Sonntag, 9. Juli 2017

Wir können unser märchenhaftes Leben selbst schreiben….es gibt genug freie Seiten…








Wir können unser märchenhaftes Leben selbst schreiben….es gibt genug freie Seiten…


Gemäß des aktuellen Songs “Wir sind groß“ von Mark Forster kam mir schon so oft der Gedanke: Ja, es stimmt, wenn er betont, dass wir unser Lebensbuch in Eigenregie schreiben können. Da sind genug freie Seiten, die nur darauf warten, von uns gestaltet zu werden. Allerdings gibt es einen kleinen Einspruch meinerseits, was den Zeitpunkt betrifft, denn um sein eigener Autor zu werden, bedarf es eines gewissen Bewusstseins. Und wie könnte es anders entstehen, als durch eine große Portion an schmerzlicher Lebens- Weg- Erfahrung.

Irgendwann im Leben, da stehen wir nämlich vor einem riesigen Scherbenhaufen voller Wahrheiten, die gar keine sind und es auch niemals waren! Gut, sie versprachen uns Sicherheit, erzählten uns von dem Weg in ein glückliches Leben, ließen uns vertrauensvoll mit der Masse unterwegs sein……bis wir uns eines Tages angehalten sehen, dieser Massenbewegung zu entsagen. Das ist der Tag, an dem wir nach langer Zeit endlich wieder unsere innere Stimme wahrnehmen.

 Peter Tille verfasste da die ultimative Lebenswahrheit:

"Wer mit dem Strom schwimmt, erreicht die Quelle nie."

Ja, ich glaube, solch eine Aussage lässt erst einmal still werden und vor allen Dingen nachdenklich, weil halt sämtliche Illusionen den Bach herunterfließen. Es schien doch alles immer so richtig zu sein und nun ist eine Kehrtwende angesagt? Ja, es ist so und ich halte die Vorhersage:

„Wir werden in diesem Leben zerbrochen, bis wir heil sind“..


auch nicht für eine Hiobsbotschaft, sondern für das größte Geschenk, das wir im Leben erhalten können! Dieser Scherbenhaufen muss einfach sein- um wahrscheinlich zum ersten Mal zu verspüren, was es  heißt- wirklich zu leben und wirklich zu lieben! Genau dann setzen wir uns nämlich hin und beginnen, das Buch unseres Lebens in Eigenverantwortung selbst zu schreiben, wobei die Ausgangsquelle immer die Seelenwelt sein wird. Wie Leben sich gestaltet- ob es ein helles oder dunkles Dasein wird- das hat jeder ganz allein in der Hand! Es wird immer von Bedeutung sein, wonach wir uns ausstrecken- was und wie wir leben möchten. Genau das werden wir erhalten. Es ist eines der unumgänglichen Gesetze des Lebens.

Stellen wir uns mal vor, wir würden Tag für Tag ins Leben hinausrufen, was wir über uns denken, was wir meinen, was uns zusteht, was unsere Vorstellung von Leben ist….Leben macht nämlich nicht mehr, als uns umgehend die Bestätigung zu senden, so in dem Sinne: Es sei dir gegeben, was du denkst, zu sein, bzw. haben zu wollen. Leben bestätigt lediglich unsere inneren Überzeugungen.

An dieser Stelle wird mir immer wieder aufs Neue bewusst, welcher Fluch der Kindheit auf uns lastet, denn er hat es geschafft, uns bis ins Erwachsenendasein zu verfolgen, sich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche zu ziehen. Zwar raten Psychologen oft davon ab, in diese Vergangenheit abzutauchen, doch für mich war es die! Erlösung von all den alten Fesseln.

Es gibt da für mich eine ganz wesentliche Grundfrage:

Was hat jeder von uns tun oder sein müssen, um das gewünschte Maß an Zuwendung, sprich „Liebe“ von den Eltern zu erhalten? Genau das war dann für uns die Definition von Liebe- so fühlten wir uns bestätigt, „richtig“ und liebenswert!

Und es gab da die unterschiedlichsten Varianten!

Ganz hoch im Kurs standen wohl Leistungsfähigkeit, gute Schulnoten, verbunden mit Perfektion und Disziplin…,

….gefolgt von einem angepassten gehorsamen JA- Sager- Verhalten….

Manchmal war auch das stille unauffällige Kind gefragt…

und was unsere Gefühle betraf- ich glaub, die weckten nur wenig Interesse.

Meine Kindheitsfesseln, meine Deutung von Liebe, meine genossene Erziehung ließen mich nämlich ins Leben hinausrufen:

Liebe bekomme ich, wenn ich ein angepasster, gehorsamer Mensch bin- wenn ich in erster Linie nach dem Wohlgefühl der anderen schaue- ihre Erwartungen erfülle und ein Nein? Das kannte ich nicht, denn die  Verweigerung der Wünsche anderer hätte mir als Kind die Unzufriedenheit meiner Erzieher beschert. Mich wünschte man sich in nett, lieb und zuvorkommend.

So, nun kommt die Tragik ins Spiel! Genau dieses – eigentlich falsche- Verständnis von Liebe, von „so bin ich richtig“ ließ mich auch als erwachsene Frau nicht los, auch wenn man es selbst nicht glauben kann. Und weil Leben exakt das bringt, was man selbst von sich glaubt, was und wie man leben möchte, kann Leben sich nicht anders gestalten. Ständig befand ich mich in Situationen, in denen ich „wunderbar“ meine kindlichen Überzeugungen ausleben konnte- mein ständiges JA zu allem, meine Harmoniesucht, aber auch das Vorbeileben an mir selbst, denn meine Seele schrie vor Selbstverachtung laut auf. Es hatte mich ja niemand darauf hingewiesen, dass das Seelenwohl IMMER an erster Stelle stehen MUSS!

Genau genommen, war ich nämlich Zeit meines Vorbeilebens auf der großen Bühne unterwegs und spielte meine antrainierte Kindheitsrolle mit Bravour! Das Schlimme ist ja, man merkt gar nicht, was man sich da antut…..denn der Verstand nickt  ständig wohlwollend zu allem, auch zu einem ICH, das im Grunde etwas Zusammengebasteltes war, geformt aus den Vorstellungen anderer. Wir können es auch gar nicht anders wissen- wir merken höchstens in der Stille, dass wir irgendwie unzufrieden sind, dass da irgendetwas nicht ganz stimmig ist. Ich weiß nicht, wer die Worte tat, aber sie treffen zu: Wir nahmen so viel Rücksicht auf „ihre“ Wünsche, dass wir selbst unecht wurden. Im Grunde eine Horrorvorstellung, wenn man sich vor Augen führt, dass wir unsere eigene Natur eintauschten und sämtliche Seelentüren vorsichtshalber verschlossen.

Da sind dann zum Beispiel sehr erwachsene Personen in Machtpositionen, denen es gelang, sich durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit einen Platz auf der Weltbühne zu sichern, genießen den Applaus  und sagen sich: „Ja, so fühlt sich Liebe an, so hat es mich mein Vater gelehrt! So kenne ich es aus der Kindheit!“

Da sprach dann der Vater vielleicht zum Sohn:

„Junge, streng dich an- von nichts kommt nichts- nur wer etwas leistet, der ist es wert, geliebt zu werden! Wenn du so erfolgreich wirst wie ich, dann hab ich dich lieb!“

Wie fatal ist dieses Bestreben, denn der Beifall der Menge, das ist keine Liebe! Kein Mensch auf Erden muss sich Liebe, Wertschätzung erst durch Leistung  verdienen. Davon abgesehen, dass ja nicht der Mensch in seinem natürlichen Wesen geliebt wird, sondern jemand, der auf der Bühne seine Kindheitsrolle spielt. Und sobald wir unsere Rollen spielen, sagt das nichts über unsere Persönlichkeit als Mensch aus.

Frage: Will der Mensch geliebt werden, weil er seine Rolle so prima ausfüllt oder sehnen wir uns nicht vielmehr danach, so geliebt zu werden, wie wir von Natur aus sind?

Doch ich denke, der Wandel in dieser Zeit führt uns allmählich wieder in dieses Bewusstsein zurück – wenn junge Menschen auf Mitmenschlichkeit setzen, auf „Schwäche zeigen dürfen“- „auch mal unperfekt sein dürfen“ und dem ständigen Leistungsdruck widersagen. Sie möchten sich in erster Linie über ihr Menschsein, ihre Natürlichkeit, ihre persönlichen Bedürfnisse definieren und nicht über das, was sie leisten. Ja, da ist ein extremes Umdenken angesagt, denn es wird nicht mehr danach gehen, sich in irgendein Ordnungssystem einzufügen, sondern darum, man selbst SEIN zu dürfen, Persönlichkeit zu zeigen und das in all ihrer Unvollkommenheit. Genau das! ist der Sinn von Leben!

Egal, ob man nun glaubensfest ist oder nicht, doch es gibt da so einen Wunsch Gottes, der besagt:

„Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst!“ 

Auch hier könnte ich sagen: Mehr brauchen wir in diesem Leben nicht zu verwirklichen, denn folgen wir dieser Haltung, dann ist alles Wichtige abgedeckt.

Mir wurde diese Haltung als Kind zugetragen- mit dem Manko, mir zu verschweigen, dass es IMMER Voraussetzung ist, zunächst mich aus ganzer Seele lieb zu haben, bevor ich dann zum Anderen gehe. Erst ist diese gesunde Selbstliebe A&O, denn je gesünder sie ist, umso wahrhaftiger vermag ich zu lieben.

Gott verlangt von uns nämlich nicht, dass wir uns in unserer Nächstenliebe hinten anstellen, denn bei dieser Form von absoluter Selbstlosigkeit sind wir uns schneller als gedacht- selbst los. Das würde nämlich bedeuten, uns selbst gar nicht so wichtig zu nehmen, ständig auf das Wohlgefühl des anderen zu achten…..und was kommt dabei heraus? Frust, Unzufriedenheit, Opferstatus und totale innere Leere.



Das kann nicht der Sinn von Leben sein, denn Gott ist es sehr wichtig, dass wir unsere Ausgabe „origineller Mensch“ aufs Höchste verwirklichen- dass wir unser innewohnendes Potential ausschöpfen, unsere Seelenwunden heilen und unsere vollkommene Liebesfähigkeit zum Erblühen bringen. So geht es im Leben zum einen um das bedingungslose JA zu uns selbst und erst dann um das ebenso bedingungslose JA zum Anderen. Niemand kann NEIN zu sich selbst sagen und JA zum Anderen.

Nun hat der Begriff der Selbstliebe auf den ersten Blick so etwas von Selbstsucht, Eigennutz, weil man sich scheinbar nur noch um sich selbst dreht……doch so darf es nicht verstanden werden. Ein Mensch, der fähig ist, sich selbst in gesunder Weise zu lieben, der steht da nicht voller Stolz, klopft sich auf die Brust, um aller Welt zu demonstrieren, was für ein toller Hecht er ist- so in der Ausgabe: perfekt, immer glücklich- fehlerlos- allwissend- beliebt wie sonst was- Erfolge auf der ganzen Linie, fest mit beiden Beinen im Leben stehend……….so redet höchstens der Verstand.

Oh nein! Ein Mensch, der sich lieben gelernt hat, der steht auf keiner Bühne im Außen, sondern durchwanderte in der Stille seine geheimsten Seelenlandschaften, konfrontierte sich mit seinem tiefsten kindlichen Schmerz , versuchte herauszufinden, worin gewisse Denk- und Verhaltensweisen begründet sind…..warum er tut, was er tut….weiß um seine Schwächen, aber auch um seine Stärken, kennt seine Möglichkeiten, aber auch seine Begrenzungen.Und jede Begegnung mit sich selbst ist untermauert von Selbstachtung, Verständnis, Mitgefühl, denn jede Schuldzuweisung, jede Selbstanklage sind fehl am Platze.

Wir sind nun mal die, die wir sind und werden es immer sein- bis zum Lebensende bleiben wir der  leibhaftige Ausdruck unserer Lebensgeschichte- unseres Schmerzes, unserer Freuden. Leben,  Gott und Seele wünschen sich nur eins: ein bedingungsloses JA zu ALLEM! Hier steh ich und so, wie ich heute bin, bin ich genau richtig- ein Unikat von Mensch auf  meinem Weg- in dem Bestreben, eine noch schönere Version von mir selbst zu erschaffen.

Nur wer sich in dieser Weise lernte, zu lieben,  seine Schatten zu umarmen- sich ohne Wenn und Aber anzunehmen, der wird fähig sein, all dies auch im liebevollen Miteinander zu praktizieren, weil da in uns selbst ganz viel Verständnis gewachsen ist, auch Verständnis für den anderen.

Hinzu gesellt sich die wundersame Erkenntnis: „Komisch“, mich trennt ja im Wesentlichen gar nichts vom Anderen- im Kern, da sind wir völlig gleich! Da ist Schwäche, da ist Schönheit des inneren Reichtums- da sind Zweifel- da ist Lachen- da ist Freude- da ist Traurigkeit- da sind Ängste- da sind kindliche Seelenwunden- da sind Sehnsüchte…..all das kenn ich doch von mir auch! Tja, in dem Moment trifft menschlicher MENSCH auf menschlichen MENSCHEN. In dem Moment erkennt sich der eine im anderen wieder, um zu begreifen, wie unsinnig von jeher jeder Gedanke der Trennung war. Wir sind nun mal nicht abgespalten von uns selbst und auch nicht getrennt von Anderen- das waren wir nie und diese Wahrheit gilt es in diesem Leben neu zu entdecken.

Wir sind auch nicht getrennt von allem, was Natur heißt und darum ist der Klimaschutz für mich das große Anliegen dieser Zeit, um zu retten, was noch zu retten ist. Diese Natur wurde uns von Gott anvertraut. Was haben wir mit diesem Geschenk gemacht? Vor allen Dingen werden wir eines Tages, wenn wir uns aus den alten Verstandes-Fesseln befreit haben, spüren, wie verbunden wir mit ALLEM sind- ob nun mit Menschen, Tieren oder sonstiger Naturschönheit. Es ist alles eins und wir so mitten drin, mit dem Gefühl der Verbundenheit. und Liebe. Das ist das große Dilemma, denn wir wurden zu sogenannten Verstandesmenschen erzogen…..obwohl wir doch alle durchweg Herzensmenschen sind! Auch diese Wahrheit gilt es neu zu leben.

Ja, ich bin gewiss „anders“ unterwegs als viele andere Menschen, gestärkt durch einen immer größer werdenden Glauben an Gottes Liebe und Führung. Je mehr ich zu mir fand, umso klarer wurde mir, dass mein märchenhaftes Leben von Beginn voller Sinnhaftigkeit war.
 So wie Märchen nun mal sind, tragen sie den hellen, aber auch den dunklen Part in sich, doch ein gutes Ende ist gewiss! Ein Leben, nur mit Freude, voller Sorglosigkeit und  Sonnenschein- undenkbar, wäre auch viel zu langweilig.

Leben ist für mich halt wie ein Fluss, in dem wir alle „reingewaschen“ werden vom alten Unrat, bis „nur noch“ die Liebe übrigbleibt. Und dank meiner Erfahrungen weiß ich zu sagen: Egal, wie sehr wir zwischendurch der Ansicht sind, im Fluss zu ertrinken- wir werden still und leise IMMER getragen, denn Gott weiß ja, wohin wir unterwegs sind und er unterstützt uns, wo er nur kann. Wir dürfen nur eines nicht verlieren: unsere Selbstachtung, unsere Hoffnung, unsere Geduld und unser Vertrauen in seine wohlwollende Führung- auch wenns etwas länger dauert.

Eines ist mir klar geworden: Wir sind nicht hier auf Erden, um eine seelenlose „Liebe“ aus dem Verstand zu leben, in dem Kindheitsglauben, wir müssten uns dieses Leben erst hart verdienen! Dieses Leben wird uns von Gott geschenkt, anvertraut, OHNE, dass er von uns irgendeine Leistung, geschweige denn Perfektion erwartet. Im Gegenteil, Gott möchte, dass wir so sind, wie wir nun mal sind- ganz gleich, ob fehlerhaft, unvollkommen, ungebildet, mit Ecken und Kanten……Hauptsache, wir sind wir selbst und schaffen es, von dieser Bühne herunterzukommen! Ich denke, sollte er die eine Frage an uns richten, wird es heißen: Warst du in deinem Leben du selbst? Was wir uns an Titeln, Besitztümern, Aktien, materiellem Vermögen, Machtpositionen erarbeiteten, das interessiert ihn, glaub ich, relativ wenig.
Darum lässt er uns ja unterwegs bleiben!


Nichts Anderes hatte ich auf meinem Weg zu lernen und um es letztendlich zu begreifen, musste ich durch all die vielen schmerzhaften Situationen der Unliebe zu mir selbst. Jede Not, jede Stunde der Traurigkeit, der inneren Leere wurden zu einer Tür und jeder finsteren Stunde konnte ich das Licht entlocken, um neue Einsichten zu gewinnen.

Es gibt wirklich keine Fluchtmöglichkeit vor der Seele, denn wie soll der Mensch vor sich selbst ein Leben lang flüchten können? Brauchen und sollen wir nicht- und aus Erfahrung weiß ich zu sagen: Sobald wir signalisieren, dass wir den Weg gehen wollen, werden- woher auch immer, alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit wir es schaffen Auf einmal sind da unerwartete Fügungen, neue Einsichten, entsprechende hilfreiche Anstupser….es ist nicht zu erklären- aber das ist ja das Geheimnisvolle am Leben. Der Verstand muss schweigen, weil nun die Seele das Zepter in der Hand hat und ab da werden wir nicht mehr verstehen, sondern sind aufgefordert, zu vertrauen.  Ja, es gibt Erkennungsmerkmale, wenn wir auf dem richtigen Weg sind, denn Leben erhält eine bisher unbekannte Lebendigkeit- eins fügt sich ins andere und man spürt einen unerklärlichen Sog…..man weiß nicht, wohin er führt, aber man vertraut und lässt sich ziehen……..


Mein sinnvolles und lebendiges  Leben begann wirklich erst da, als sich mir die Tür in eine ganz neue Welt öffnete- als ich wieder zu mir und in die Liebe zu mir selbst zurück fand. Alles Leben zuvor war ein Überleben- eine nüchterne schwarz- weiße Schmerzstrecke und ich hätte  nicht sagen können, dass es ein lebendiges Dasein war. Erst als ich mich auf den Weg machte, mich zu mir bekannte in allen Facetten, mit Schwächen und Stärken- als ich mein verletztes Kind an die Hand nahm- da wurde das Leben lebenswert. Wir können nämlich gar nicht schöner sein, als in unserer Verletzlichkeit, unserer Sensibilität, unserer Schwäche…..

Ich denke, wir dürfen allmählich anerkennen, dass es völlig andere Wahrheiten gibt, als jene, die wir als Kinder aufnahmen.

Zum Beispiel diese:


Es bedarf des Geldes nicht,
um das zu erwerben,
was der Seele nottut.

Henry David Thoreau

Oder:


Mit leeren Händen geboren,
mit leeren Händen gestorben-
und trotzdem hab ich die ganze Fülle des Lebens erfahren.

Von unbekannt

Nach Dietrich Bonhoeffer gibt’s eigentlich nur das eine Lebensfazit:

„Da, wo die Liebe ist, ist der Sinn des Lebens erfüllt.“

Diese eine große allumfassende Wahrheit hätte man uns allen von Kindesbeinen an mit auf den Weg geben sollen!


*Linda*

Freitag, 7. Juli 2017

Leben zu erfahren heißt- lieben zu lernen









Leben zu erfahren heißt- lieben zu lernen


Eigentlich- und das sag ich relativ häufig- müsste ich nach so einem schmerzerfüllten Leben total verbittert sein-  im Selbstmitleid baden, angesichts der Tatsache, dass mein Leben sich halt nicht  als der Aufenthalt auf „Wolke sieben“ entpuppte! Scheinbar war ich von Kindesbeinen an dazu aufgerufen, ständig neue Hürden aus dem Weg zu räumen, mich im Fallen und Aufstehen zu üben……so lang, bis ich eines Tages ohne einen Fallschirm  ins absolute Nichts fiel……da war nämlich nichts mehr, was mich hielt……nur dunkelste Nacht…..

Nein, wünschenswert ist solch eine Lebensphase gewiss nicht, denn da ist nichts als nur Schmerz, Ausweglosigkeit, Verzweiflung und von irgendeinem Licht der Hoffnung scheint man weit entfernt zu sein……

Und doch steh ich heute da und sage voller Freude und Dankbarkeit: Es musste genau so! verlaufen, denn nie und nimmer hätte ich die Kraft und den Mut gefunden, die Spur zu wechseln! Ich hätte nämlich so weiter gemacht, wie bisher, hätte mir weiterhin alles schöngeredet, hingebogen, so lange es irgendwie noch passte…….


denn es war mir doch seit der Kindheit alles so „schön“ vertraut!


Basierend auf meiner persönlichen Schmerzerfahrung sage ich heute:

Erst wenn wir, durch was auch immer, ins totale Nichts fallen, um dieses so vertraute Kindheitsgefühl abzulegen, werden wir die Flügel bekommen, mit denen wir in unser glückliches Leben fliegen.

Ich brauch hier auch nicht lang nach Erläuterungen zu suchen, denn das, was „sie“ uns vermittelten, kam aus der Quelle des Verstandes, war so etwas wie eine allgemeingültige Bedienungsanleitung für den äußeren Erfolg- hatte aber mit unserem einzigartigen Menschsein nichts zu tun.

Hier fällt mir ein passender Text ein:


Wie lange geben wir jenen die Macht,
die uns unserer wahren Natur beraubten?
Sie wollten uns in angepasst,
ihrem Wunschbild entsprechend
und waren taub und blind
für die einzigartige Schönheit
unseres kindlichen Wesens.

Doch es gibt keinen Fluchtweg vor den Sehnsüchten der Seele-
immer lauter wird ihr Ruf nach Freiheit und Wahrhaftigkeit.
Finden wir in unsere wahre Größe zurück-
holen wir uns die Macht zurück
und sagen JA zu jeder vermeintlichen Schwäche,
zu unseren Fehlern,
zu unserer Unvollkommenheit-
denn das ist unsere Persönlichkeit.

Was du hast, kann jeder haben-
was DU bist, das kann keiner sein.

Von unbekannt


Auch wenn der Song „Wovon sollen wir träumen?“  von mir sehr oft angeführt wird- nichts verdeutlicht die gesellschaftliche verstandesmäßige Misere besser! Frida war nämlich in dem Kindheitsglauben unterwegs, ihr Lebensglück zu finden, wenn es ihr gelang, einen gehobenen Lebensstandard zu erreichen- sprich: Ansehen im Beruf, die attraktivsten Männer- die tollsten Klamotten und jede Menge Luxus. Doch dieses Bestreben erwies sich als Flaute und Frida war so ehrlich, sich zu sagen: DAS alles macht mich ja gar nicht glücklich- ich verliere mich höchstens immer mehr!

Klar, in solchen Momenten der Erkenntnis, da möchte man wirklich zig Flüche ausstoßen, weil man einfach schwarz auf weiß erfährt, dass all das Angepriesene, angeblich so Sichere in die Unzufriedenheit führt…..und da kommt niemand, um einem aufzuzeigen, wie man der Misere entrinnen kann! Schließlich scheinen alle in der selben Richtung unterwegs zu sein…

Doch es gibt einen Schlüssel in das wahre Glück und das ist der Schmerz, so wie ich ihn in meiner dunkelsten Phase  in der Ausgabe XXXL erhielt. Dieser Schmerz bewirkte nämlich eines: Er warf den Verstand vom Thron und bewirkte zudem, dass ich endlich wieder meine lang verschlossenen Seelentüren öffnete. Und in dieser Region, da finden wir ein völlig anderes Leben- da herrschen andere Prioritäten- da will Leben erspürt werden, statt irgendeiner äußeren Anleitung zu folgen.


Wir sehen „anders“..

Wir fühlen „anders“

Wir lieben auch „anders“!




Schmerz für Schmerz bin ich aus meinen  Kindheitsmustern ausgestiegen und im Gegenzug immer mehr mit dem Wesen der wahren Liebe vertraut geworden- somit auch mit mir selbst! Wie oft hab ich schon vernommen, dass Menschen, die zum Beispiel einen tragischen Unfall überlebten, eine schwere Krankheit überstanden oder ähnliche harte Einschnitte erfuhren, von einem nachfolgenden Sinneswandel sprachen, der sich positiv aufs ganze Leben auswirkte! In dem tiefsten Schmerz, da hält man nämlich inne und besinnt sich auf das, was wirklich wichtig ist im Leben, weil dieser irreführende Verstand dann endlich mal zum Schweigen gebracht wird.

Es sagte mal jemand:

„Um glücklich zu werden, musste ich erst meinen Verstand verlieren- doch dafür war ich mein ganzes Leben lang unterwegs.“



Tja und nun steh ich heute da, wo ich stehe und spreche voller Dankbarkeit davon, dass Gott für mich, wie für jeden von uns ein individuelles Lebenslied schrieb, danke für jede Stunde des Schmerzes und verbeuge mich vor diesem liebevollen Leben…..???????? Ja, diese veränderte Haltung verlangt nach Erklärung, ich weiß- und ich vermag nur wiederholt zu sagen:

Es geht in diesem Leben einzig und allein darum, dass wir endlich wieder freie selbstbestimmte lebendige MENSCHEN werden und uns eines Tages von jedem Bühnenauftritt, bzw. jedem Rollenspiel, Kindheitsmuster lossagen. Es geht um unsere Seelenheilung und jeder Schmerz fragt uns immer wieder: Wie sehr haben wir uns, als der Mensch, der wir sind, aus ganzer Seele lieb? Bringen wir uns in jedem Augenblick des Tages höchste Selbstachtung entgegen? Sind wir   immer noch der Ansicht, wir müssten uns  verbiegen, anpassen, aufopfern- etwas leben, was uns im Grunde innendrin bitter aufstößt? Sind wir immer noch Sklaven der kindlichen Glaubenssätze- irgendwelcher Ideen und Bilder, die sich andere für uns ausdachten?

Ich könnte auch zusammenfassend sagen: Es geht in diesem Leben einzig und allein um die Liebe!

Diese gewachsene Erkenntnis führt sehr oft dazu, dass ich mir sage: ALLES hat man uns über den Sinn unseres Daseins erzählt- doch das Wichtigste im Leben, das hat man uns vorenthalten! Ohne Liebe ist doch ALLES nichts wert und wenn wir uns eine supergoldene Nase verdienen- einen dreifachen Doktortitel unser Eigen nennen! Ist IN UNS nicht die Liebe erblüht, dann bleibt das Leben öde und leer. Genau das ist aber die Folgeerscheinung der frühen Zeit.


Hätte die Liebe von Beginn an im Fokus gestanden, dann dürfte es so was wie die soziale Ungleichheit gar nicht mehr geben- dann wäre die Kluft zwischen Arm und Reich nicht so extrem…..doch es ist, wie es ist: Die ausgesäten Samen sind halt nicht Samen der Liebe, sondern  die des Verstandes, der mit der Liebe eh nichts anzufangen weiß.


Die Liebe ist eine wunderschöne Pflanze mit vielen Ablegern, die da heißen: Mitgefühl, Toleranz, Verständnis, Füreinanderdasein, Wahrhaftigkeit, Wertschätzung, Begegnung auf Augenhöhe…….und so einer Liebespflanze liegt es fern, dass auch nur ein Mensch Leid erfährt, weil sie Ausdruck der Seele ist und Seele möchte ihre Liebe nur verschenken……


Meine Erfahrung hat mich sehr viel gelehrt, denn nach wie vor sehe ich in jedem Menschen den Kern der Liebe, egal, wie liebeskonträr sich Menschen verhalten. Dann frag ich mich einfach nach der Ausgangsquelle ihres Handelns und Denkens und vermag in dem Moment zu verstehen, weil es halt immer noch der Verstand ist, der Richtung gibt.

So geschehen, als ich eine Reportage über eine Erziehungsanstalt in den sechziger Jahren verfolgte. Die Betreuer waren der festen Überzeugung, die ihnen anvertrauten Jugendlichen nur erziehen zu können, indem sie ihren Willen brachen, sie klein machten! Aus Seelen-Liebes-sicht ein Unding- denn niemand hat die Würde eines Menschen zu brechen……doch dann schaute ich etwas näher hin, sah in die Vergangenheit dieser Erzieher und musste erfahren, dass es ihnen in der Jugend nicht anders erging.
War ihr erzieherisches Verhalten zu verurteilen? Ja und nein- denn sie konnten es nicht besser wissen! Ihr Verstand gab ihnen die Richtung vor. Wäre Seele mit eingebunden gewesen- es wäre anders verlaufen.


Ich glaube, es ist nur allzu verständlich, wenn ich sage: Es ist unmöglich, im Leben  in beiden Richtungen unterwegs zu sein……entweder hat der Verstand das Sagen oder aber die Seele. Es fragt sich nur, was wir uns als MENSCHEN wünschen! Wo finden wir uns wirklich wieder mit unserer menschlichen Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit, Erfüllung, Angenommensein, Liebe ? Denn eines wird immer bleiben und das ist die Sehnsucht nach unserem wahren Wesen der Liebe.


Es mag sich wie ein Widerspruch lesen, doch: Gerade, weil Leben uns so sehr liebt, sendet es uns in Zusammenarbeit mit der Seele den Schmerz, denn hätte ich diese Geschenke nicht erhalten, mir wäre der Bühnenabtritt niemals gelungen! Dann wär ich jetzt immer noch in der Verstandesspur unterwegs und würde eifrig meine Rollen spielen, um irgendwann mit einer erstickten Seele dazustehen.


Man hat  uns nie gelehrt, wie man denn die Liebe wirklich lebt- so eine Liebe,  die nichts erwartet, die einfach nur aus sich heraus erblühen möchte, die nicht fragt, was man denn zurückbekommt, wenn man gibt. So eine Liebe, die hat ihren Keim erst einmal in uns selbst und wenn sie dort in ihren Blühstatus gekommen ist, dann weitet sie sich aus und ihre Ableger wandern hin zum Anderen und weil man sich ja selbst genug liebt, hat man ausreichende Liebesfülle, um sie verschenken zu können. Und dann ist sie so was von echt, frei und absolut bedingungslos!

Ja und dann gibt’s da noch so eine ganz andere Sicht, denn Liebe hat nun mal nichts mit dem zu tun, was man uns seit Ewigkeiten weiszumachen versucht. Man muss nicht das attraktive Bild von Mann oder Frau verkörpern- man braucht auch nicht laut einer Partnerbörse den Partner mit Niveau- es reicht vollkommen aus, wenn die Seele glücklich ist. Seele ist es nämlich so was von egal, wie dick die Geldbörse oder wie hoch der Status ist- Hauptsache, sie kann voller Freude ihre persönliche  Seelenmelodie erklingen lassen, ob nun in Moll oder Dur. Seele will erblühen- das reicht ihr schon.


„Glück im Leben heißt,
jemanden zu finden,
der weiß, dass du nicht perfekt bist,
dich aber behandelt,
als wärst du es.“

Ja und Liebe braucht ein bisschen mehr Bewusstsein, als angenommen, denn:

„Jemanden zu mögen misst man nicht am Aussehen,
sondern an der Einzigartigkeit.
Schönes zu mögen ist leicht,
Charakter zu lieben erfordert Persönlichkeit.“


Und Persönlichkeit, die hat wiederum rein gar nichts mit einem Titel, mit Besitz oder sonstigen Äußerlichkeiten zu tun. Persönlichkeit bleibt übrig, wenn alles andere wegfällt, was uns als so erstrebenswert vermittelt wurde! Wenn wir in dieses Nichts fallen- wenn der Verstand schweigsam wird, dann zeigt sie sich. Persönlichkeit ist das unverfälschte reine SEIN- die Natur unseres wahren Wesens. Sie kann man  nicht erarbeiten – auch nicht erkaufen oder durch Wissen aneignen und doch stellt sie die Basis dar, um überhaupt ein ehrliches lebendiges fruchtbares Miteinander zu leben.


An dieser Stelle fällt mir immer wieder auf, wie weit man uns von uns selbst entfernt/e- in welch sinnlose Richtung wir getrieben wurden/ werden, immer auf der Suche nach Glück im Außen, obwohl  doch dieses Glück nur IN UNS zu finden ist.


Vielleicht wird an dieser Stelle noch verständlicher, warum ich hinsichtlich meines erfahrenen Schmerzes ausschließlich von Geschenken spreche und einer sehr liebevollen Absicht des Lebens.


Es heißt ja nicht unbegründet:

„Gott lädt uns in diesem Leben ein,
die schönste Version unserer selbst zu erschaffen.
Gott wartet auf uns alle,
bis wir uns für die Liebe,  die Wahrhaftigkeit und für das Leben öffnen.“

Dass solch eine Version MENSCH  rein gar nichts mit all dem Übermittelten zu tun hat, das wird uns irgendwann klar und ist zunächst etwas frustrierend. Schließlich waren wir ja eine lange Zeit auf „ihre“ Empfehlung „ganz anders“ unterwegs…..aber egal, es ist nie zu spät, die Kehrtwende zu machen, um dorthin zu reisen, wo wir wirklich zu Hause sind: in der Liebe und dazu in einem lebendigen bereichernden Miteinander!

Irgendwann, da ging ich nämlich in die Haltung über, mir zu sagen: Wir sind hier nicht als Funktionen in der Masse unterwegs, sondern sind aufgerufen, jeder für sich, dieses Geschenk Gottes an uns- unser einzigartiges Mensch- SEIN zum schönsten Ausdruck zu bringen. Und wenn Leben auch oft schmerzt, aber was soll Gott denn Anderes tun, wo er doch bestrebt ist, uns die Augen (Seelen)  zu öffnen:


….für die bedingungsfreie Liebe zu uns selbst..

….für die bedingungsfreie Liebe zu anderen..

…für die Liebe zur Schöpfung……

denn schließlich ist die Antwort auf ALLES im Leben: die Liebe!




*Linda*



Mittwoch, 5. Juli 2017

Unsere Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Welt- Erbe!






Unsere Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Welt- Erbe!

Ja, es gibt Momente, die berühren mich trotz ihrer Kürze, weil die Aussage nicht aussagekräftiger sein könnte. Es war mir nämlich vergönnt, in der letzten Zeit die Stimmen von heranwachsenden jungen Menschen zu vernehmen, um mir ein Bild zu schaffen von dem, was sie bewegt.

So „unerwachsen“ diese jungen Menschen auch sind- ihre Sicht von Welt und Leben ist ein Hoffnungsschimmer für mich! Wer jetzt glaubt, sie würden als erstrebenswertes Lebensziel den materiellen Wohlstand anführen, der irrt. Sie wünschen sich eine friedlichere gerechtere Welt, in der jeder !!! seinen wohlverdienten Platz der Würde findet und sie betonen den achtsamen Umgang mit der Natur.  So jung wie sie alle waren- aber aus ihren Worten sprach ein großes Bewusstsein und Verantwortungsgefühl für diese Welt, in der sie leben, denn, so betonte eines der Mädchen: Wir haben schließlich nur diese eine Welt.

Mit Sicherheit durfte ich angesichts ihrer Anliegen Hoffnung schöpfen, dass dort vielleicht eine Generation heranwächst, die die gängigen Prioritäten wieder in einen harmonischen natürlichen Einklang bringen.

Ich vergesse nie den Ausschnitt einer Fernsehreportage, in der Jugendliche nach ihrer Definition von Liebe befragt wurden.  Ihre Antworten zeigten Unwissenheit, Enttäuschung auf, denn das, was sie bezüglich dessen  über die Medien erfuhren- es stellte sie nicht zufrieden. Auch ihre persönlichen Erfahrungen- mal da eine Affäre- mal dort- hatten für sie- gefühlt- nichts mit Liebe zu tun.  Und dann kam abschließend der Aufruf der Moderatorin an alle Eltern: Lehrt eure Kinder, was es heißt, zu lieben!


Was ist das für ein Anspruch, wo wir doch kontinuierlich in die Richtung des Verstandesmäßigen getrieben wurden/ werden, während unsere innere Welt immer mehr verkümmert/e?  Doch nur dort ist das Gefühl der Liebe zu finden und Hans Kruppa betonte nicht ohne Grund: Das wahre Leben liegt in der Tiefe des Empfindens und nicht irgendwo an der Oberfläche des Verstandes.

Die Sängerin „Frida Gold“ hat diese Erfahrung machen müssen, als sie in der Glitzerwelt des Oberflächlichen vergebens nach sich und der Liebe suchte- keine einzige Affäre, kein materieller Reichtum, kein Ansehen hat ihre innere Sehnsucht  jemals stillen können. Sie suchte und suchte, bis sie eines Tages die erlösende Antwort fand: in der Liebe zu sich selbst als sprudelnde Quelle für ihr Lebensglück.

Es gibt, wollen wir ein erfülltes Leben führen, keine Flucht vor unserem wahren Wesen und wird der äußere Erfolg im Leben auch als das ultimative Ziel gesehen, so besteht das Hauptziel  für mich darin, dass wir lieben, was wir sind und genau das ungehemmt zum Ausdruck bringen! Und da dürfen wir dann aus gesunder Selbstachtung heraus einen dicken fetten Punkt hintersetzen, ohne uns zu fragen, ob wir denn so auch richtig sind. Wir müssen nicht passend sein für irgendwen oder irgendetwas, wir müssen nur uns gefallen und es gibt immer Menschen, die uns genau so mögen und verstehen, wie wir sind und die an uns glauben. Dafür wird von „Höherer Stelle“ in weiser Voraussicht ganz von allein gesorgt. Wir werden niemals allein gelassen!





Für mich gibt’s einen sehr schönen Wegbegleiter:

„Wohin du auch gehst, geh immer mit deinem Herzen!“

Konfuzius

Hier schließt sich auch die bekannte These an: Das wirklich Wesentliche im Leben ist eh nur mit dem Herzen zu erkennen oder vielmehr zu erspüren. Da liegt es nah: Wir müssen wieder berührbar werden für die Dinge und Schönheiten im Leben, die uns ein Seelenwohlgefühl bescheren. Das ist alles, was zählt- doch hat man uns in diese Wahrheit eingeführt?
Stattdessen würden eher Stimmen laut, die vorwurfsvoll sagen: „Das geht aber nicht, dass hier jeder seiner Freude nachläuft…wo soll das denn hinführen?“

 Ich denke, einen schöneren Zustand kann es gar nicht geben, als wenn jeder Mensch in allen Bereichen des Lebens „nur noch“ seinem Seelenwohlgefühl folgt.

Wie wohl fühlen wir uns in unserer beruflichen Tätigkeit? Empfinden wir sie als persönliche Erfüllung oder arbeiten wir nur des Geldes wegen?

Wie fühlt sich Partnerschaft an? Schenkt sie die Möglichkeit, zu wachsen und in unseren Farben zu blühen?

Wie wohl fühlen wir uns in unseren freundschaftlichen Bindungen?

Verbringen wir unsere Freizeit mit einem inneren Wohlgefühl?



Vernehmen wir zu jeder Zeit eine Seele, die sich vor Wohlgefühl streckt und räkelt? Ist das  nicht der Fall, dann stimmt da irgendetwas nicht und zumeist sind  die Ursachen in unseren alten Kindheitsmustern, bzw. Glaubenssätzen verborgen. Eine Seele nämlich beherrscht eines ausgezeichnet: Sie spricht immer im klarsten und ehrlichsten Sinne zu uns und ihre Stimme spricht die Wahrheit.


Die Seele weiß, was notwendig ist, um sich selbst zu heilen.
Die Herausforderung besteht darin, den Verstand zum Schweigen zu bringen.

Caroline Myss




Dass es nach so viel Zeit des Vorbeilebens nicht gerade einfach ist, den Verstand in seine Schranken zu verweisen, das ist mir bewusst. Doch können wir das, was unsere wahre menschliche  Natur widerspiegelt, auf ewig verdrängen, ohne krank zu werden? Das ist ein Kampf gegen unser eigenes Wesen, es ist ein Kampf gegen die Liebe. Für wen wollen wir ihn bestreiten? Nur, dass man uns draußen auf die Schulter klopft, weil wir so prima nach irgendwelchen Bildern und Ideen funktionieren? Sollen wir uns dafür selbst verlieren? Was für ein Preis, den wir da zahlen.






Vor Jahren schrieb ich mal folgende Weggedanken:


Nimm dich an und steh zu dir,
lass dich nicht verbiegen.
Nur wer ein starkes Rückgrat hat,
der wird am Ende siegen.

Nimm dich an, so wie bist,
musst nicht vollkommen sein
und wer da sagt, er sei perfekt,
bewahrt doch nur den Schein.

Nimm dich an,
sei voller Stolz-
DICH gibt es nur einmal-
geschnitzt aus dem besonderen Holz
bleibst du ein Original.

© Linda


Nein, ich selbst habe diese Wegstärkung nicht mitbekommen, doch das Wissen darum ist im Laufe der Jahre gewachsen, nachdem es mir halt gelang, die alten ausgelatschten Schuhe der Kindheit auszuziehen, um in denen zu laufen, die mir wirklich passten. Jeder von uns ist ein absolutes Unikat und  hat das uneingeschränkte Recht und die Würde, dieses Original zu leben- in allen Facetten. Und immer wird es gut und richtig sein- denn wir sind MENSCHEN und keine Funktionen in irgendeinem Schubladensystem für irgendeinen Zweck.


Nutze die Talente, die du hast.
Die Wälder wären sehr still,
wenn nur die begabtesten Vögel sängen.

Henry van Dyke




Nur das zählt im Leben, was du nicht zählen kannst-
nicht messen, nicht wiegen, nicht kaufen.
Es sind die kostenlose Dinge,
die das Leben bereichern.




Nur zu verständlich, dass man uns diese tiefe Lebenswahrheit seit jeher vorenthielt, denn damit ist ja kein Profit zu machen und wenn Menschen durch kostenlose Dinge ihre Zufriedenheit finden- das wäre ja ein Dilemma! Da ist ja nichts mehr dran zu verdienen!

Allerdings darf ich mittlerweile wirklich eines erkennen: Wer immer es schaffte, sich aus diesen Zwängen zu befreien, dessen Leben spricht wirklich von Einfachheit. Diese Menschen benötigen nur noch sehr sehr wenig Materielles, um glücklich zu sein, ob es nun der Mann im Wald ist, die junge Rancherin, die von Berlin nach Afrika ging oder die Auswanderer, die die Naturschönheiten Neuseelands zu ihrer neuen Heimat erkoren.  Aber sie sind glücklich, weil sie dem folgten, was die innere Stimme ihnen sagte Sie gingen dorthin, wo sie  tiefste Verbundenheit verspürten- in die Natur! Ich könnte auch sagen: Sie kehrten dahin zurück, wo sie als Kinder- gefühlt- schon einmal daheim waren- bevor man sie von diesem Gefühl der natürlichen Verbundenheit  abschnitt, um ihnen eine künstliche Schein- und Glitzerwelt als Ersatzheimat zu präsentieren.

Nur- wenn wir ehrlich sind- fühlten wir uns dort niemals richtig wohl…….denn Ersatz bleibt halt Ersatz, ist viel zu künstlich und darum hört ja auch das Sehnen niemals auf! Unbewusst wollen wir alle wieder zurück in diese andere Welt……..und darum hab ich mich so gefreut, dass die jungen Menschen es wie von allein erspüren, worauf es im Leben wirklich ankommt: gelebte Menschlichkeit, soziale Gerechtigkeit und eine „gesunde“ Welt, die uns allen noch lange erhalten bleibt. Und ich würde mich weiterhin freuen, wenn diese jungen Menschen eines Tages auch das wahre Wesen der Liebe kennenlernen, eine Liebe, die nicht vom Verstand gesteuert wird, sondern aus dem Herzen kommt

Eigentlich würde ein Hinweis schon genügen:


 „Gehe niemals weg von dem einzigartigen Menschen, der du bist!“



Vielleicht auch der Hinweis……… sich einfach mal Zeit zu nehmen für die schönen und wirklich wichtigen  Dinge im Leben, so wie es Elli Michler sieht:



Ich wünsche dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nutzt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben,
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf die Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und die Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler


*Linda*

Montag, 3. Juli 2017

Auf der Suche nach festem Boden…..







Auf der Suche nach festem Boden…..


Irgendwie bevorzuge ich  Lebensweisheiten recht lebenserfahrener Menschen, weil ich so die Möglichkeit erhalte, deren Aussagen mit dem abzugleichen, was in mir an Erfahrung heranwuchs. Dabei lass ich mich gern eines Besseren belehren- doch in den meisten Fällen vermag ich ihren Erkenntnissen zuzustimmen.

 Friedrich Nietzsche vertrat z. B. folgende Ansicht:

„Wer fliegen will,
muss zuerst mit beiden Beinen
auf festem Boden stehen.“

Friedrich Nietzsche


Diesbezüglich erinnere ich mich an eine Lebensphase, in der ich absolut nicht wusste, wie man denn so eine Flugfähigkeit erlangt. Ich war zwar bestrebt, es zu erlernen, aber niemand konnte mir sagen, wie das geht! Gut, da waren zwar Menschen, die sich damit brüsteten, mit beiden Beinen voll im Leben zu stehen- aber irgendwie schienen auch sie vom fliegenden Zustand weit entfernt zu sein! Fliegen, das hatte für mich etwas von Unbeschwertheit, Leichtigkeit, Fröhlichkeit- verbunden mit dem Ausruf: „Das Leben ist so schön!“……doch wohin ich mich auch orientierte- ich wurde nicht fündig.

Doch eines Tages, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, denn ich kam der Lösung auf die Spur! Ich konnte das Fliegen gar nicht erlernen, einfach aus dem Grund, weil ich Zeit meines Lebens auf dem falschen Boden stand! Er war nämlich von seiner Beschaffenheit eher wie ein Sandboden, auf dem ich gar keinen Halt fand- ständig rutschte ich weg.

Dann machte ich mich auf die Suche, um eine Bodenbeschaffenheit zu finden, die wirklich Stabilität versprach, denn ich wollte unbedingt das Fliegen lernen! An dieser Stelle  bin ich meiner Mutter  sehr dankbar, dass sie mir in meinen Rucksack drei Dinge packte, die mich  immer begleiteten: Da war der Glaube an Gottes sichere Führung, eine immerwährende Hoffnung und als Größtes die Liebe. Heute sage ich: ein fester Boden unter den Füßen, dazu noch der Glaube, die Hoffnung und  Liebe im Gepäck, sind ideale Voraussetzungen, um das Fliegen zu lernen.

Doch in dieses Wissen musste ich Erfahrung für Erfahrung erst hineinwachsen und es war ein sehr schmerzhafter langwieriger Wachstumsprozess. Das lag aber auch daran, dass ich mich total neu orientieren musste! Schließlich suchte ich immer noch den für mich passenden festen Boden!

Zum Glück ließ sich eine leise Stimme vernehmen, die mir dazu riet:


 „Fang doch mal bei deiner Suche IN DIR selbst an und schau, was da alles so verborgen ist! Jeder kann sein Leben nämlich nur aus dem Holz schnitzen, das er von Gott mitbekommen hat.“

Dieser Hinweis wurde für mich zum Schlüssel für das Schatzkästchen des Lebens, denn mir ist heute mehr als bewusst: Nur die Kenntnis über die Beschaffenheit unserer inneren Seelenlandschaft ist Wegweiser in ein glückliches Leben! Nichts im Außen wird uns jemals den Weg aufzeichnen können. Etwas Individuelleres als unser Innenleben gibt es nicht und nur danach will und kann sich unser gesamtes!!!! Leben ausrichten.

Allerdings war es mir zuvor nicht bewusst, doch es heißt nicht ohne Grund:

„Der Schmerz individualisiert.“

Hebbel

Ich bin ja so ein Schmerzbefürworter geworden, weil uns nichts schneller wachsen lässt, als jede Leiderfahrung. 1000 Worte können nicht bewirken, was eine schmerzliche Erfahrung hervorzubringen weiß. Jede Erfahrung ist eine bewusst gewordene Wahrnehmung, schenkt eine neue positive Einsicht. Darum steh ich dem Schmerz so dankbar gegenüber! Schmerz für Schmerz durfte ich nämlich in die richtigen Wahrheiten finden- das ablegen, was mich über Jahre so beschwert hatte! Im Grunde sorgt der Schmerz von allein dafür, dass wir zum einen den festen Boden unter den Füßen erhalten- und zum anderen flugfähig werden.

Ja, der Schmerz hat mich total individualisiert und mir zu verstehen gegeben, dass nur ich allein die Verantwortung für mein Wohl oder Wehe trage. Es gilt nämlich, für sich herauszufinden, was sich stimmig ANFÜHLT, was für einen selbst passend und tragbar ist- ohne auch nur im Geringsten Orientierung im Außen zu suchen. Diese Welt IN UNS, sie ist eine Welt für sich und verdient allerhöchste Wertschätzung. Nur aus dieser Mitte heraus wird es möglich sein, das eigene Leben zu gestalten- immer unter Einbeziehung der ganz persönlichen Lebensgeschichte, der  Bedürfnisse, Möglichkeiten, aber auch Begrenzungen.

Führe ich mir diese gewachsene Wahrheit vor Augen, dann wird mir immer klarer, warum ich in der oberflächlichen Welt niemals diesen festen Boden finden konnte, der mir, als der Mensch, der ich bin, einen sicheren Stand versprechen sollte. Stattdessen sah ich mich aufgefordert, etwas zu leben, zu verwirklichen, was ich gar nicht erfüllen konnte- nur- weil es irgendein allgemeingültiges Ordnungssystem so vorgab. Soll ich mal ganz böse sagen: Eigentlich ließ man mich ins offene Messer laufen …und keiner war da, der mich davor bewahrte!

Ich ging voll der guten Hoffnung in meine Ehe- im Kopf das Bild  einer heilen Welt- von einer harmonischen Familie mit ganz viel Sonnenschein – wollte eine gute Mutter , Hausfrau, Partnerin sein…..leider brachte ich die Voraussetzungen gar nicht mit, um dieses überhaupt verwirklichen zu können. IN MIR, da war nämlich keine heile Welt, da war Unordnung hoch fünf- da rief mein verletztes Kind nach Aufmerksamkeit und Heilung! Und da ich weiß, dass es vielen Frauen nicht anders erging und heute teilweise immer noch so ergeht, vermag ich durchaus nachzuvollziehen, warum es  viele unglückliche Ehen gibt, warum Ehepartner sich  am Ende eines langen Lebens  eingestehen: Eigentlich hab ich immer an mir , meinen Bedürfnissen und meinen wahren Gefühlen vorbeigelebt, so geschehen, weil die innere Welt verschlossen blieb.

Nein, ich bin kein Gegner der Ehe, doch ich würde heute weitaus später heiraten, um zuvor  den festen Boden unter den Füßen zu bekommen, um der verantwortungsvollen Aufgabe als Mutter und auch als Partnerin überhaupt gewachsen zu sein. Was konnte ich an meine Kinder an Lebenswahrheiten weitergeben? Was wusste ich schon über das Wesen der wahren Liebe? Ich liebte mich ja selbst nicht und folglich, so begriff ich viel viel später, war ich auch  nicht in der Lage „wirklich“ zu lieben. Und aufgrund meiner mangelnden Lebenserfahrung konnte ich damals nur eines tun:  Ich gab das an Wahrheiten weiter, was ich von meinen Eltern übernommen hatte! Das Ende vom traurigen Lied: Es bleibt ein ewiger Kreislauf….von alten Überzeugungen, fest zementierten Glaubenssätzen……..und alles auf sandigem Boden!


 

Hier fällt mir der Spruch von O.W. Fischer ein:


„Der Mensch, der aus allen Wolken fällt,
entdeckt zu spät,
dass er keinen Fallschirm hat.“

O.W. Fischer


Sicher, „sie“ haben uns schon immer das Glücksparadies auf Erden versprochen, „Sie“ sagten uns, nach welchen Klischees wir unser Leben gestalten sollten. Da war der verheißungsvolle Duft des materiellen Wohlstandes, die Anerkennung im Außen- das perfekte Bild von Familie, einem schicken Häuschen, unterzeichnet mit dem Vermerk: Prima, Lebensziel erreicht- Leben verstanden!


Verstanden hab ich dieses Leben erst viel viel später…….nachdem ich recht schmerzhaft  mehrmals aus diesem künstlich erschaffenen Himmel fiel……und irgendwann begriff: DAS kann nicht der Sinn von Leben sein! Meines ist es- GEFÜHLT- jedenfalls nicht, denn irgendwie bleibe ich als der individuelle Mensch, der ich bin, auf der Strecke.Ich bin zwar mit dem Verstand dabei- aber nicht mit meiner Seele.

 Da ist nämlich nichts, was uns wirklich hält, was uns konstante Sicherheit verspricht- denn ohne Liebe, ohne ein Gefühl des Daheimseins in uns selbst, da wird das nichts mit einem glücklichen Leben.

Neulich hab ich so überlegt, was wirklich wichtig wurde in meinem Dasein als seelenorientierter Mensch. Ich stellte fest, dass ich den Lebenskreis von Einsicht zu Einsicht immer kleiner zog. Ich wollte dem Kern des Lebens auf die Schliche kommen. Erstaunlicherweise oder eigentlich auch nicht, blieb da ein einziges Wort stehen: Es war und ist die Liebe! Mehr „Fallschirm“ braucht es nicht für ein erfülltes Leben.


Man mags nicht glauben, aber die Liebe ist Antwort auf ALLES!

Es beginnt bei der gesunden Liebe zu uns selbst, angereichert mit einem hohen Maß an Selbstachtung, Selbstverwirklichung, der liebevollen Umarmung unserer Schatten und der Annahme des  verletzten Kindes in uns…

weitet sich dann aus als wertschätzende bereichernde Begegnung auf Augenhöhe mit anderen…

geht dann über in die Liebe zur Natur und zu allem, was uns umgibt…….



Und eh wir uns versehen, werden wir genau das Leben führen, was wir ganz leis in uns immer schon ersehnten- übrigens zur großen Freude unserer Seele!!!!!!!



Ein Leben im Frieden mit uns selbst und anderen…

ein Leben in Freude, Leichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Farbenvielfalt…

ein Leben, das von persönlicher Erfüllung spricht…

ein Leben, das ENDLICH unseren persönlichen Namen trägt.


Dann wird’s nämlich auch was mit dem Fliegen! Dann sind wir leicht genug!

Es ist verständlich , warum ich  heute noch mit Dankbarkeit auf meinen Reiseproviant“ Glaube, Hoffnung und Liebe“ blicke, denn festzustellen, dass ich ihn von Kindheit an bis heute immer wieder hervorhole, ist schon eine besondere Erkenntnis. Er verliert einfach nicht an Bedeutung, ich sag sogar- er wird immer unentbehrlicher! Ohne meinen tiefen Glauben an Gottes Führung, ohne meine immerwährende Hoffnung und ohne Wissen um die unermessliche Kraft der Liebe hätte ich den Weg nicht gehen können! Glaube, Hoffnung und Liebe sind einfach die besten Wegweiser durchs Leben und haben sich zudem als sichere Fallschirme  bewährt! Da kann ich meine gewachsenen Wahrheiten drehn und wenden, wie ich will, es wird sich nichts dran ändern!  Eines kann ich vielleicht noch hinzufügen und das ist mein unerschütterliches Vertrauen ins Leben, weil ich erahne, dass es uns alle sehr weise führt und wie könnte es anders sein- natürlich in die wahre Liebe hinein.

Ja, Leben ist sehr viel daran gelegen, dass ein jeder von uns das Fliegen lernt……und wenn wir  auf seine Zeichen achten, dann erspüren wir die liebevolle Absicht hinter jedem Schmerz, in jeder Unzufriedenheit, jedem Gefühl der inneren Leere- ach, eigentlich hinter allem, was so in unser Leben kommt, denn ohne Sinn ist gar nichts- ob  Umstände oder  Menschen Alles kommt eigens hereinspaziert mit der Bitte um ein „Ja“ zu uns selbst.

Es geht nämlich endlich wieder zurück in die Fülle und vielleicht sagen wir dann irgendwann voller Freude:

„Ja, es ist wunderschön hier auf Erden, denn ich lebe so, als würde es nur die Liebe geben und mehr brauche ich gar nicht, um glücklich zu sein, als der! MENSCH, der ich bin!“

*Linda*

Sonntag, 2. Juli 2017

Was wählen wir: Hoffnung oder Angst?





Was wählen wir: Hoffnung oder Angst?




„Wir wählen Hoffnung statt Angst.
Wir sehen die Zukunft nicht als etwas außerhalb unserer Macht,
sondern als etwas,
das wir zu etwas Besonderem formen können-
durch gemeinsame und gesammelte Anstrengungen.“

Barack Obama



Da entdeckte ich vor ein paar Tagen diese Worte von Barack Obama und dachte spontan:
Ja, genau das! ist der Anspruch, den dieser spürbare Wandel der Zeit an uns stellt! Ohne Frage, unsere Gesellschaft befindet sich im Umbruch und es ist nun an uns, diese Zeichen der Zeit anzunehmen und in unser Bewusstsein zu integrieren.

Wir haben nämlich die Wahl, wohin wir uns ausstrecken! Wählen wir die Angst vor der Zukunft, gehen wir in Abwehrstellung oder schauen wir voller Hoffnung und Zuversicht in eine neue Zeit, die die Möglichkeit schenkt, uns aus alten Denkschachteln, bzw. Verhaltensmustern oder gar aus uns selbst zu befreien?

Phil Bosmans hat einmal seine Vorstellungen diesbezüglich geäußert, indem er darlegte: Was uns fehlt, ist eine neu gelebte Menschlichkeit und eine Gesellschaft mit Herz, in der jeder Einzelne seinen Platz findet- egal, wo er herkommt, was er ist und was er hat. Für mich als seelenorientierter Mensch ist es heute wichtiger denn je, dass der Mensch sich seiner Einzigartigkeit bewusst wird- raus aus der Masse und rein in die Individualität.


Dieses Schubladendenken, es hat ausgedient, denn unsere Seelen rebellieren, weil sie ohne diese 100% ige Treue zu uns selbst regelrecht ersticken. Eine Seele mit ihren Bedürfnissen passt nämlich in keine einzige Schublade hinein, sie liebt die Freiheit und möchte sich so entfalten, wie es ihr entspricht. Jeder von uns ist ein absolutes Unikat. Es gilt also, sich zu seiner Einzigartigkeit zu bekennen und somit auch zur Andersartigkeit, denn nur wer sich dies zugesteht, der vermag er selbst zu sein und sein glückliches Leben zu führen.

Sich selbst leben und andere leben lassen, das ist für mich die Grundhaltung der „neuen“ Zeit. Begegnungen auf Augenhöhe, egal, ob wir uns mit der Lebenshaltung/ Lebensanschauung der Anderen anfreunden können. Jeder von uns möchte doch auch so akzeptiert werden, wie er nun mal ist.

Und eines dürfen wir niemals vergessen: Im Kern, da sind wir eh ALLE gleich- alle gleich sensibel, verletzlich und absolut liebenswerte MENSCHEN. Da trennt uns auch kein Glaube, keine Kultur, kein Titel, keine Hautfarbe, kein Besitz, kein Machtmonopol, keine andere Art zu lieben. Es trennt uns höchstens dieses Schubladendenken voneinander und das fehlende Wissen um unsere innere Schönheit, das man uns von Kindesbeinen vorenthielt. Wären wir uns alle von jeher bewusst gewesen, wie schön und vollkommen wir eigentlich innen drin sind- dass wir den Kern der vollkommenen Liebe in uns tragen- dann würden wir heute nicht unter den Folgeerscheinungen leiden. Dann wären wir wie selbstverständlich fähig, ein urteilsfreies tolerantes Miteinander zu leben, weil wir merken: Es trennt uns im Kern rein gar nichts voneinander!

 Leben ist so nett und schickt uns die Herausforderung, wenn wir jenen Menschen begegnen, die anders sind als wir selbst. Ja, sie sprechen eine andere Sprache, haben eine andere Kultur, sehen anders aus- doch auch sie sind Menschen wie wir- fühlen wie wir fühlen und tragen wie wir den Kern der Liebe in sich. Und lachen tun wir eh alle in der selben Sprache.



 Was macht es mit einem Menschen, der sich Zeit seines Lebens dieser Schönheit, seiner wahren Natur  nicht bewusst werden darf? Da wühlt es in uns- da ist Wut, Frust, Unzufriedenheit, innere Leere- denn etwas nicht auszuleben, was nach natürlicher Entfaltung ruft- das muss auf Dauer krank machen.

Doch zum Glück lässt sich unsere Seele von all dem nicht einschüchtern und ist recht eifrig bemüht, sich durchzusetzen. Sie fühlt sich nur wohl, wenn sie aus ganzer Seele lieben kann- ohne jede Bedingung, weil diese Liebe sich „nur“ verschenken möchte, sonst nichts. Das ist unsere wahre menschliche Natur und darum trifft der Satz zu:

Wir sind hier auf Erden, um endlich wieder lernen- wahrhaft zu lieben oder uns vielmehr daran zu erinnern, was es heißt- aus der Seele zu lieben und nicht aus dem Verstand!

Nur die Seele weiß nämlich, was es heißt, zu lieben.

Sehr gern beziehe ich aktuelle Entwicklungen in meine Überlegungen mit ein, weil es einfach passt. Ich beziehe mich dabei auf die so ganz andere Beziehungsart der gleichgeschlechtlichen Paare und deren Wunsch nach Gleichstellung und Anerkennung in dieser Gesellschaft. Wie sieht es mit dieser Anerkennung aus, wo doch so viel Andersartigkeit ersichtlich wird!? Sie polarisieren, das wurde mir klar und doch haben auch sie das uneingeschränkte Recht, auf ihre Art zu leben und zu lieben. Wer will denn  einem Menschen vorschreiben, wie er zu fühlen hat, was richtig oder falsch ist, was normal ist? Eine Seele, die liebt, kümmert es wenig, was normal ist oder was der Verstand für richtig hält, denn wahre Liebe hat mit allem Verstandesmäßigen rein gar nichts zu tun. Die wahre Liebe ist immer „nur“ in der Seele daheim.



Ein Politiker verknüpfte neulich den spürbaren Wandel in dieser Zeit mit dem Entstehen einer lebendigen Gesellschaft. Dieser Aussage schließe ich mich an, weil ich denke, dass wir alle aufgefordert sind, diesem festgefahrenen Schubladendenken zu entsagen. Weg von diesem “was man tut“- was „man nicht tut“- was normal ist- weil es diese Normalität einfach nicht gibt, so wenig wie es die! eine Wahrheit für alle gibt.. Dazu sind wir zu individuell und folglich sind auch unsere Wahrheiten absolut persönlich.

Für mich lautet der Ruf dieser Zeit,  sich ohne Wenn und Aber zu seiner Einzigartigkeit zu bekennen, um im Gegenzug auch die Einzigartigkeit des Anderen respektieren zu können. Nur so kann ein ehrliches authentisches würdevolles Miteinander gelebt werden.



 Diese Haltung  lässt uns offen werden für ein neues Sehen, Verstehen, Fühlen, Denken und Handeln- bringt Bewegung in das gesellschaftliche Miteinander. Darum ist es für mich verständlich, wenn so vieles Altes fortbricht- aber es wird nur das verschwinden, was mit der wahren menschlichen Wahrheit nichts zu tun hat.

 
Diese „neue“ Zeit schenkt uns die Möglichkeit, endlich wieder zu uns selbst zurückzukehren. Als Seelenmensch sag ich: Wir dürfen unsere Seelen wieder zurückerobern, weil wir die Möglichkeit erhalten, endlich das zu leben, was in der Tiefe nach Entfaltung ruft. Es ist und bleibt die Liebe als das Höchste und Wertvollste, das wir in uns tragen! All das Künstliche wird sich verabschieden, weil es uns nicht widerspiegelt und niemals tat. Es ruft nach unserem authentischen einzigartigen Menschsein- dürfen…….nach schwach sein- unvollkommen sein- verletzlich sein- fehlerhaft sein- unperfekt sein- anders sein dürfen…….in dem Wissen, trotz allem   liebenswert und wertvoll zu sein!

Mit Sicherheit muss ein Umdenken stattfinden, denn wir sind nun mal nicht unser Verstand- wir sind unsere Seele und es kann nur ein Leitprinzip gelten:


„Was macht die Seele glücklich?“

Das ist alles, was zählt und umsetzbar in allen Lebensbereichen.


Wenn Heranwachsende nicht wissen, was Liebe ist – dann liegt es doch nur daran, dass sie mit der Liebesquelle IN SICH nicht verbunden sind- weil sie gar nicht wissen, dass die wahre Liebe nur dort ihren Anfang nimmt.. Tragisch wird es dann, wenn sie ohne dieses Seelenbewusstsein in den Ehehafen einkehren und ständig auf der Bühne der Anerkennung, des Gefallenwollens- der Existenzsicherung- den Verstand füttern. Was macht es mit einer Ehe, wenn die Seelen nicht atmen oder blühen dürfen und stattdessen den Anweisungen des Verstandes unterliegen?

Da kommt dann so etwas bei heraus wie das Pärchen in der Perfektionsschleife, das voll des guten Gefühls Tag für Tag unermütlich eine wahnsinnige Leistung abruft und die zärtliche Liebe zueinander ins Abseits stellt. Und dann kommt der Tag, an dem sich beide fragen: Haben wir eigentlich wirklich gelebt oder wurden wir von unseren alten Kindheitsmustern gelebt? Diese alten Rollenmuster sind etwas Fatales, weil es ohne das richtige Bewusstsein kein Entrinnen gibt! Wir kennen ja nichts Anderes seit der Kindheit und waren von daher immer in dem Glauben, es wäre völlig O.K. Schließlich wurde es uns ja so vorgelebt.

Nachdem auch ich in der Ehe  in diese Falle tappte, änderte sich meine Sichtweise,  weil ich weiß, dass ohne Seelenwohlgefühl kein erfülltes Leben möglich sein wird. In dem Buch „Gespräche mit Gott“, da erzählt Neale Donald Walsch dem Leser von dem Eheversprechen, das er seiner Frau Nancy gab. Dieses Versprechen, es könnte der neuen Zeit angeglichen sein, denn es gibt Antwort auf die Frage:

Was ist der tiefe Sinn dieser Ehe?

Geht es  darum, ein möglichst sicheres Leben zu führen- sich gemäß des gängigen Ordnungssystems-  sein Haus- seinen Status- seinen materiellen Besitz  gemeinsam zu erarbeiten, um am Ende des Lebens voller Stolz auf diesen äußeren Reichtum zu blicken?

Nein- in dieser Beziehung von Neale Donald Walsch und seiner Frau Nancy geht es um etwas ganz Anderes! Neale Donald Walsch sieht seine Frau nicht nur als Ehefrau, sondern auch als Freundin,  Geliebte,  Partnerin, als Gefährtin auf einem gemeinsamen Weg und der führt gewiss nicht in den finanziellen Reichtum oder das Ansehen des Umfeldes.

Dieser Weg beschert beiden den inneren Reichtum, weil sie  unterwegs sind, um die gottgegebene innere Schönheit zum Erblühen zu bringen- weil sie gemeinsam die schönste Version ihrer selbst erschaffen möchten, weil sie das Geschenk der Liebe zueinander jeden Tag aufs Neue zum Ausdruck bringen - voller Dankbarkeit, zueinander gefunden zu haben.

Ich denke, hier wird klar, dass es nicht darum geht, sich in der Beziehung zu verlieren,  sondern einander höchste Bereicherung zu sein für ein wahrlich erfülltes Leben- an einem Ort der Liebe, des Miteinanderteilens, des Füreinanderdaseins- des Verstehens- der Freude.

Ich vermochte all dies nachzuvollziehen, weil ich heute der Ansicht bin: Dieses Leben wünscht sich von uns nichts mehr, als dass wir in das Bewusstsein finden, eine Schönheit in uns zu tragen, die sich in vollem Maße entfalten möchte- die  halt unvergleichlicher Ausdruck unserer Einzigartigkeit ist. Einzigartigkeit liest sich auf den ersten Blick nach Vollkommenheit, doch für mich gehört auch alles Verworrene, Zerbrochene, Unvollkommene, Zweifelhafte  in uns dazu- nicht zu vergessen, dieses verletzte traurige enttäuschte wütende Kind von einst- mitsamt unserer  Lebensgeschichte. Alles das, sind wir – gewiss nicht perfekt und doch wunderschön einzigartig!



„Wir wählen Hoffnung statt Angst.
Wir sehen die Zukunft nicht als etwas außerhalb unserer Macht,
sondern als etwas,
das wir zu etwas Besonderem formen können-
durch gemeinsam und gesammelte Anstrengungen.“

Barack Obama

Ich denke, die Haltung von Barack Obama passt auch hier sehr gut, denn wenn wir dieser Hoffnung mehr Gewicht verleihen als der Angst, dann sind wir auf einem guten Weg. Das, was wir aus unserem Geschenk des Lebens machen, das liegt allein in unserer Hand. Es ist vielleicht nicht immer so leicht, aber es lohnt sich, weil das, was wir dann finden, etwas für die Ewigkeit ist- das kann uns keiner mehr nehmen.

*Linda*