Sonntag, 23. Oktober 2016

„Der Stein lebt!“









„Der Stein lebt!“


Es gab auf meinem Weg so einige dieser sogenannten Lichtmomente, doch einer wurde für mich besonders wichtig, weil er mir ein hohes Maß an Gelassenheit schenkte. Irgendwann kam ich nämlich zu dem Schluss: Das, was für mich von „höherer Stelle“ vorgesehen ist, das kommt ohne mein Zutun ganz allein ins Leben- ich brauch gar nicht zu suchen- es findet mich sowieso und das zur exakt richtigen Zeit! Mit zunehmendem Erfahrungsschatz vertraue ich immer stärker darauf, dass es diesen ganz bestimmten Aufgabenplan einer jeden Seele gibt, mit dem Ziel, all das Dunkle in uns zu erlösen, um uns letztendlich in unserem Licht der wahren Liebe zu erfahren .Ich weiß- es ist alles nur meins- doch es ist das bisherige Resultat meines gelebten Lebens.


So befand ich mich irgendwann in der Haltung , um zu sagen: Ich verneige mich voller Dankbarkeit vor diesem so weisen Leben, weil es mir vom Verstand her niemals gegeben sein wird, die wahre Wirklichkeit hinter all dem Scheinbaren auch nur annähernd zu verstehen. Es zeigt sich immer wieder, dass unser bester Reisebegleiter das Vertrauen ist- das Vertrauen und die Zuversicht, dass ALLES, was- wann- wie es geschieht, stets zu unserem Wohle sein wird. Gut, wir tun so vieles als banalen Zufall ab- doch in Gottes Welt gibt es keinen Zufall! Nicht eine Situation in meinem Leben war bisher ohne Sinnhaftigkeit, was spontan dazu aufruft, recht achtsam durch den Tag zu gehen, um all die Geschenke zu erkennen! Ja, ich spreche grundsätzlich nur noch von den Geschenken des Lebens an mich- auch wenn sie aufgrund des enthaltenen Schmerzes nicht immer mit bunten lustig gepunkteten Glücksbändern geschmückt sind!
Ehrlich gesagt und im Rückblick auf Erlebtes waren es gerade die dunkelsten „Präsente“, die mich auf der Treppe des Bewusstseins eine oder sogar zwei Stufen hochklettern ließen! Dann, wenn der Schmerz am größten war- die Nacht am dunkelsten- dann strahlte auch das Licht der Erkenntnis am hellsten!


„ Man sieht alles ein bisschen klarer mit Augen, die geweint haben.“
Marie von Ebner Eschenbach


„Nur durch die Tränen
sehen die Augen
die Schönheit des Himmels.“
Von unbekannt

„Es ist die Nacht, die uns zu den Sternen erhabt!“
Von unbekannt

Des Menschen Natur entspricht es  üblicherweise nicht, bewusst mitten im Schmerz stehen zu bleiben- hautnah zu spüren, wie weh es tut- und doch sehe ich aus heutiger Sicht keine Alternative. Bin früher oft genug vor jedem Unwohlsein davongelaufen- doch es bleibt eine Flucht ohne Ende, weil da eine Wahrheit ist, die nach Gehör ruft. Je tauber wir uns stellen, umso lauter wird sie rufen! Sie muss es tun, weil es nämlich unsere tiefste Seelenwahrheit ist, die wir aus gegebenem Anlass  irgendwann „ unter einem Stein im Garten verbuddelten“!! 


Ich füge nun einen Text ein, der in  mir, je mehr ich ihn mit Bildern versah, ein unangenehmes Frösteln erzeugte. Auch wenn ich mich mit der Thematik genügend auseinander setzte- eigentlich weiß, was da damals passierte, als man uns nicht so haben wollte wie wir waren…



Doch der Stein lebt!



„Der Stein lebt!

Manche Wünsche haben wir in der Kindheit begraben-

still unter einen Stein gelegt.

Lange Zeit haben wir den Stein noch heimlich besucht,

bis wir die Wünsche und den Stein endlich vergaßen.

Eines Tages aber kommen wir zufällig

an dieser Stelle im Garten vorbei

und entdecken:

Der Stein lebt, Moos und Gras wachsen darauf…..“

Von unbekannt


Weil es gerade in mir ruft, lasse ich jene Vorstellungen, die mir beim Lesen so kamen, mal bildhaft werden und sehe uns als jene Kinder, die schon recht früh begreifen mussten- dass sie irgendwie nicht richtig waren in ihrem spontanen kindlichen Fühlen, Denken und Handeln. Wir wussten damals nicht, wie das Leben so funktioniert. Es blieb uns nichts Anderes übrig, als der Weltanschauung der Erwachsenen zu folgen. In unserem kindlichen Vertrauen und dem Status der „Liebes-Abhängigkeit“ erklärten wir alles für wahr, was uns erzählt oder vorgelebt wurde, einschließlich ihrer Vorstellungen über uns selbst. Oh ja, wir taten alles, um ihre Zuwendung, Bestätigung, Wertschätzung, Aufmerksamkeit zu erhalten! 


Da uns niemand auf die Wichtigkeit hinwies, zu jeder Zeit unsere innere Schönheit und damit unsere Einzigartigkeit zu bewahren, erklärten wir sie für nicht relevant……. und – ich bin jetzt mal ganz klar im Ausdruck……verbuddelten sie halt unter diesem Stein! Ehrlich gesagt, hat genau diese Vorstellung in mir Gänsehaut ausgelöst- denn radikal beschrieben waren wir als Kinder dazu aufgerufen, unsere von Gott geschenkte Natur in der dunklen Erde unseres kleinen Lebensgartens zu vergraben! Wir nahmen somit Abschied von unserer Seele, von unserem inneren Erleben, denn da draußen standen „sie“ schon voller Erwartung, um uns zu in den Einheitsstrom der Masse zu integrieren, so wie man es auch mit ihnen gemacht hatte!


Ohne Frage, für uns Kinder verlief alles im absolut richtigen Rahmen- denn unsere Mitgliedschaft in der Masse schenkte auf eine Art auch ein hohes Maß an Sicherheit. Wir taten, was alle so taten und hegten keine Zweifel daran, dass es fragwürdig sein könnte! Jetzt komm ich und sage: Im Grunde setzten wir uns so was wie ein Maske der Normalität auf, erlernten irgendwelche Regeln, Grundsätze, Vorstellungen, Strategien,  atmeten Lebensbilder ein, die sich andere für uns ausgedacht hatten! Denn wenn uns etwas fehlte, dann der Bezug zu unseren persönlichen Lebenswahrheiten- denn die lagen ja unter dem Stein!


Als ich mich während meiner Reise in dieser Art von Kokon befand- da hätte ich mit  Andreas Bourani konform gehen können, der da sang:


Wir müssen atmen, wieder wachsen-
bis die alten Schalen platzen.
Wo wir uns selbst wieder begegnen-
- da fallen wir mitten ins Leben!

Es hätte  auch die Textpassage von Unheilig prima gepasst:


„Wir warn geboren, um zu leben
mit den Wundern dieser Zeit-
uns niemals zu vergessen
bis in alle Ewigkeit!“

Woher auch immer dieses stille Wissen seinen Ursprung hatte, intuitiv spürte ich 2011, dass mein neuer Weg genau richtig war. Zum ersten Mal fand ich den Mut, mich aus der Masse, wie dem Massendenken-/ handeln zu entfernen und meinen ganz eigenen Weg einzuschlagen- nicht, wie ich ihn mir erdachte, sondern so, wie ich ihn ERFÜHLTE! 


Irgendwann, da las ich einmal, dass es in jedem von uns trotz allen Vorbeilebens  ein ganz leises Urwissen gibt, das uns erzählt, ob das, was wir da leben und so selbstverständlich als unsere Wahrheit annahmen, wirklich unsere persönliche Wahrheit ist! 


Genau diese Konfrontation war für mich damals der Auslöser, um den Weg zu beschreiten! Alles begann  damit, dass man mir in der Phase der größten Zerrissenheit die Frage stellte: „Na, ist das, was du da so erzählst und lebst, wirklich deine tiefste Wahrheit?“ Ich weiß noch- in dem Moment brach förmlich alles das zusammen, was ich über Jahre so mühsam versucht hatte, aufrecht zu erhalten! Ich wusste aber auch: JETZT oder nie- denn jede weitere Selbstlüge würde mein Chaos noch chaotischer werden lassen. 


Und dann geschah dieses kleine Wunder, denn mit meinem „Ja, ich will den Weg gehen! “ öffneten sich plötzlich Türen in eine neue Welt und hinsichtlich der Sache mit dem Stein hab ich zum ersten Mal seit der Kindheit wieder die Möglichkeit gehabt, zu erkennen, was ich da eigentlich einst an Schätzen verbuddelt hatte. Der Stein begann auf einmal lebendig zu werden!



Ich höre den Klang längst vergessener Lieder.
Mein Herz erinnert sich.
Wissend holt es sich zurück,
was es immer schon wusste.

© unbekannt


Es ist mir bis heute nicht möglich, das Gefühl umfassend  in Worte zu fassen, welches ich beim Eintritt in diese so andere Welt empfand. War zuvor in meinem Leben alles lediglich in den Tönen schwarz und weiß vertreten- mein Leben ein einziger Kampf ums Überleben, leer und sinnlos- so schien ich nun in eine Welt einzutreten voller Farben, Licht,Wärme, Geborgenheit, Leichtigkeit!

Doch- eines weiß ich noch! Ich spürte: Hier bin ich schon einmal gewesen- es ist mir alles so vertraut, als wäre ich daheim! Meine innere Leere war fort- ich fühlte mich aufgehoben, beschützt und so unendlich gewärmt!

Ich denke, es ist zu verstehen, warum ich mich voller Dankbarkeit vor diesem Leben verbeuge- denn mir war irgendwann klar: ich musste den Weg des Schmerzes in all seinen Etappen gehen, durch all das, was ich NICHT war, um überhaupt irgendwann diese „Eintrittskarte“ in diese andere Welt erhalten zu können. Denn meine Reise war definitiv „nur“ eine Rückreise zu mir selbst- zu all dem, was ich einst im Garten aus meiner Not heraus unter dem Stein vergraben hatte. 


„Wir kommen nicht darum herum,
uns auf der tiefsten Ebene mit unseren Schatten zu konfrontieren-
auf jedes Stückchen Zerbrochenheit zu schauen-
aber unter dem Felsen der Zerbrochenheit
liegt unsere Lebensfreude und unermessliche Lebenskraft.“

© unbekannt



2011 war mir allerdings noch nicht so klar wie heute,  dass ich  völlig unbewusst dem Geheimnis und Sinn allen Lebens sehr viel näher gekommen war! Später, da erzählten mir entsprechende Texte, Erfahrungen lebenserfahrener Menschen, dass genau dieses Ankommen  in der „vergessenen“ Welt unserer Kindheit das Ziel jeder Lebensreise ist.


Darum passt der Satz: „Am Ende unserer Reise werden wir dort stehen, wo alles einst begann!“

Es ist verständlich, dass mich die folgende Passage sehr erfreute:


„Menschen suchen unbewusst den großen Strom,
der sie in den Hafen trägt,
wo sie für immer geborgen sind-
ein Hafen voller Licht, Wärme, Liebe und Geborgenheit.“



„Wir sind Zeit unseres Lebens unterwegs, um das Ideal zu suchen,
das Gott in uns hineingelegt hat!“


„Bei allem, was der Mensch tut,
sucht er sich immer nur selbst!“


"Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde.
Das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause."

(Demokrit)


„Wir Menschen sehnen uns immer. Und das Hauptziel der Sehnsucht heißt Geborgenheit.“
Rainer Kaune


Egal, welchen Spruch ich nehme- jeder bezieht sich immer und immer wieder auf den einen Sinn: auf das Ankommen IN UNS selbst!

Ich erinnere mich gerade an ein kleines Gedicht, das ich vor meiner „Reise“ verfasste und auch hier packte ich  Sehnsuchtsgedanken  mit hinein:



Mein Kind, ach könnte ich die Welt mit deinen Augen sehen!
Wie viel Neues und Aufregendes würde ich entdecken!
Ich hätte gewiss den Mut zum Träumen
und an kleine Wunder zu glauben!


Mein Kind, ach könnte ich die Welt mit deinem Vertrauen betreten!
Wie viele  verschlossene Türen würden sich öffnen!
Mit meiner Zuversicht würde ich neue Schritte wagen!


Mein Kind, ach könnte ich die Welt mit deinem Herzen sehen!
Gefühle bekämen einen anderen Stellenwert
und der Mensch an meiner Seite ein neues Gesicht.

(© Linda)



Wen ich meine Kreation Gedicht  jetzt so lesen, dann fällt mir auf, dass ich damals intuitiv  benennen konnte, wonach ich mich eigentlich sehnte! Ich benannte Träume, Wunder, Vertrauen, Hoffnung, Gefühle, das Sehen mit dem Herzen, Mitmenschlichkeit…kam einfach so aus meinem Innersten und war doch meine tiefste Wahrheit, wenn auch unbewusst geäußert.


Davon abgesehen kristallisiert sich bei mir recht klar heraus, dass ich Zeit meines Lebens eigentlich immer „anders“ unterwegs war, als andere, weil meine Prioritäten anders gesetzt waren. Mir gings niemals um die Bereicherung im Außen, sondern eigentlich schon seit der Jugend um die Wertigkeit des inneren Reichtums eines Menschen- warum auch immer! Vielleicht ist es mir mit in die Wiege gelegt worden- vielleicht stand/ steht es so auf meinem Seelenplan, wer weiß das schon? Für mich ist und wird es immer wichtig sein, den Impulsen zu folgen, die mir meine Seele übersendet- denn „besser“ und erfüllter kann ich nicht unterwegs sein!

©*Linda*

Freitag, 21. Oktober 2016

Einfach sein Ding machen..







Einfach sein Ding machen..


„Ich mach mein Ding“, Tag für Tag aufs Neue und das in der Art und Weise, wie es in mir ruft! Hab gerade überlegt, ob ich nicht eine andere schriftliche Formulierung finde- doch passender vermag ich es gar nicht herüber zu bringen, weils genau so! ist. „ Ich mach mein Ding“- ungeachtet dessen, was sich denn mein Umfeld so vorstellt, denn in irgendeine Schublade pass ich schon lang nicht mehr! Ich weiß auch nicht, wie es überhaupt noch möglich sein sollte, da mir meine innere Stimme als die Quelle meiner Handlungen entsprechende Entscheidungen, Ansichten per Impuls übersendet. Ich spür kurz in mich hinein und prompt folgt die Antwort- ist irgendwie eine feine Sache- hat was von eingespieltem Team.

Irgendwo las ich mal den Satz:

„Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder nur noch das tun würde, was ihm Freude macht?“

Meiner Prognose nach würden dann viel mehr Menschen von einem zufriedenen erfüllten Dasein sprechen. Da  die Nahrung der Seele nun mal aus vielen kleinen Freuden besteht, erklärt sich eigentlich von allein, was zu tun ist. Hat sich die Seele dann  am Ende eines Tages dick und rund gegessen vor lauter Freude- dann haben wir alles richtig gemacht! Leider gibt’s da einen kleinen Haken, denn was die Nahrungsrichtung jeder Seele betrifft, das steht in keinem Buch geschrieben. Es ist wieder mal nur zu erspüren, je nachdem, wie die inneren Antennen ausgerichtet sind. 


Zwischendurch stellte ich fest: Eigentlich sind die Freuden meines erwachsenen Daseins identisch mit dem, was mir schon als Kind Spaß bereitete! Hab schon „in klein“ sehr viel gelesen, später unheimlich gern geschrieben- die Verbundenheit mit der Natur gesucht- meine Kreativität zum Ausdruck gebracht und auch die Musik spielte immer eine große Rolle. Da hat sich nichts geändert, was mir wiederum aufzeigt, dass  dieser Kern in uns von Unversehrtheit spricht- egal, was zwischendurch auch geschah! Ist doch ein prima Ansatzpunkt, um wieder in den individuellen Blühstatus zu gelangen!


Nach wie vor stehe ich zu der Erkenntnis, dass es für unser Wachstum außerordentlich förderlich ist, wenn uns das Geschenk des totalen Alleinseins vom Leben überreicht wird. Einfach , weil die Möglichkeit besteht, sich zu 100% ohne jede Ablenkung auf sich  zu besinnen. Es ist nun mal so, dass wir uns  nach so viel Vorbeileben irgendwann mit Recht fragen: Wer bin ich eigentlich wirklich? Was macht mich zu dem Menschen, der ich bin? Auf welche Weise bringe ich meine Persönlichkeit, mein inneres Feuer zum vollen Ausdruck? Und wer gibt die einzig richtige Antwort darauf? Das können wir nur ganz allein, indem wir tief und ehrlich in uns hineinspüren und unser Innenleben durchforschen.


Zumeist war es ja so, dass unser bisheriges Tun und Sein sehr eng in Verbindung stand mit dem Außen- indem wir hinausgingen, um dort die Bestätigung wie Wertschätzung unserer selbst zu erfahren. Doch kein Mensch im Außen wird uns jemals sagen können, wer wir in der Tiefe unser Seins wirklich sind. Ich glaube, da kann ein Ehepaar über Jahrzehnte zusammen sein- und doch wird jeder von beiden auf seine ganz individuelle Weise wahrnehmen und fühlen. Wer zum Beispiel mehrere Kinder hat, wird feststellen, dass auch jedes Kind von Geburt an auf seine Art einzigartig ist. 




Genau dieser Umstand zeigt die Wichtigkeit auf,  dass jeder Mensch sich diese Individualität  bewahrt. Ich für meinen Teil bin recht bewusst dabei, weil es für mich den tiefen und vorrangigen Sinn unseres Lebens darstellt. Darum bin ich hier- um mich in all meinen Facetten so ausdrucksstark wie möglich zu erfahren- mit dem Bestreben, einen immer größeren Ausdruck meiner selbst zu finden. 


Das wird aber nur möglich sein, wenn dieses Hineinlauschen  zur Selbstverständlichkeit wird- wenn all das, was ich tue und sage zu 100% meiner tiefen Seelenwahrheit entspricht. So- dass meine Seele quasi bei allem sagen kann:

„Ja, das bin ich- ich spüre mich, hier  finde ich mich wieder!“


Es geht wahrlich darum, sein eigenes Ding zu machen, ohne an irgendeine Wirkung im Außen zu denken. Alles was ich tu, braucht nur mich zu erfüllen und bedarf einzig und allein der Bestätigung durch mich. Ich tu rein gar nichts mehr, „um“…

Ich glaub, das ist der springende Punkt – weil die Handlungsmotivation einzig und allein die Freude an mir selbst ist. Ich lasse tagtäglich meine innere Quelle für mich sprudeln und wenn genügend „Sprudelwasser“  vorhanden ist, dann wird sich dies wie von allein ins Außen ergießen. Liegt meine Quelle allerdings mal situationsbedingt trocken- heißt- ich vermag mir selbst nichts zu geben- dann wird auch fürs Außen nichts sichtbar. 

Ja, ich da geh ich schon ehrlich mit mir um und erinnere mich an das letzte Osterfest. Normalerweise versende ich sehr gern selbst kreierte  Grußkarten- doch zu dem Zeitpunkt war ich relativ schlecht zurecht. Nun HÄTTE ich mich aufraffen können, dennoch diese Karten zu erstellen- doch dann wäre ich mir selbst untreu geworden. Es war ja gar nicht genug Fülle/ Liebe in mir, um ins Außen etwas abzugeben und dass ich nur Erwartungen gerecht wurde- nein, das passte nicht zu meiner Grundhaltung! Wenn ich schenke, dann aus meiner Fülle und aus dem freudigen Gefühl heraus, mich selbst in meinem Blühstatus erfahren zu dürfen.
Auf diese Weise lebe ich nun schon über Jahre und fragte mich natürlich irgendwann, warum mir diese Form der Interaktion mit meinem Innenleben nicht viel früher in den Sinn gekommen war! Ich hätte mir viele unangenehme schmerzliche Situationen ersparen können!

Diese Stimme in mir- sie war zweifelsohne immer schon da – nur so recht hören wollte ich  sie nicht, denn dann wäre ich etwas durcheinander gekommen und nicht nur ich, sondern mein komplettes Verhaltenskonzept, das ich seit der Kindheit so „prima“ abzurufen wusste! 

Heute allerdings muss ich mir eingestehen: genau dieses Konzept sorgte permanent dafür, mich selbst in den Zustand des Unglücklichseins, der Unzufriedenheit zu versetzen!

Da begegnete mir neulich ein Text mit der Ausgangsfrage:

Warum machen  sich Menschen eigentlich selbst unglücklich?

1.      ..weil wir in Kindheit und Jugend kaum von glücklichen Menschen umgeben waren, die uns sagen konnten:“ Kind, höre immer auf die Stimme deines Herzens und folge ihr in deinen Entscheidungen.“

2…weil wir dem normalen Menschenverstand folgten, der voller verurteilender und Angst auslösender Gedanken war. Doch ihn ernannten wir zum Chef, statt auf unser Herz zu hören.

3…weil wir den Erwartungen und Wünschen andrer gefolgt sind, um geliebt, anerkannt, gelobt zu werden, dazuzugehören oder um die nötige Harmonie aufrecht zu erhalten, mit der Folge, dass wir unserem Herz untreu wurden.

4.      ……weil wir viel mehr für andere da waren, als für uns selbst

5…weil uns nicht bewusst war, dass jeder Mensch Verantwortung für sein Stückchen Lebensgarten trägt.


6…..weil wir in der Kindheit und Jugend kaum lernten, ein deutliches klares Nein zu setzen- Grenzen zu ziehen und zu sagen: „Bis hierhin und nicht weiter, aus Achtung vor mir selbst.“


Nachdem ich diesen Text verinnerlichte, erkannte ich mich ohne Frage spontan in meinem alten „Gewand“ des „Angepasst- seins“- des ständigen „JA- Sagens“- dieser ungesunden selbst- losen Haltung wieder. Doch ich empfand keine Schuldgefühle- denn anders hätte ich mich gemäß des damaligen Bewusstseinszustandes nicht verhalten können, ebenso wenig wie die mich umgebenden Erwachsenen, die lediglich  das   an sie vermittelte Lebensbild an mich weitergaben. Sie hatten es nicht anders  gelernt- führten ein  Leben, das sich total ins Außen verlagerte, immer auf der Suche nach Bestätigung, Anerkennung durch Andere, auf Perfektion, Erfolg und Leistung aufbauend.


 Genau das, was mir in meinem Leben so wichtig wurde- dieser  Einklang mit mir selbst- das Ausrichten nach meiner inneren Stimme- diese bedingungslose Annahme meiner selbst- all das war meinen Erziehern vorenthalten. Nein, sie waren gewiss nicht glücklich- denn sie liebten sich nicht selbst, waren gefangen in sich und den auferlegten Konditionierungen.

Für mich wurde diese Erkenntnis der Einsicht  später sehr sehr wichtig. Sie stellte die Voraussetzung dar, um überhaupt Frieden schließen zu können mit der frühen Zeit und all ihren seelenzerstörenden  Einflüssen. Ich weiß, es ist leicht gesagt: „Mach aus jedem Minus ein Plus- suche das Schöne im Negativen!“ Dass man uns unserer wahren Natur beraubte – uns den Ausdruck unserer inneren Schönheit verwehrte- was soll ich da drehen und wenden, um alles ins positive Licht zu setzen? Da gabs erst einmal nichts schön zu reden! Wie erlangte ich trotzdem das Gefühl des Friedens?


Hier fällt mir etwas „Erlesenes“ ein:

„Wie lange wollen wir den Verstand noch füttern mit alten Überzeugungen, mit Selbstverurteilung, kraftzehrender Suche nach Glück, mit dem Glauben an unsere Kleinheit und Schwäche? Der Ruf unserer Seele nach Freiheit und Wahrheit wird immer lauter. Finden wir in unsere wahre Größe zurück. Holen wir uns unsere Macht zurück und sagen JA zu unserer Individualität!“

„Holen wir uns unsere Macht zurück!“- das war für mich der entscheidende Appell, gerichtet an mein Selbstwertgefühl- meine Selbstachtung-  an meine erwachte Liebe zu mir selbst!

Irgendwann wird einem extrem bewusst, dass es nur zwei Wege gibt: entweder bleibt man bis zum letzten Tage das Opfer der frühen Umstände oder aber man setzt alles daran, um im JETZT so gut es möglich ist, den Weg der Heilung zu beschreiten. Dass meine arg verwundete Seele nie mehr vollständig heilen würde, das war mir mehr als klar- dafür waren die Einschnitte zu extrem! Doch versuchen wollte ich, was möglich war! Ja, ich denke, dieses fest entschlossene „Ja, ich will!“ ist so eine Art Aufruf an die Seele, die bei mir spontan reagierte, als hätte sie seit ewiger Zeit auf diesen einen Moment gewartet. Habs so oft schon betont: Es scheint, als würden plötzlich alle Lichter auf Grün stehen- denn ohne weiteres Zutun kommen die passenden Fügungen wie angeflogen und zeigen den zu gehenden Weg auf! So hab ich es 2011 erlebt! Geheimnis des Lebens!


Da ist auf einmal so viel Rückenwind- da öffnen sich wie aus dem Nichts völlig unbekannte Türen in eine neue Welt- man kann gar nicht mehr anders und umkehren schon mal gar nicht! Was all die Jahre zuvor so unerreichbar, kaum umsetzbar schien, war nun wie ein Sog, der mich in die neue Richtung zog.


Das, was man uns in früher Zeit angetan hat,  ist nicht mehr rückgängig zu machen- doch im Hier und Jetzt setze ich alles daran, meiner verwundeten Seele so viele Streicheleinheiten wie möglich zu schenken. Ich denke, es ist nicht übertrieben, wenn ich diese verantwortungsbewusste intensive Beziehung zu mir selbst hervorhebe- denn nur jeder für sich allein ist in der Lage, die Heilung herbeizuführen. Und das wird nur auf Seelenebene möglich sein- nicht vom Verstand her! 




Der Verstand erzählt uns noch in 100 Jahren, dass das Leben ein Kampf ist- dass wir in unserer Kleinheit, Schwäche, Minderwertigkeit dazu aufgerufen sind, uns Anerkennung, Wertschätzung, Erfolg zu verdienen, dass es so was wie Liebe garantiert nicht umsonst gibt!


Was weiß so ein Verstand schon von der Schönheit der wahren Liebe- einer Liebe, die nicht fragt, was einer ist, was er tut, um es wert zu sein- geliebt zu werden! Diese Liebe kennt keine Bedingung- sie liebt, weil sie sich verschenken möchte!

Diese Erfahrungen schenkt uns unsere Seele, unser wahres tiefes Wesen- denn auch wenn wir es vergessen haben: wir sind  alle aus dem Stoff dieser bedingungsfreien Liebe „gewebt“- haben es in unserer frühen Zeit wie selbstverständlich zum Ausdruck gebracht! Wer auch immer Zweifel daran hegt- schauen wir uns diese kleinen Wesen an , noch unverformt- ausgestattet mit natürlicher Lebensfreude, Liebe zum Leben und Liebe zu allem, was sie umgibt, mit dem tiefen Wunsch nach Geborgenheit, Zuwendung und Angenommensein.


 Das ist unsere wahre Natur- wir haben sie nur verschenken müssen- doch jetzt ist es an der Zeit, sie wieder zurück zu erobern! Die Seele ruft danach- nach unserer Sensibilität, unserer weichen sanften verletzlichen Seite, nach unseren Ecken und Kanten, nach Geborgenheit und Angenommensein. Sie will sich spüren in ihrem authentischen klaren Sein! Hier bin ich und anders gibt es mich nicht!

Es wird die Zeit kommen, dann entledigen wir uns der erwachsenen Gewänder, die uns von dieser Liebe zu uns selbst und allem, was es gibt fernhielten. Dann werden wir erkennen, dass die einzig wahre Schönheit des Menschen die Schönheit der so sensiblen Seele ist.

Rumi schrieb:

„Suche den Träger, nicht den Mantel!“


Ich denke, es ist zu verstehen, worauf er hinweisen wollte! 


Lang genug hat man uns erzählt, dass es der Wert des „Mantels“ sei, der über ein glückliches erfülltes Leben entscheidet. Doch irgendwann, nach all der kraftzehrenden vergeblichen Suche im Außen erkennen wir die Tücken dieses Irrglaubens. 

Nur das, was unsere Seele glücklich macht, was sie vor Freude tanzen, blühen, singen, lachen,  fliegen lässt, das wird uns ein erfülltes zufriedenes Leben bescheren! 

Auch wenn es bei mir recht selten vorkommt, dass ich mich im Ton verbal vertue- im Fall dieser Erkenntnis hab ich damals doch etwas lauter vor  mich hingeschimpft- angesichts der Tatsache, dass es da so etwas wie ein anderes Leben gab, welches ich mir selbst aus mangelndem Bewusstsein vorenthalten hatte. 

Darum ist es nachzuvollziehen, dass ich mein „altes“ Leben einem Aussiebeprozess unterzog- aber radikal, denn alles, was meinen tiefen Wahrheiten nicht entsprach, wurde entsorgt! Mir wurde nämlich klar: Nur, weil die Masse es für wahr und richtig befindet, muss es nicht zwangsläufig auch meins sein! 

Immer und immer wieder kann nur die innere Stimme die Wahrheit benennen. 

Es geht  nicht darum,  was „man“ schon immer so oder so gehandhabt hat- was „man“ braucht oder nicht braucht. Es geht darum,  zu mir zu stehen, um  aus meiner Mitte, gemäß meiner Bedürfnisse, Fähigkeiten, Schwächen, Stärken, Möglichkeiten, Begrenzungen und der Wünsche meines inneren Kindes-   mein Leben zu gestalten und das bezüglich aller mich betreffenden Lebensbereiche. 

Wollte ich jetzt ein allgemeingültiges Fazit ziehen, dann würde ich sagen:

Dieser Wandel der Zeit, der uns von so vielen alten überholten Ideen/ Mustern/ Programmen/Glaubenssätzen befreit, bietet gleichzeitig höchstes Befreiungspotential für jede Seele! Ich glaube, sie erhielt niemals zuvor so viel gute Atemluft, verbunden mit höchster Achtsamkeit ihren tiefsten Begehren gegenüber! So kann es weitergehen- denn wir sind auf einem sehr guten Weg!


©*Linda*

Dienstag, 18. Oktober 2016

Der inneren Stimme folgend









Der inneren Stimme folgend


Wer mit meinen Gedankengängen vertraut ist, der wird sich längst ein Bild darüber gemacht haben, in welcher Art und Weise ich so unterwegs bin! Da ich mich seit der Jugend als Reisende sehe und es auch immer bleiben werde- gibt’s natürlich auch gewisse Grundhaltungen- welche sich im Laufe der Zeit einem Wandel unterzogen.


Als ich mich traute, diese Einheitsspur zu verlassen, da wurde ich mit einer zunächst erschreckenden Erkenntnis beschenkt- denn ich stellte mir die Frage: Als was war ich da eigentlich die ganze Zeit unterwegs gewesen? War ICH das überhaupt oder war es eher dieses künstliche ICH, das sich aus den Vorstellungen des damaligen Umfeldes zusammen setzte?

Ich vermag gar nicht zu sagen, was einem in solchen Lichtmomenten alles durch den Kopf geht. Allerdings hätte es mich kein Stückchen weitergebracht- wäre ich durch diese Erkenntnis in Lethargie, Selbstanklage und Wehmut verfallen. Zum Glück fand ich die Kraft und Entschlossenheit, mir zu sagen: Nicht noch einmal wird mir dies geschehen! Ab jetzt gehe ich voller Achtsamkeit und mit wesentlich mehr Bewusstsein durch mein Leben! Das bin ich mir wert und außerdem hab ich nur dieses eine Leben und da will ich etwas Schönes draus machen! Es soll MEIN Leben werden und irgendwann wurde mir bewusst: das wird nur möglich sein, wenn ich allein dem Ruf meiner inneren Stimme folge!





Genau das! hätte man uns früher als Lebensnavi mit auf den Weg geben müssen. Stattdessen wurde uns geraten: „Gehe immer dem Verstande nach!“

Man kann aber nur einem von den beiden Wegen folgen und so stehen wir in dieser Zeit des Wandels sozusagen an der Weggabelung, um für uns selbst zu entscheiden, welche Richtung wir denn nun einschlagen wollen! Wählen wir den Weg der Seelenführung oder überlassen wir dem Verstand weiterhin das Sagen?
Vielleicht stellt sich hier die Frage, was denn nun der Unterschied ist und die Antwort fällt mir relativ leicht:
Lassen wir uns weiterhin von diesen herkömmlichen Programmen des angeblich Normalen, Gängigen leiten- dann folgen wir dem Verstand. Lauschen, fühlen wir stattdessen bei allem, was wir tun, mit Selbstachtung, Selbstliebe  IN UNS hinein , um nur noch unseren tiefsten Wahrheiten zu folgen, dann sind wir mit der Seele unterwegs.

Was wollen wir in diesem Leben leben? Dies ist eine der persönlichen Fragen, die jeder nur für sich allein beantworten kann.

Eines dürfen wir uns immer wieder sagen:

„Was du hast- kann jeder haben- doch was DU bist, kann keiner sein!“

Jeder ist wundervoll und absolut „richtig“, so, wie er ist und was unsere Fehler, Schwächen, Ecken und Kanten betrifft: genau das macht doch unsere Persönlichkeit erst aus!





All das wurde  uns nicht erzählt und so gingen wir hinaus ins Außen, um hier unser Glück/ unseren Erfolg zu suchen- im perfekten Job, im großen Freundeskreis,  in der gesellschaftlichen Anerkennung, im Status, im Besitz …..doch niemand klärte uns darüber auf, dass das, was wir da vehement suchten, niemals irgendwo anders, als nur IN UNS zu finden sein wird.

Höchste Wertschätzung,  Mitgefühl, Verständnis- Wärme, Zuwendung, Nähe, Toleranz- alles Haltungen, die wir uns in erster Linie selbst schenken müssen. Es gilt, in der Liebe zu uns selbst quasi voller Freude und Hingabe zu baden- uns zum wichtigsten Menschen in unserem Leben zu ernennen!

Es geht um das bedingungslose JA zu uns selbst, zu unseren persönlichen Wahrheiten, Empfindungen, Werten und inneren Baustellen. Das ist der fruchtbare Boden jeder Beziehung. Es geht dabei nicht um irgendeine Art von Vollkommenheit im geheilten Zustand- oh nein- wichtig ist nur, dass sich jeder so annimmt, wie er nun mal ist mit all seinen Ecken und Kanten und dem, was vielleicht nicht so liebenswert erscheint. Doch wir sind nun mal ein Mix aus hell und dunkel!


Veränderung kann nur jeder für sich hervorrufen durch eine klare Entscheidung hinsichtlich des eigenen Lebens - mit dem Wissen, dass das, was man uns von jeher erzählte -über das Leben, über uns, über die Liebe- des Hinterfragens würdig ist. Manchmal denk ich so: eigentlich könnten wir uns einmal total entleeren- um uns dann mit unseren selbst gefundenen Wahrheiten neu aufzufüllen- denn für mich ist jeder Lebensbereich- hinsichtlich des an uns Vermittelten-  mindestens mit einem Fragezeichen zu versehen!


Ich weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, diesem Hamsterrad der eingebrannten Strukturen zu entsagen- nur noch sein eigenes Ding zu machen, ausgerichtet nach dem inneren Wohlgefühl! Es geht nicht mehr darum, was denn die Anderen so tun, sagen, erwarten- wie sie reagieren, ob es ihnen gefällt, sondern, ob es mir gut geht mit dem, was und wie ich etwas ausführe oder sehe. Plötzlich steht man   in der Verantwortung, sich ein völlig anderes Leben aufzubauen, weil die Prioritäten anders gelagert sind. Wir setzen uns selbst in den Mittelpunkt- absolut ungewohnt – aber ebenso absolut richtig, so vorgesehen und unerlässlich!






Wenn ich mit mir selbst im Reinen bin-  das tue, was mir innere Freude bereitet und voller Selbstachtung und Werttreue  durchs Leben gehe- das ist für mich mein erfolgreiches Leben!

Es scheint so unspektakulär zu sein und doch ist es gerade diese fast unscheinbare Art Leben zu leben das Zufriedenstellenste, was ich mir vorstellen kann. Ich bin mir selbst nah, genieße meine Gesellschaft, mein inneres Kind,  lebe mein Potential  und begrüße jeden noch so kleinen Augenblick der Freude. Ja, mein Dasein ist einfach,  bescheiden und doch voller Fülle, weil es auf anderen Grundwerten beruht als es „normal“ der Fall ist.


Es ist wirklich an dem, was einst jemand schrieb:

„Mit leeren Händen geboren- mit leeren Händen gestorben
und dennoch habe ich die ganze Fülle des Lebens erfahren!“


Folgen wir nur noch dem Ruf unserer inneren Stimme, dann werden wir auch nur noch FÜHLEND unterwegs sein, was zur Folge hat, das sich all die alten abgespeicherten Programme wie von allein auflösen. Wir fühlen einfach, was für uns stimmig ist und was sich so gar nicht nach unserer Wahrheit anfühlt. Dabei  dürfen wir in jedem Fall davon ausgehen, dass unser Gefühl uns niemals täuscht- auch wenn wir es nicht erklären können, warum wir so oder so empfinden. Dies war eine meiner Erfahrungen, die mich zunächst sehr verunsicherte- denn etwas für wahr zu erklären- es aber nicht begründen zu können, war schon komisch! Doch mittlerweile weiß ich, dass man nicht alles verstehen kann- weil dem Verstand einfach Grenzen gesetzt sind. Und doch ist es unsere tiefste Wahrheit, weil es Seelenwahrheit ist!


Übrigens bin ich hier an einem Punkt angelangt, dem ich irgendwann meine höchste Achtsamkeit schenkte. Es ist die völlig andere Sicht auf Leben, das für mich ein Mysterium ist, absolut nicht einsehbar – nicht zu durchschauen in seinem Verlauf, noch weniger zu planen– voller Geheimnisse und alles in allem von einer Ordnung durchzogen, die vollkommener und gut durchdachter nicht sein kann. Dies darf ich sagen, weil schon ein bisschen Leben hinter mir liegt. Blicke ich heute auf diese scheinbar zufällige Anordnung meiner Lebensmosaiksteinchen, dann ist da nichts Zufälliges mehr dran, zudem es so was wie Zufälle eh nicht gibt. Fragte ich früher ständig nach diesem „Warum?“ der Geschehnisse, erfuhr diese Haltung einen Wandel, weil ich mir später sagte:

Genau so musste es sich ereignen- ob in hell oder dunkel- doch es war alles von Sinn.

Hat was von einer kunterbunten Perlenkette, bei der jede Perle ihren absolut perfekten Platz eingenommen hat. Keine dürfte ausgetauscht werden- keine dürfte fehlen- denn dann würde der spätere Perlenkreis niemals von Vollkommenheit sprechen können. Nein, wir können und brauchen nicht alles zu verstehen, was Leben und Seele sich so ausdenken- wir dürfen „nur“ darauf vertrauen, dass alles, WAS und WIE es geschieht einer gewissen Ordnungsstruktur  unterliegt und immer zu unserem höchsten Wohle und Wachstum sein wird.

Jedenfalls fand ich folgenden Satz recht passend, der besagte:

„Während unserer Reise werden wir jeder Logik entbehren- doch wenn wir einst angekommen sind, dann erkennen wir sie- die Logik in den Verläufen  unserer Perlenkette des Lebens.“




Mir schenkt solch eine Erkenntnis wahnsinnig viel Zuversicht – heißt es doch , dass jedes Leben von Geburt unter sicherer Führung steht , wobei ein erfahrener Mann mal sagte: Uns ist es zwar gegeben, gewisse Dinge im Leben zu planen- doch wenn es um die wichtigen unerlässlichen Eckpfeiler geht, dann werden diese von anderer Stelle gesetzt. Ich weiß nur zu gut, wovon er sprach- denn ich habs erfahren dürfen. Es sind diese unvorhersehbaren  Fügungen, die wie aus dem Nichts einfach da sind, völlig ungeplant- doch gerade sie geben dem bis dahin geführten Leben eine völlig neue Farbe, eine neue Richtung  und das im bereichernden Sinne! Das sind dann diese Eckpfeiler, die meiner Ansicht nach fest verankert sind im Plan der Seele ! Von daher brauchen wir  unser Leben eigentlich nur voller Gelassenheit fließen zu lassen, verbunden mit dem Vertrauen, dass uns sein Flusslauf  ohne irgendeine Anstrengung unsererseits eh an den Ort führen wird, der für uns vorgesehen ist.


Da ich recht intensiv im Verhältnis zu meiner Seele stehe, hege ich mittlerweile keine Zweifel mehr daran, dass sie es ist, die die Regie führt und wenn wir ihre Impulse wahrnehmen, erspüren wir zeitweise  ihre Anliegen.  


Nun decken sich meine Worte, Haltungen gewiss nicht mit dem, was man uns so im Allgemeinen über das Wesen Leben erzählte- doch mich hats während meiner Reise von seiner Magie überzeugen können. Viel zu viele Geschehnisse passen  im Nachhinein zu all meinen Darlegungen und mir bleibt als Fazit nur zu sagen: Was Leben im Endeffekt wirklich ist, das kann man eigentlich nur spüren, wenn man es in all seinen Facetten lebt, bzw. erlebt!

Es war immer und ist zu jeder Zeit ein wertvolles Geschenk, das immer wieder aufs Neue danach ruft, mit Achtsamkeit und Dankbarkeit ausgepackt zu werden.

Ja, Dankbarkeit gehört für mich einfach wie selbstverständlich zum Leben dazu, weil ich ja heute verstehe, warum mein Leben so und nicht anders verlaufen musste und falls ich es dann wirklich so im Vorfeld erwählte- worüber will ich mich beklagen? Was zählt, ist das Hier und Jetzt und das erfüllt mich mit Freude und halt großer Dankbarkeit.

Eine Bekannte sagte neulich  zu mir: Für mich ist jeder Tag so wertvoll, dass er den Stellenwert eines Geburtstages hat, weil ich mich jeden Tag aufs Neue freue, dieses Leben geschenkt bekommen zu haben! Mit jedem neuen Tagesanbruch erhalten wir die Möglichkeit, durch unsere Worte, Handlungen und Gedanken unseren Tag und auch uns selbst immer wieder neu zu erschaffen, zu erleben und zu feiern- denn so wünscht es sich unsere Seele!

Ist das nicht ein einzigartiges wunder- volles  Geschenk des Lebens an uns?


©*Linda*

Sonntag, 16. Oktober 2016

Das Leben, das ich selbst gewählt









Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram.
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, der in mir grollte.
Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham
Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind-
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt-
wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden
die Seligkeit des Losgelösten schenkt
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt
Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute.
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde daraus ich blute.
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.

Und als ich so mein künftiges Leben schaute
da hört ein Wesen ich die Frag tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidungs Stunde schlüge nun
Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme.

“Dies ist das Leben, das ich leben will” –
gab ich zur Antwort mit entschlossener Stimme

So war’s, als ich ins neue Leben trat
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt
Ich klage nicht, wenn’s oft mir nicht gefällt
Denn ungeboren habe ich es ja bejaht.
Hermann Hesse



Entsprechend meiner Neigung bin ich stets dankbar, wenn ich neue Gedankenimpulse erhalte- vor allen Dingen dann, wenn ich sie zunächst mit einem großen Fragezeichen versehe. So geschehen, als mir das Gedicht von Hermann Hesse begegnete.


Er führte mich in eine neue Dimension des Möglichen, indem er davon sprach, sein Leben im Vorfeld selbst gewählt zu haben- sprich- noch vor seiner Inkarnation gewusst zu haben, was denn da auf ihn zukommen würde. Seine Wahrheit überschnitt sich damals nicht in allem mit der meinen- auch wenn ich der Ansicht war und bin, dass dieses eine Leben nur ein Teil des großen Ganzen ist  und dass auf uns nach dem Tod eine andere Form von Leben wartet. Wieder ist es alles nur meins- durch nichts zu beweisen- höchstens zu erahnen.

Allerdings leb ich mit dieser Ahnung recht gut, weil sie auch irgendwie etwas Tröstliches in sich trägt und mich verstehen lässt, dass ich eh nie alles verstehen werde. Es gibt für mich eine Wirklichkeit hinter der sichtbaren Wirklichkeit und weil es so ist, lass ich natürlich auch die Gedanken von Hermann Hesse bewusst auf mich und meine Vorstellungskraft wirken.


Spontan ging ich in diese Situation hinein, die er beschrieb und stellte mir vor- auch ich hätte vor meinem „Eintritt“ erfahren, was denn da für ein Leben auf mich zukommt! All die Höhen- vor allen Dingen diese Tiefen durfte ich im Vorfeld sehen- all den Schmerz, die Enttäuschungen, Entbehrungen- ausweglose Zeiten, diese Abgründe…..denn es war ja definitiv kein beschwerdefreies  Leben auf Wolke sieben oder in Zuckerwatte gepackt für mich vorgesehen! Und dennoch hielt ich es wie Hermann Hesse und sagte trotzdem mein JA zu diesem Achterbahndasein!





Nun kam mir damals spontan der Gedanke: Nie und nimmer hätte ich doch so einem leiddurchzogenen Leben zugestimmt- wenn es da nicht zu dem  Schmerzpol etwas absolut Gegensätzliches gegeben hätte! Wahrscheinlich erahnte ich das natürliche Gesetz der Polarität. Gut, ich würde viel Schmerz erfahren- doch wahrscheinlich machte mir das im Nachhinein gar nichts mehr aus- weil mich halt diese- ich sag jetzt mal „Belohnung“ fürs Durchhalten und JA sagen“ absolut für jede Stunde des Leidens entschädigen würde!
Nun spring ich mal etwas aus diesem Gedankengut heraus und führe einen Ausspruch von Arthur Schopenhauer an- der da lautet:


„Die ersten vierzig Jahre des Lebens liefern den Text, die folgenden dreißig den Kommentar dazu.“


Hinzu gesellen sich die Worte von Dr. Wayne Dyer, der uns voraussagt, dass wir spätestens am Nachmittag des Lebens erkennen , dass wir das, was wir am Morgen und Vormittag an Wahrheiten lebten- im weiteren Lebensverlauf ablegen werden, weils einfach nicht mehr für uns stimmt!

Nicht ohne Grund fügte ich diese fremden Ansichten ein- denn ich für meinen Teil brauche dererlei Anregungen- einfach als Bestätigung für meine persönlichen Erfahrungen. Auch ich spreche heute davon, dass das, was wir in frühen Jahren so widerspruchslos von „ihnen“ annahmen und für wahr erklärten- irgendwann nicht mehr zu passen scheint. Es hakt an allen Ecken und Enden- zig Fragezeichen machen sich breit- sobald man sich auf den Weg macht, sein ganz individuelles Leben zu leben- ein Leben, das auf die persönlichen Seelenbedürfnisse zugeschnitten ist! Daher ist es nicht verwunderlich, wenn einem dann ein fluchartiges „Etwas“  entfährt: „Was haben sie mir eigentlich da für einen Mist erzählt- über das Leben, über mich, über die Liebe? Das stimmt ja  hinten und vorne nicht!“





Was machen wir dann? Wir entledigen uns endlich dieser ausgelatschten alten Schuhe, um sie gegen die wesentlich leichteren Sandalen der Sehnsucht einzutauschen.
Und dann erkennen wir, immer noch gefrustet, dass genau diese übermittelten „Wahrheiten“ es waren, die den ganzen Schmerz verursachten- denn wenn man an der persönlichen Wahrheit, sprich- an seinem wahren Wesen vorbeilebt- dann muss es ja weh tun!

Doch scheinbar erhält ein jeder im Leben genau diesen Erfahrungsschatz- auch ein Herr Hesse musste wohl aufgrund seiner Leidbeschreibung durch diese Polarität wandern, ebenso der Herr Schopenhauer, weil er bekannte:


„Das Leben ist ein Pensum zum Abarbeiten“


Aber! Es wird nicht das ganze Leben ein Abarbeiten sein- denn so hab ich es zum Glück erfahren dürfen! IRGENDWANN- da ist es vorbei mit dem Schmerz- dann sind die individuell zu lösenden Aufgaben erledigt und man findet sich dort wieder, wo man vom Ankommen spricht: vom Ankommen in sich selbst und in der Liebe!


Nach all den Irrwegen, Umwegen, Sackgassen, Wüstenzeiten, Bergkraxeleien lockt endlich das ersehnte Ziel, das mit Sicherheit für alle Wegstrapazen höchste Entschädigung darstellt. Vor allen Dingen wird uns irgendwann bewusst: Ohne all den Schmerz würde unser Lebensbaum niemals über die nötigen Wurzeln verfügen, die es für einen festen Stand im Leben braucht, ganz zu schweigen von der Krone, die sich gen Himmel ausstrecken möchte!

Ja, es reimt sich alles irgendwie zusammen, wenn ich jetzt noch einmal die Worte der Erkenntnis von Hermann Hesse anführe, der die Schönheit seines Daseins so beschrieb:


Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind-
wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt-
wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden
die Seligkeit des Losgelösten schenkt

 Hermann Hesse

Hermann Hesse spricht von dem Zustand des Losgelöstseins- für mich ist es die Rückkehr in unser wahres Wesen, verbunden mit dem Gefühl der neuen Freiheit, endlich unsere Flügel wieder zurück zu erhalten, die man uns in frühen Jahren absprach!

Da ich ja relativ vertraut mit meiner Seele bin, erahnte ich irgendwann, was denn so ihre Grundbedürfnisse sind. Blühen möchte sie, wie verrückt- in den Farben, in der Duftnote, die sie von Gott geschenkt bekam UND dann ist da eine immense Vorfreude- irgendwann wieder in grenzenloser Freiheit fliegen zu dürfen! Ach ja, und sie möchte spüren, wie es sich anfühlt, ebenso grenzenlos und frei zu lieben! Es ist nur zu verständlich, dass der Mensch, um ihr diese Wünsche zu erfüllen- leicht sein muss- befreit von all dem unnötigen Ballast der frühen Zeit!  Befreit von uralten erlernten Ängsten und Glaubenssätzen- befreit von völlig falschen Lebensbildern, die mit unseren tiefen menschlichen Bedürfnissen rein gar nichts zu tun haben!
Rumi, der die Liebe zum Fokus erklärte, drückte es folgendermaßen aus:

„Um in den Rosengarten eintreten zu können, müssen wir die Dornen umarmt haben!“

Als ich diesen Hinweis damals las, da wurde  mir  bewusst- dass dieses Leben, welches wir so rasch aufgrund der Schwere verurteilen - eigentlich „nur“ dafür sorgt, dass diese unerlässlichen „Umarmungen“  erst möglich werden! Jeder Schmerz bietet eine willkommene Gelegenheit, um  uns unserem Unerlösten zuzuwenden, um es letztendlich zu er-lösen! 





Stellen wir uns doch mal vor- wir wären voll des Wunsches, in Nullkommanix in Richtung Wolke Sieben zu fliegen– während wir noch diese schweren Gepäckstücke der Altlasten auf dem Rücken tragen! Na ja, ich glaub, das würde so recht nichts werden mit dem Fliegen!
Von daher agieren Leben und Seele sehr weise , bzw. vorausschauend und ermöglichen uns viele viele Vor- Erfahrungen, damit wir Schritt für Schritt in diese wichtige Flugfähigkeit hineinwachsen.

Ich glaube, es ist nachzuvollziehen, warum ich mittlerweile so gern lebe und nicht mehr vom Kampf mit dem Leben spreche- sondern eher von meiner persönlichen Abenteuerreise in ein Land, in eine Wirklichkeit, deren grenzenlose Schönheit ich bis jetzt nur erahnen kann.

Dazu las ich mal etwas ganz Berührendes:

„Hinter allem, was wir uns denken oder vorstellen können,
gibt es einen Hintergrund,
der sich unserem Verstand entzieht……
doch er ist wärmende Decke für jede frierende Seele!“

Ich denke, wir werden Zeit unseres Lebens immer Suchende bleiben, weil diese tiefe Sehnsucht in uns niemals endet- eine Sehnsucht nach diesem gewissen Etwas, was nicht von dieser Welt ist.

Auch Rumi bezeichnete sich als den Suchenden – doch kein noch so gutes Fachbuch vermochte ihm weiter zu helfen- das konnte nur die Stimme seiner Seele!


Ich war ein Suchender und bin es noch immer, aber ich habe aufgehört, Bücher zu fragen und die Sterne.
Ich begann der Lehre meiner Seele zuzuhören.


Rumi

Ich liebe seine Sprüche- darum gibt’s ein paar mehr:


Die Seele der Seele des Universums ist die Liebe.

Rumi



 „Liebe braucht keinen Grund, Liebe ist der Grund.“
Rumi

Liebende öffnen die Augen und sehen das Unsichtbare
Rumi


Ich weiß, du bist müde, aber komm!
So ist der Weg.

Rumi


Die Liebe findet ihren Weg durch alle Sprachen.

Rumi

Sei verrückt nach Liebe… denn Liebe ist alles, was es gibt.

Rumi




Ich glaube, diese  Lebenswahrheit kann wahrer nicht sein:

„Liebe ist alles, was es gibt!“



©*Linda*

Samstag, 15. Oktober 2016

Kunterbunte Gedanken








Kunterbunte Gedanken


Es ist nichts Neues, wenn ich sage: Seit meiner Jugend bin ich unterwegs auf der Suche nach diesen wahren klaren authentischen Menschen- warum auch immer! Wahrscheinlich, weil mir selbst so viel daran gelegen ist, in meinem transparenten Erscheinungsbild anwesend zu sein, wo immer ich mich zeige. Wahrscheinlich auch, weil mir insgeheim schon immer bewusst war, dass nichts auf der Welt so wichtig ist, wie das bedingungslose JA zu mir selbst! 

Natürlich begrüße ich es, dass der Wandel dieser Zeit exakt darauf hinzielt, dass immer mehr und mehr Menschen sich ihrer selbst bewusst werden und es wagen zu sagen:

„Und wenn ich uneins mit der ganzen Welt bin- Hauptsache ich bin mit mir im Reinen! Und wenn ich alles verliere, ich gebe es auf für ein Leben in Wahrhaftigkeit zu mir!“


Da wird etwas spürbar! Der Mensch findet zu sich selbst zurück in die Tiefe seines Wesens- erkennt seine Einzigartigkeit und diese eine  große Wahrheit:

„Nur das ist für mich wahr, was sich schön ANFÜHLT- was MICH innen drin glücklich macht!“
Mit dieser neuen Erkenntnis fällt so Einiges ab – denn nun geht es nicht mehr darum, was denn alle Welt so für richtig oder falsch hält/ was „man“ denn so tut oder nicht tut- es zählt nur noch, was sich innen drin meldet. Umgesetzt könnte ich auch sagen: die Infoquelle ist nicht mehr der Verstand, sondern die Seele und genau dies ist der ultimative Ausgangsort für ein erfülltes Dasein.


Was will ich mit Regeln, Bildern, Vorstellungen anderer? Es geht um mich und um mein persönliches Empfinden- meine individuelle Wahrnehmung- mein ebenso individuelles Wohlgefühl! Und da gibt’s keinen vorgefertigten Katalog an Angeboten, aus denen ich auswähle! Ja, man hat uns seit ewigen Zeiten in diesem Glauben gelassen- man setzte und setzt auf ein kollektives Bewusstsein- denn wie „schön“ lassen sich so Menschenmassen manipulieren und führen! „Wir sagen euch schon, was ihr braucht für euer Glück!“ So vermitteln es die Medien pausenlos.  Dass es hier aber letztendlich um die Bereicherung Anderer geht, das erzählt man uns nicht.


Nur- wer ganz ehrlich zu sich selbst ist, wird eines Tages erkennen, dass diese ständige Suche im Nachhinein nicht gerade von wirklicher Zufriedenheit oder innerer Erfüllung  spricht.

Der Grund liegt auf der Hand- denn sobald wir äußeren Vorgaben folgen, tritt ganz klar der Verstand in den Vordergrund und immer, wenn er das Sagen hat, bewegen wir uns in Gefilden, die mit unseren tiefsten menschlichen Bedürfnissen nichts zu tun haben. Kein Konzept des Verstandes wird jemals das bringen, was wir für unser erfülltes Dasein brauchen! 


Uns muss eines klar sein: der Verstand ist nicht der Ort des inneren Friedens, der Freude, der wahren Liebe, der Leichtigkeit, der Menschlichkeit, der Lebensfreude und Lebendigkeit- denn das finden wir nur in der Seelenlandschaft. Erst wenn wir wieder im liebevollen Einklang mit ihr leben, wenn wir unsere einzigartige Seelenmelodie zum Erklingen bringen, dann werden wir das finden, was wir unser Leben lang suchen! Und was suchen wir? Wir sind eigentlich „nur“ auf der Suche nach uns selbst!

Ich finds gut, dass es so ist- denn ENDLICH dürfen wir wieder das leben, was so lang vernachlässigt wurde. Das Einfache, Weiche, Sanfte, Menschliche, Verletzliche ,Liebevolle,  Ehrliche, Zärtliche, Natürliche, Unperfekte, ja, fast Unschuldige gewinnt die Oberhand und jeder Gedanke von Perfektion, Selbstdarstellung, Leistungszwang, Besitztum verliert an Wertigkeit! 


Was demnächst zählen wird, ist höchstens die Perfektion unserer Herzensqualität, die Stärke unserer Seelenkraft- das hohe Maß der Wahrhaftigkeit zu uns selbst! Warum ich mir da so sicher bin?
Wir sind Mensch und nicht nur das! Wir sind einzigartige göttliche Wesen- ausgestattet mit einer große Liebeskraft – beschenkt mit individuellen Fähigkeiten und dazu berufen, uns selbst in diesem Leben unsere Bedeutung zu geben- sprich, unsere innere Leidenschaft zu leben! 

Unser Kernstück ist unsere Seele- dieses wahres tiefes Wesen und jede Form von Lebensqualität richtet sich danach, wie sehr wir dieses Wesen in seiner Schönheit mit all seinen Stärken UND Schwächen  erstrahlen lassen! 


Wir sind keine Maschinen, die auf Knopfdruck, wie gewünscht funktionieren, fortlaufend  konsumieren müssen und nach Vorstellungen/Bildern leben, die mit uns als Mensch nichts zu tun haben. Habs schon mal angeschnitten: im Grunde brauchen wir so wenig für unser inneres Glücklichsein- vor allen Dingen nicht jede trendige Neuerscheinung, die auf dem Markt ist! Warum sind wir eigentlich der Ansicht???? Weil es scheinbar immer noch darum geht: Hast du was- liegst du im Trend- dann bist du was und gehörst dazu, hast dir Anerkennung verdient? Wenn nur der materielle Besitz über des Menschen Wert entscheidet- dann stimmt da etwas nicht! Dann fließen wir höchstens wie gewünscht  im Fahrwasser dieses Systems mit, um uns gleichzeitig immer mehr von uns selbst zu entfernen! Bei allem Fortschritt- aber es wird es uns dann immer schwerer fallen, uns auf das wirklich Wichtige im Leben zu besinnen. Doch ich bin ja Hoffnungsmensch und vertraue auf die Durchsetzungskraft der Liebe wie der Seele! 


Für mich zählt etwas ganz Anderes und das ist die Schönheit unseres wahren Wesens! Sie hat rein gar nichts mit Besitzdenken zu tun- hier zählen andere Werte! Sich verletzlich zu zeigen- sensibel- unvollkommen- zweifelnd- ängstlich- nicht käuflich zu sein- Rückgrat zu zeigen- seine Werte und Wahrheiten zu leben- Verantwortung zu tragen für sein Leben- sich selbst zu achten und für sich einstehen zu können, sich in wahr und klar zu zeigen- seine Leidenschaft zu leben- das zum Ausdruck zu bringen, was nach Ausdruck ruft!





Mein unumstrittener Hang zur bildgebenden Sprache ließ mich schon früher eine Parallele ziehen zwischen MENSCH = BAUM, denn ich sagte mir: wenn es ein großes Ziel zu erreichen gibt, dann dieses Gefühl: Nun kann ich wieder ganz allein für mich (ein-) stehen- hab meine persönliche Freiheit wiedergefunden und bin wie ein Baum,   fest verankert in der Erde- mit Ästen, die sich voller Lebenskraft und Lebensfreude gen Himmel strecken! 


Hab aufgehört, mich mit anderen Bäumen zu vergleichen oder mir zu wünschen, dann doch lieber eine Blume zu sein- weil ich weiß: Ich bin an diesem Ort, zu dieser Zeit, als diese Baumart absolut richtig! So hat Gott mich „gepflanzt“ mit dem Wunsch, dass ich einer der kräftigsten Bäume meiner Gattung werde. Und ich weiß: ich bin zwar Teil einer Baumgemeinschaft- doch ein jeder von uns ist aus einem anderen Holz geschnitzt!


Wenn man dann lange genug „Baum“ war, dann weiß man, dass es in der zyklusbedingten Natur  des Lebens liegt, mal voller Stolz und Freude  sein ausschweifendes Blätterdach  präsentieren zu können- um dann in etwas dunkleren, kälteren Zeiten plötzlich recht nackt und kahl dazustehen. Doch da die Hoffnung ja zuletzt stirbt- wartet so ein Baum geduldig die Zeit ab, weil er darauf vertraut, seine Blühkraft wie auch sein grünes Kleid wieder zurück zu bekommen. Ja, so ein Baum ist  mit Vertrauen ins Leben ausgestattet- und vor allen Dingen kann er ja immer auf seine starken Wurzeln zurückgreifen! So schnell wirft ihn nichts um- er weiß, dass der Sturm ihn nicht brechen will, sondern im Endeffekt nur noch stärker werden lässt!

Auch wenn ich es schon einmal anschnitt- es passt einfach an dieser Stelle und ist so bedeutungsvoll, weil ich erlas:

„Was über der Erde ist, wird getragen von dem, was unter der Erde ist, denn Beides muss in Relation zueinander stehen!“

Immer wieder begegnet uns das Gesetz der Polarität, auch beim Baum des Lebens! Stelle ich mir nun die Sehnsucht des Menschen vor, dahingehend, dass seine Baumkrone möglichst eine Krone der Freude, der wahren Liebe, der Erfüllung, der Zufriedenheit, der Leichtigkeit sei- dann brauchts dazu der entsprechenden Wurzelbildung des Gegensätzlichen. Jeder Pol ist nur zu erreichen, wenn auch der Gegenpol Teil unserer Erfahrung wurde. Wieder ein Gesetz des Lebens , woraus wir folgern dürfen, warum Leben oft so schmerzhaft sein muss!!!! Ich bin nicht in der Lage zu erkennen, wer ich wirklich bin- was ich wirklich brauche- solange ich nicht in der Konfrontation mit dem Gegenteil stand. 




Als ich dieser Phase der Gegensätzlichkeit entwuchs, da geschah es in Form des recht entschlossenen Ausrufs: „Das, was ich da bisher lebte, das entspricht doch nicht dem, was ich wirklich bin und möchte!“ Ganz klar erkannte ich damals, dass mein bisheriges Dasein inklusive meiner Haltungen/Ansichten absolut im Gegensatz dazu stand- doch später war mir bewusst: Ich musste genau diesen schmerzhaften Weg der Polarität gehen- diese Gegenpole wollten hautnah „durchlitten“ werden!


 Ich musste erfahren, was es heißt- der inneren Leere, der totalen Unzufriedenheit, der Fremdbestimmung, der Selbstlüge,  der Wertuntreue, der Seelenverachtung,  der ewigen Opferhaltung zu begegnen. Nur so wurde ich fähig, einen Wandel hervorzurufen, um dann in die Selbstbestimmung, Zufriedenheit, Erfüllung, Selbsttreue, Seelenliebe, Werttreue zu kommen. Nur so konnten sich Schritt für Schritt die dazugehörigen Wurzeln bilden- was zur Folge hatte, dass auch meine „Krone“ an Ausmaß zunahm. Jede neue Wurzel verlieh meinem Baum eine noch größere Standfestigkeit- so dass ich irgendwann sagen konnte: Jetzt kann ich für mich allein stehen!


 Und einen schönen Nebeneffekt gabs auch noch, denn nach und nach hörte auch der Schmerz auf- denn ich lebte endlich das Leben, das wirklich zu mir gehört! Es ist wirklich an dem, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem wir hinter alle neuen „Äste“ einen dicken Punkt setzen können, weil sie zur unumstößlichen Lebenswahrheit wurden. Von daher ernenne ich die Krone des Lebensbaumes auch zur Krone der persönlichen  Wahrheit. Beziehe ich mich an dieser Stelle, in diesem Bild des Baumes- auf unsere Seelenwünsche- dann strebt Seele nichts so sehr an wie eine Baumkrone, deren Äste zielgerichtet voller Freude und Liebe gen Himmel wachsen! Zugegeben, ich weiß gerade nicht, wie die Trauerweide das anstellen soll- doch ich denke, es ist zu verstehen, was ich meine! Unser Aufenthalt hier auf Erden soll uns ermöglichen, ein standhafter Bäume zu werden – immer mit „Kronenaussicht“ auf den Himmel – denn den kann man nämlich schon hier auf Erden finden! 





Eigentlich ist Leben nicht schwer zu verstehen – von daher bin ich sehr gern seine Fürsprecherin, denn egal, was auch geschieht- alles dient der Rückkehr zu uns selbst, der Rückkehr in unsere Seelenwahrheiten. Es gibt da einen Satz, der lautet:


„Der Mensch ist kein Produkt der Umstände-
die Umstände sind ein Produkt des Menschen!“

Liest sich auf den ersten Blick nach ganz viel Eigenverschulden- doch niemals!!! dürfen wir von irgendeiner Schuld sprechen- denn was wir tun oder je getan haben, entspricht/ entsprach immer der jeweiligen Bewusstseinsebene. Wir konnten gar nicht anders handeln, weil wir zu jeder Zeit sicher waren, das Richtige zu tun! Jahrelang hab ich eine Haltung in Partnerschaften gelebt, von der ich felsenfest überzeugt war, dass sie richtig sei, dass sie meiner Wahrheit entspricht!


Im Grunde wars auch so- nur…… meine damalige  Wahrheit war nicht meine  individuelle gefühlte!!! Seelenwahrheit- es war erlernte Verstandeswahrheit! Ich spielte ständig die Rolle, die man mir in frühen Jahren aufgedrückt hatte- womit man mich zwangsbeglückte- wobei mir lange Zeit nicht klar war, dass ich – sagen wir mal- eine Art von antrainiertem Ich verkörperte! 


Und so war ich die ewig angepasste JA- Sagerin ohne eigenen Willen, ohne Grenzen mit ständigem Blick auf den Nächsten- aber mich sah ich nicht. Dass solch ein Verrat am eigenen Wesen auf Dauer Unzufriedenheit, innere Leere hervorruft, versteht sich von allein- denn ich war ja nicht als Roboter unterwegs- sondern trug eine Seele in mir, die nach Aufmerksamkeit rief! Diese Seele wollte irgendwann mal in ihrer ganzen Schönheit erblühen- doch ich ließ es- wenn auch unbewusst- gar nicht erst zu, weil mich diese alten Glaubenssätze wortwörtlich sabotierten! Hier leistete der Verstand „exzellente“ Arbeit! 


Und wenn dann dieses kollektive Bewusstsein auch noch in der gleichen Spur angesiedelt ist, vom System geradezu hochgelobt und bestärkt wird- dann gibt’s nur schwer ein Entkommen! Wer will denn schon Konsumenten, die für sich allein entscheiden, was für sie gut ist- Menschen, die sich vom Materiellen distanzieren, weil sie den Reichtum der anderen Art gefunden haben!? Wer kauft denn dann noch das x-te neue Smartphone- das x-te neue Automobil oder will sich von den Werbedamen erzählen lassen, wann es sich Frau wert ist!???? 


Oh ja, nur zu gern wollen „sie“ uns alle zu jeder Zeit erklären, was gut für uns ist- wann wir dem Bild der perfekten Frau/ des perfekten Mannes/ der perfekten Mutter/ des Vaters / des perfekten Partners/ der Partnerin entsprechen! Dass diese Bilder/Konzepte jedoch oft der realistischen Umsetzung entbehren- das brauchen wir ja nicht zu wissen! So können „sie“ nämlich sicher sein, dass wir uns oft erfolglos wie fragend abmühen,  diesen kollektiven Bildern zu entsprechen, weil es nie möglich sein wird, das Angestrebte überhaupt zu erreichen. Folge: innere Unzufriedenheit und das Gefühl der Schwäche- des Versagens! Na, so mag man uns doch!

Sehr oft schnitt ich schon diese Wichtigkeit des zugrunde liegenden Leitgedankens unseres Systems an, denn das entscheidet alles! Verfolge ich augenblickliche Entwicklungen, dann fällt es mir schwer an einen baldigen Wandel im Außen zu glauben. Doch was solls?  Schließlich verfügen wir alle über die Freiheit, für uns zu entscheiden- WAS in unserem Leben wirklich Priorität haben soll. Von daher sag ich doch einfach: ich besitze die Freiheit, selbst über das für mich entsprechende Lebens- Leitprinzip zu entscheiden und dass das nicht im Entferntesten mit äußeren Konzepten zu tun hat, ist nachvollziehbar! Hab ich lang genug praktiziert- brauch ich so nicht mehr! 





Ich für meinen Teil ging vor Jahren längst dazu über, mir meine eigene kleine Welt zu erschaffen- zudem ich das Geschenk des Alleinseins erhielt- von daher eine wunderbare Gelegenheit. Wofür? Mich selbst in allem zum Ausdruck zu bringen und entsprechend meiner kontinuierlichen Seelen- Wohlfühl-Grundhaltung stehen nicht irgendwelche Designermöbel im Vordergrund. Nein, ich leb hier im vollen Ausdruck meiner Seele- das heißt: Ausdruck meiner Kreativität- Ausdruck meiner Freude an Büchern- Freude an der  Leidenschaft zum Schreiben-   Freude an Bildern und Blumen- Freude an einer  Wohlfühlatmosphäre- Ausdruck meiner Achtsamkeit und Fürsorge meinem inneren Kind gegenüber- denn auch die kindlichen Anteile haben bei mir ihren festen Platz- denn ALLES DAS- bin ich! 

Ich denke, diese Freiheit des SEINS sollten wir für uns geltend machen. Immer und immer wieder kann es doch nur darum gehen, dass wir uns bei allem, was uns umgibt, einfach nur innen drin wohlfühlen, dass wir für uns unsere Form des Glücklichseins finden- ungeachtet dessen, was die Welt uns erzählt oder sich so vorstellt. 

Ich halte eine Haltung für enorm wichtig und sie lautet:

„Richte dein  Leben nach deiner inneren Stimme aus- in allen Lebensbereichen!“


Was geschieht dann? Dann nämlich hat der Verstand Redeverbot, weil nur noch das zählt, was wir erFÜHLEN! Und ich denke, da öffnen sich spontan Türen der neuen Einsicht, die zuvor verschlossen schienen. Vielleicht wird es sogar so sein, dass Menschen sich sagen: eigentlich hab ich mein Leben lang schon so empfunden- nur so für mich in der Stille- aber mich nie getraut, es als meine Wahrheit anzuerkennen- weil es doch scheinbar im Außen ohne Wertigkeit war! Ist so wie mit dem Bild von Mann, das uns die Medien ja in sehr anschaulicher Weise übermitteln- irgendwie kommt da immer extrem viel an Männlichkeit herüber- noch nen Muskelpaket, noch durchtrainierter….Und was ist, wenn sich- wie ich annehme- viel mehr Frauen einen berührbaren Mann mit einem offenen Herzen wünschen- als diese ganze Männlichkeit????


Doch das nenne ich die neue Freiheit des Menschen! Weg von all dem, was „man“ so tut/ was „man“ nicht tut- was „richtig oder falsch“ ist und hin zu dem, was wirklich gefällt und sich schön ANFÜHLT! 

So werden auch hier die Lebensumstände zum Produkt des Menschen- doch diesmal auf eine sehr angenehme und bereichernde Weise, denn wir dürfen niemals vergessen: Wir sind die Erschaffer unseres Lebens- eines Lebens, das nach Lebendigkeit, Liebe, Lebensfreude ruft! Die nötige Farbpalette, um unser Leben kunterbunt anzumalen, die tragen wir ja alle IN UNS- ist alles schon da! 


©*Linda*