Idee erweisen.

Ich vermag nicht zu sagen, was diese neue Denkrichtung bei mir auslöste! Eigentlich konnte ich ab dem Zeitpunkt nur noch frohen Mutes in die Zukunft schauen- weil ich wusste: Egal, was auf mich zukommt, es wird immer zu meinem Besten sein- auch wenn es einen dunklen Anstrich hat. Wer es schafft, zu 1oo% Gott zu vertrauen, der darf von morgens bis abends mit einem Lächeln durch die Welt gehen, um auch mittendrin in einer Problemsituation frohgemut zu sagen: „Was solls, ich erwarte nur Gutes!“ Solch eine Problemphase ist ja nichts Anderes als ein gutgemeinter Wink Gottes, dass etwas noch der Veränderung bedarf- folglich ein großes Geschenk, weil es uns näher zum Ziele bringt.

Und Gott ist ein exzellenter Führer-  aus dem verworrensten Dschungel holt er uns heraus, Schritt für Schritt- wenn wir ihm vertrauen- das ist seine Voraussetzung.

Ohne Gott durchs Leben zu gehen ist für mich heute unvorstellbar, denn mit Gott in der Mitte, da wird mir ein Frieden beschert, den mir die gängige Welt niemals geben konnte.

*Linda*

Montag, 13. November 2017

Gott hält für jeden ein erfülltes Leben bereit







Gott hält für jeden ein erfülltes Leben bereit


Gott hält für jeden Menschen ein erfülltes Leben bereit…..Diesen Ausspruch wähle ich nicht von ungefähr, denn er beruht auf persönlicher Erfahrung Versuche ich, den Kern zu treffen, so sage ich sogar: Gott ist ständig bestrebt, uns Menschen wieder lebendig zu machen- so richtig bis auf der Seele Grund.

Dazu bedarf es nur  zwei Grundhaltungen: Vertrauen in seine Führung und absoluter Gehorsam, was seinen Willen betrifft- dann werden wir irgendwann von einem sinnvollen und freien Leben sprechen können.

Nun liest es sich einfacher, als es praktisch durchführbar ist, denn wir Menschen werden in diese gewünschten Haltungen erst hineinwachsen müssen- vor allen Dingen, wenn der Bezug zu Gott nicht vorhanden ist. Ja, es stellt eine Herausforderung dar,  Vertrauen in „etwas“ zu investieren, das sich nicht zeigt und begreifbar ist…..und wer diesen Weg geht, wird ohne jegliche Wegweiser, ohne eigene Planung  auskommen müssen. Was bleibt, ist nur die innere Stimme und das stille Erahnen, dass Gott die Quelle allen Lebens ist- folglich auch des unsrigen.


Mich beeindruckt die Vorstellung sehr, dass Gott unser vollständiger Lebenslauf von Anfang bis Ende längst bekannt ist…..und von daher alles, was wir so Lebensverlauf nennen, einzig und allein der Umsetzung seines Planes gilt.  Wir sind nämlich alle zu ein und demselben Ziel unterwegs- nur die Wegbeschaffenheit wie die Wanderzeit  werden sich voneinander unterscheiden. Der eine geht ein wenig schneller- der andere etwas langsamer- jeder hat seine ganz persönlichen Hürden zu bewältigen und doch bewegen wir uns alle auf den selben Mittelpunkt zu.

Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.

Johann Wolfgang von Goethe

Ich glaube, hinsichtlich dessen dürfen wir uns gerade in dieser vom künstlichen Fortschritt durchzogenen Zeit bewusst vor Augen führen: Kein einziger Mensch ist auch nur annähernd ein Zufallsprodukt. Nein! Jeder ist von Gott erschaffen als ein Unikat von unermesslichem Wert und jeder trägt den Schatz der Liebe, der Freude, des Friedens, der Vollkommenheit in sich. Wir haben es nur über die Jahre vergessen- doch wir sind der Ursprung der reinen Liebe!

Gut, jetzt könnte der Einspruch kommen: Schaut man sich in der Welt so um, dann zielt aber alles ins Gegenteilige:

….da ist nicht viel mit Liebe! Allein, wenn man sich Tag für Tag die Nachrichten anhört reicht das schon aus, eine sichere  friedliche  Zukunft auf einem gesunden Planeten  in Frage zu stellen. Irgendwie hakt es….viele ?? tun sich auf- doch es beeindruckt mich nicht mehr, denn meine Zukunft liegt in Gottes Hand und da liegt sie gut und sicher.

Ich sag mir immer: Uns bleibt nichts Anderes übrig, als im Kleinen dafür zu sorgen, dass Zufriedenheit, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit ihren hohen Stellenwert bekommen. Jeder Mensch besitzt zum Glück die Freiheit, sein Leben so zu gestalten, wie es ihm zusagt. Na ja und darum distanziere ich mich seit Langem von Haltungen und Prinzipien, die ich mit mir selbst nicht vereinbaren kann. Es geht für mich nicht darum, in dieser gängigen Welt bestehen zu können- wenn sie meine Werte und Zielsetzungen nicht widerspiegelt.

Lang genug war ich irritiert, wenn ich beobachtete, wie rücksichtslos Menschen miteinander umgingen, dass die große Schätze des Vertrauens, des Verstehens, der Gerechtigkeit, der Wahrhaftigkeit ,der Toleranz  nur müde belächelt wurden, als wären sie irgendsoein überflüssiges Abfallprodukt. Bis ich dann begriff: Ohne diese Basis kommt ein friedliches Miteinander niemals zustande! Da verliert sich einer im Anderen und die Anonymität wächst immer mehr.

Das kann aber nicht der Sinn im Leben sein- vor allen Dingen war es von Gott so! nie gedacht! Gott hat sich große Mühe gegeben, als er seine Werke erschuf- ganz viel Liebe und Achtsamkeit steckte er hinein- ob nun in Mensch oder Natur…damit es uns zur Freude und Bereicherung diene. Jeder bekam so sein besonderes Potential an Fähigkeiten mit, weil Gott sich dachte: Wenn Unikat auf Unikat trifft, dann könnt ihr euch gegenseitig eure Becher füllen und es wird möglich sein, noch mehr Fülle in euer Leben zu holen.

Leider ging sein Vorhaben nicht in Erfüllung, denn er musste mit ansehen, dass der einzigartige Mensch plötzlich in der Masse verschwand- tat, was alle so taten- lebte, was alle so lebten- dachte, was alle so dachten………

Nun ist Gott sehr verständnisvoll. Er weiß ja auch, dass wir in diese Massenbewegung völlig schuldlos hineingerieten und es nicht besser wissen konnten! Er versteht auch, dass all das unliebsame Verhalten seinen Grund darin hat, dass man uns in früher Zeit von uns selbst entfernte- all diese Unzufriedenheit, innere Leere, der Frust, die Orientierungslosigkeit, dieses Suchen nach dem gewissen „Etwas“- alles  hat nur diese eine Ursache. Wir wurden zweckentfremdet, so wie auch Gottes  Schöpfung diese Entfremdung erfuhr.

Rolf Bauerdick verfasste ein Buch mit dem Titel:

„Wenn Gott verschwindet, verschwindet auch der Mensch.“


 Ich glaub, da braucht man nicht viel hinzuzufügen, denn Gott ist definitiv aus dem Blickfeld gerückt. Nur das Irre ist ja: Unser aller Leben und unsere Zeit liegt allein in seinen Händen! Gott steht die oberste Priorität zu, denn keine irdische Instanz wird jemals verhindern können, seine Pläne zu durchkreuzen.

Nun gut- ich weiß, warum er einen so geringen Stellenwert hat- denn seine Gesetze stehen konträr zu jenen Überzeugungen, die in der gängigen Welt vorherrschen. Hielte sich jeder Mensch an seine göttlichen Gesetze, dann würde ein ganzes Konstrukt in sich zusammenfallen. Für Gott gibt es nämlich nichts Wichtigeres als die unantastbare Würde eines JEDEN Menschen, ganz egal, was er hat, woher er kommt und bei Gott steht die radikal gelebte Liebe im Fokus. Sie kennt nun mal keine Machtgehabe, keine Rechthaberei, keine Unterdrückung der Schwächeren, keine Ungerechtigkeit, keine Besitzgier, keinen Krieg, keinen Betrug und sonstige niedrige Machenschaften.


Vor Gott sind ALLE Menschen gleich und gleich würdevoll zu behandeln. Gott legt allergrößten Wert auf Gerechtigkeit und Frieden.
Ja, ich hab mich ein bisschen näher mit ihm beschäftigt und festgestellt, dass er so gar nicht dem Bilde entspricht, dass man mir in der Kindheit vermittelte. Damals war Gott für uns wie ein strenger Aufpasser, der jedes Mal drohend den Zeigefinger erhob, wenn wir unsere „Sünden“ begingen- total ernst, richtend und strafend. Doch so ist Gott nicht- er ist eher wie ein liebevoller Vater, dem alles daran liegt, dass jeder Mensch in ein erfülltes Leben findet. Dass er uns darum des Öfteren bei unseren Fehltritten ermahnen muss, sehe ich als sehr hilfreich an- denn sonst verpassen wir ja den richtigen Kurs. Diese Liebe Gottes ist die stärkste Macht zwischen Himmel und Erde. Es gibt nichts Größeres!

Irgendjemand schrieb einmal:

„Die Gegenwart Gottes ändert alles. Sie ist das Denkmuster, das uns hilft, alles zu verstehen.“
Als ich Gott mein Leben anvertraute, da begriff ich Schritt für Schritt, wo Gott mit mir hinwollte und verstand auch den Grund für so viel Leid in meinem Leben. ALLES war ein großes Geschenk und keine Strafe!

Wahrscheinlich suchte auch William Shakespeare bei Gott nach dem Grund seiner Schicksalseinschnitte:

„O Himmel, könnte man im Buch des Schicksals doch lesen!“

William Shakespeare

Nein, Gott lässt sich nicht in die „Bücher“ schauen und wir müssen uns damit zufriedengeben, dass seine Art zu handeln ein Buch mit sieben Siegeln bleiben wird. Blindes Vertrauen, das ist es, was sich Gott von uns wünscht, verbunden mit der Befolgung seiner Gesetze. Nein, Gott verlangt nichts Unmögliches von uns. Er wünscht sich „nur“, dass wir einander lieben, so, wie auch wir geliebt werden möchten- dass wir einander wertschätzen, wie auch wir wertgeschätzt werden wollen – dass wir einander verstehen, wie auch wir uns verstanden fühlen möchten usw.

Noch einfacher ist es, sich immer vorzustellen, dass uns Menschen nichts voneinander trennt- denn im Kern sind wir alle gleich- wir haben ja auch den selben Ursprung! Und der ist nichts Anderes als nur Liebe!

Ich glaub, wir dürfen uns getrost als ein „Mischwald“ sehen, wo dann die „Tanne“ jeden Tag freudig die „Kiefer“ begrüßt und aus der Ferne die „Eiche“ fröhlich herüberwinkt.

Darum trifft es zu: Man kann nicht in diesen zwei Welten gleichzeitig beheimatet sein. Entweder entscheiden wir uns für die gängige oberflächliche oder aber für die Welt Gottes. Entweder setzen wir auf Besitz, Leistung, Status, Machtgehabe, Luxusleben, Konsum- kurzum unter Verstandesherrschaft oder entscheiden uns für die Liebe, die Zufriedenheit, das ehrliche verständnisvolle Miteinander- kurzum- für eine blühende liebende freie Seele.

Nein, dieser Weg ist nicht in Nullkommanix gegangen, schließlich spricht man nicht ohne Grund von einer Umkehr bezüglich der Haltungen und Gedanken, aber ich sagte mir:

….lieber auf dem richtigen Weg zig mal straucheln, als festen Schritten abseits zu wandern.
Außerdem dürfen wir nie vergessen: Wir erhalten die allerbeste Führung von Gott – dazu Menschen, die IMMER an unserer Seite bleiben werden und dann  nicht zu vergessen diese Hartnäckigkeit, bzw. Zielstrebigkeit unserer Seele! Sie lässt sich eh nicht davon abbringen, geht es doch um ihre Freiheit und die Rückkehr in das Gefühl der Verbundenheit mit Allem, was ist. Schließlich kommt sie aus der Einheit und dorthin will sie auch wieder zurück.

Wenn ich all diese Worte niederschreibe, dann geschieht das nicht, weil ich meiner ungezügelten Phantasie ihren Auslauf lasse…..nein, ich verbinde damit ein hohes Maß an Ernsthaftigkeit, weil ich irgendwann begriff: Wenn wir uns nicht mit dem verbinden, was IN UNS ruft, dann werden wir kein erfülltes zufriedenes Leben führen können! Dann schwimmen wir wie Frida Gold ständig an der Oberfläche herum, bleiben Suchende und finden immer nur Kompromisse- den Ersatz für unsere tiefen menschlichen Bedürfnisse nach Geborgenheit, Wärme, Anerkennung.

Wir leben eine Liebe, die keine ist. Wir vernetzen uns mit unzähligen Freunden per Smartphone und werden doch nicht spüren, wie es sich anfühlt, wenn wir uns voller Vertrauen und Verständnis auf Seelenebene begegnen dürfen-  von Mensch zu Mensch im Ausdruck unseres  verletzlichen „schwachen“ unvollkommenen Menschseins.

Der Mann aus dem Wald ist ein gutes Vorbild, weil er ganz radikal aufzeigt, was der Mensch wirklich braucht, um seinen Frieden zu finden. Ja, vielleicht darf ich ihn als einen der Bäume aus dem Mischwald sehen. Unabhängig von jedem äußeren Schnick- Schnack hat er gelernt, für sich alleine stehen zu können- ohne Vermögen- ohne  Bühnenpräsenz im grellen Scheinwerferlicht…ohne Leistung- ohne jede Form von Perfektion…….und doch ist er glücklich! Warum? Weil er irgendwann spürte, was seine Seele braucht, um glücklich zu sein. Es geht nämlich im Leben nicht darum, dass wir permanent unseren Verstand sättigen- viel viel wichtiger ist zu jeder Zeit die Vollwertkost der Freude  für unsere Seele, für unser inneres Wohlgefühl.

Da gibt es auch keine Alternative, aber wie betont, dürfen wir den tiefen Sinn unseres Hierseins darin sehen, dass wir eines Tages die große Sehnsucht unserer Seele stillen können:

Heimat finden IN UNS selbst- sich verbunden fühlen, mit ALLEM, was uns umgibt und zu wissen, da ist ein sich sorgender liebevoller Gott, der zu jeder Zeit über uns und unser Leben wacht.

*Linda*