Mittwoch, 11. Oktober 2017

Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch





Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch



Dieser Rat von Erich Kästner will erst einmal aufgenommen und realisiert werden, denn er scheint sehr gewöhnungsbedürftig zu sein und in sich den puren Widerspruch zu enthalten. Kind zu bleiben und dennoch erwachsen zu werden- wie soll das funktionieren? Und außerdem: wir sind doch alle schon längst erwachsen- schließlich haben wir seit der Kindheit daraufhin gearbeitet: Wir übten uns  in Selbstbeherrschung, Disziplin, Perfektion, waren enorm zielstrebig, durchstrukturiert, um uns ganz der Existenzsicherung zu widmen. Da gabs ja immerhin diese Karriereleiter, die Stufe für Stufe bewältigt werden wollte. ……… auf der Bühne des Lebens! „Wunderbar“ haben wir funktioniert- richtig schön nach Plan und den Anleitungen unserer Vorbilder. Mit Sicherheit gabs genügend Applaus, der uns darin bestätigte, zu 100% auf dem richtigen Weg in unser Lebensglück zu sein.


Nicht ohne Grund stecken heute viel zu viele von uns in Berufen, die zwar gutes Geld und Ansehen bringen, eine sichere Existenz versprechen- doch im stillen Kämmerlein muss sich so mancher eingestehen: Wohlgefühl, bzw. Erfüllung bei der Arbeit sieht anders aus.

Komisch, wir haben doch alles befolgt, was man uns mit auf den Weg gab……
Ja, vielleicht haben wir viel zu gut auf sie gehört, uns darauf verlassen, dass sie doch aufgrund der Erfahrung wissen, wie man das Beste aus seinem Leben macht! Nur eines haben wir außen vorgelassen: den Ruf der inneren Stimme und die Tatsache, dass es im Leben IMMER nur darum geht, dass wir rundum glücklich sind, dass unsere Seele in jedem Moment voller Freude ruft: „Ja, ich spüre mich und es tut so gut!“







Ich schreibe sehr viel von dem spürbaren Wandel der Zeit, der den „neuen“ Menschen hervorbringen möchte und dieser „neue“ Mensch- er lässt sich nicht mehr durch das leiten, was alle so tun und für richtig halten- er entscheidet nur noch nach seinem inneren Gefühl.






Und hier wird’s interessant- denn diese selbstbestimmte Haltung, sie lässt uns wirklich erwachsen werden – denn es gilt, diese ausgetretenen alten Schuhe auszuziehen und zu lernen, allein in ein selbstbestimmtes Leben zu laufen. Es zählt nicht mehr, was Andere sich denn so für unser Dasein überlegen- ob wir dieser allgemeinen Norm entsprechen. Wichtig ist nur, ob wir mit jeder Entscheidung ein konsequentes JA zu uns selbst sagen. Schließlich geht es um unser  Lebensglück und weil wir alle wunderschöne Originale sind, will sich auch unser Dasein  durch Individualität auszeichnen.





Mit Sicherheit wird von uns in der Grundhaltung ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl abverlangt, denn nun gilt es, nur noch nach innen zu lauschen…….und da heißt es seht zutreffend:







„Du brauchst für dein Leben ein Bild. Dann beginnt in dir die Quelle zu fließen.“

Ich erinnere mich an den Zeitpunkt meiner Berufswahl. Warum auch immer, aber damals spürte ich wie von allein in mich hinein und hatte dieses Bild meiner beruflichen Zukunft vor Augen. Dabei gings mir nicht um den zu erwartenden Verdienst oder irgendein Maß an Ansehen. Ich wollte einfach etwas tun, was mir Spaß machte. Heute sage ich: Diese Berufswahl war zu keiner Zeit Arbeit für mich, sondern pure Erfüllung.

Ja, ich gehe soweit zu sagen: Sobald wir im Leben von irgendetwas eine gefühlte !!!Vision verspüren, beginnt wahrlich die Quelle in uns zu fließen, als würden von da an alle Hebel in Bewegung gesetzt, die zur Vervollständigung des Bildes beitragen. Aber eines ist wichtig: Diese Vision muss IN UNS ihren Anfang nehmen, darf nicht Sache des Verstandes sein.
Warum es so entscheidend ist? Das, was IN UNS ruft, ist immer unsere tiefste Wahrheit -sie zeigt uns den Weg und er wird IMMER richtig sein. Unsere innere Stimme irrt sich niemals! Wir fühlen die Antworten auf unsere Fragen und diese Haltung verbinde ich mit der „neuen“ Form des erwachsenen Seins.




Das ist die eine Seite- doch Erich Kästner führt auch die andere an, indem er uns ans Herz legt, doch bitte niemals aufzuhören, Kind zu sein. ???????????????????? Wie ist das zu verstehen? Es geht hier gewiss nicht um kindisches albernes Verhalten- sondern um das einzigartige Wesen des Kindlichen. Wahrnehmung mit allen Sinnen, Natürlichkeit, Offenheit, Vertrauen, Gefühle zeigen, ob in hell oder dunkel und herrlich verbunden sein mit allem, was lebt.




Hier seh ich uns „neue“ Menschen, die mittlerweile lernten, ihr eigenverantwortliches Leben zu führen, immer dem Ruf der Seele nach…..und diese Seele, sie trägt in sich immer noch den Kern des Kindlichen. Wer immer  sich im Einklang mit ihr befindet, wird von allein spüren, was Erfüllung und wahres Lebensglück bedeuten. Wir dürfen nicht vergessen: die Seele ist der Motor unseres Daseins, sie schenkt uns unsere ganze Lebenskraft und ihre Nahrung ist schlichtweg die Freude- nichts Anderes. Folglich sollte der „Seelenernährungsplan“ kontinuierlich freudige Augenblicke enthalten, damit die Seele immer gut versorgt ist. Auch das liegt in unserer Verantwortung!




Nur- darauf hingewiesen wurden wir nicht und das löste ein hohes Maß an Unzufriedenheit aus, denn „ihre“ Glücksversprecher Geld, Besitz, Konsum, Macht, Status ernähren doch die Seele nicht! Das ist Futter für den Verstand, mehr nicht.



Um die Seele zu erfreuen, da brauchen wir nur wieder gefühlsmäßig in die Kindheit zurückzugehen, denn damals war es für uns an der Tagesordnung, wie selbstverständlich eine Freude nach der anderen zu sammeln. Warum es so einfach war? Wir lebten zu 100% im Einklang mit unserer Seele und spürten genau, was sie glücklich macht. Mich zog es z. B. mit meinen Freunden jeden Tag in die Natur – sie war unser großes Spielzimmer- dort fühlten wir uns heimisch. Ob Pflanzen, Tiere – wir waren mittendrin und fühlten uns wohl.
Selbstbeherrschung, Perfektion, Leistungsdruck, Machtgehabe- das alles war uns damals (zum Glück) noch fremd. Wir suchten unsere Freunde auch nicht nach irgendwelchen äußeren Kriterien aus- Hauptsache, wir hatten Spaß miteinander, konnten lachen und verrückte Dinge tun.





So ist gewiss zu verstehen, warum uns der Spruch von Erich Kästner aufruft, auch als Erwachsene das zu beherzigen, was unser Kindheitsglück war- denn es war Seelenglück.

Und dazu meint Goethe:

„Das ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.“


Nicht unbegründet sehe ich unser aller Leben als eine Reise an, verbinde damit den tiefen Sinn, dass jeder von uns  irgendwann zu seinem Ursprung zurückkehren wird….und dieser wird immer Freude, Frieden und Liebe sein und vor allen Dingen durch und durch den verletzlichen unvollkommenen unperfekten sensiblen authentischen MENSCHEN hervorbringen!

Wenn das geschieht, dann wird uns erst einmal bewusst, wie falsch wir Zeit unseres Lebens unterwegs waren! Eigentlich hat man uns all das madig gemacht, was uns doch im Grunde ein erfülltes Leben beschert hätte! Unbewusst und in stillen Stunden haben wir es immer gespürt, dann, wenn die leise Stimme in uns die Möglichkeit hatte, endlich mal gegen den Verstand anzukommen. Selbstbeherrschung, Leben nach Plan,  Zielstrebigkeit- alles daransetzen, dass der Bühnenauftritt gelingt, Stärke demonstrieren, ein falsches Selbstbewusstsein…..Gefühle verbergen, auf immer glücklich machen, ständig perfekt sein…..fast fehlerlos…….hat das etwas mit unserem natürlichen Menschsein zu tun? Das ist doch der reinste Verrat an uns selbst!




Wo bleibt denn da die Möglichkeit, um der Schwäche, den Tränen, den Zweifeln, der Hoffnungslosigkeit, der Zerrissenheit, der Angst, den kindlichen Wunden genügend Raum zu schenken? Mit Wegstecken und Verdrängen ist es auch nicht getan, denn das wühlt dann wie Gift im Körper herum- macht uns krank und unzufrieden.

Und es kommt ja noch hinzu, dass wir nach so viel auferlegter Selbstverleugnung erst wieder lernen müssen, uns zu öffnen, die ganze Palette an Gefühlen zuzulassen, uns zu trauen, auch mal in schwach und unperfekt rüberzukommen! SO! hat man uns ja zumeist über Jahrzehnte gar nicht erleben wollen- war doch nicht gesellschaftsfähig- viel zu weich- viel zu uncool! Schließlich sagten sie uns im Außen ganz von allein, wie sie uns sich wünschten. Stärke demonstrieren- obwohl es im Inneren hundsmiserabel ging! Sich nen Wolf arbeiten, weil dann das Lob des Chefs sicher war! Was haben Menschen nicht alles getan, um sich Anerkennung zu sichern- alles für ein bisschen „Liebe“, die aber mit dem Wesen der reinen Liebe rein gar nichts zu tun hat.

Es ist falsch, immer noch zu glauben, dass wir für ein bisschen Lob, Zuspruch, Bestätigung immer noch etwas tun, sein oder haben müssen!  Wahre Liebe verlangt rein gar nichts und sobald sie an Bedingungen geknüpft wird, ist es keine Liebe mehr.

Liebe will sich ihrer Natur nach verschenken- Liebe rechnet nicht auf- Liebe erwartet nicht- Liebe tönt nicht laut herum oder wartet ständig auf Beweise. Liebe „ist einfach“ und wird durch nichts jemals an Kraft verlieren, egal, was ein Mensch tut oder nicht tut, was er ist oder nicht ist.





Mit Sicherheit wurde es uns anders gelehrt- hautnah mussten wir zumeist durch die Erfahrung, dass „ihr“ Wohlwollen uns gegenüber scheinbar immer etwas mit unserer Leistung, unserem Gehorsam, ihrem Wunschbild über uns zu tun hatte. Aus uns sollte ja schließlich etwas Gescheites werden……wer hat aber damals erkannt, dass wir doch von der ersten Stunde an bereits etwas waren- und zwar Vollkommenheit pur! Darum finde ich es so wichtig, dass jedem Kind, so klein und „unerwachsen“ es auch sein mag immer signalisiert wird: Bleibe IMMER DU selbst und lass dich niemals verbiegen, denn DICH gibt’s so nur ein einziges Mal auf der Welt- so bist DU von Gott gedacht.

Dann vermag sich dieses Kind so zu entwickeln, wie es seine innere Stimme vorgibt und das ist gewiss der beste Leitfaden für sein ganzes Leben.

…….. auf dass es niemals „richtig“ erwachsen wird.



*Linda*

Samstag, 7. Oktober 2017

Die „heilige“ Unzufriedenheit bedarf unserer Gastfreundschaft








Die „heilige“ Unzufriedenheit bedarf unserer Gastfreundschaft

Tja, was bewegte jene Frau im Fernsehen dazu, von einer „heiligen“ Unzufriedenheit zu sprechen? Das schien ja Widerspruch pur zu sein, denn Unzufriedenheit ist für uns Menschen schließlich immer mit einem negativen Beigeschmack verbunden, oder? Da geht’s doch um eine Verfassung, die man am liebsten in die hinterste Ecke verbannen möchte…..was ist denn da schönzureden?

Jene Dame ließ natürlich noch eine Erklärung folgen und erzählte von einer Bekannten, von der sie halt genau in dieser unzufriedenen Stimmung aufgesucht wurde. Sie klagte über ihr Unwohlsein im Berufsbereich, obwohl sie doch immer in der Annahme war, dies sei ihr Ort. Da war diese spürbare innere Unzufriedenheit….und nun kommt wohl der „heilige“ Aspekt mit hinein, denn ohne diese Unzufriedenheit hätte die entsprechende Person niemals den Entschluss gefasst, sich anderweitig zu bewerben und siehe da- sie wurde fündig und glücklich.






Spontan erinnere ich mich an die junge Frau, die sich in Berlin als Chefredakteurin eine sichere Existenz aufbaute…..war doch alles so stimmig und doch fasste sie eines Tages den Entschluss, nach Afrika auszuwandern, um dort als Rancherin das Leben zu führen, das wirklich ihren Bedürfnissen entsprach. Sie hats bis heute nicht bereut und wird’s wohl auch nie, denn sie tat eines: sie folgte ihrer inneren Stimme!

Ich glaube, nichts hat mein Bewusstsein so sehr verändert wie die Erkenntnis, dass unsere innere Stimme der beste Routenplaner ist, den wir uns nur denken können. Es dauerte zwar lang, bis ich ihr meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenkte- doch heute möchte ich sie nicht mehr missen. Ohne sie geht’s gar nicht und das Schöne ist: Egal, welche Entscheidung wir treffen möchten, es reicht immer nur ein kurzes Lauschen  und schon weiß man, was zu tun ist. So banal es sich liest, aber wenn sich die Entscheidung gut anfühlt, wenn sich sogar ein Lächeln im Gesicht breitmacht, dann ist es zu 100% der richtige Weg.

Darum hat diese heilige Unzufriedenheit es absolut verdient, sich in unserem Leben einzustellen, denn sie ist ein enormer Motivationsantreiber- wenn sie sich ernst genommen fühlen darf. Kein Mensch auf der Welt- keine äußeren Vorgaben werden uns jemals auch nur annähernd sagen können, was für uns speziell das Richtige ist. Dazu sind wir alle viel zu individuell und das ist gut so. Mit Sicherheit macht es das Ganze etwas schwieriger, denn wir werden uns nicht mehr an irgendetwas orientieren können, was alle so tun und für richtig halten. Unser Leben wird zu unserem ganz persönlichen Abenteuer.

Ich krame zwar nicht mehr als nötig in meiner Vergangenheit herum, aber irgendwann sagte ich mir: Hätte ich mich früher an den entscheidenden Weggabelungen  immer an dem orientiert, was da in mir sprach, es wäre mir viel Leiderfahrung erspart geblieben. Gespürt hab ichs eigentlich ständig richtig…….nur mein Handeln war dann dem entgegengesetzt. Allerdings schaue ich nicht mit Schuldgefühlen zurück- bringt eh nichts, sich im Nachhinein zu grämen oder Vorwürfe zu machen. Ich habs nicht besser wissen können und gut ist.

Ja, ich kenne die Ursachen und bezeichne sie heute als die schlimmsten Fesseln, die man sich nur vorstellen kann! Sie sind wahrlich imstande, uns unsere Freiheit zu nehmen und sind zudem „grandiose“ Verursacher der inneren Unzufriedenheit. Allein der Begriff der Unzu- FRIEDEN- heit machts klar: Da ist  kein Frieden IN UNS, keine innere Harmonie- da entsagen wir dem inneren Wohlgefühl und der Grund? Es fehlt schlichtweg der innige liebevolle Bezug zum Innenleben, wir entbehren des Erspürens, was uns wirklich gut tut, was sich unsere Seele für ihren Friedenszustand wünscht.

Ich denke, dieses Defizit hat sich die Welt da draußen zunutze gemacht, indem sie den Part übernahm, uns zu sagen, was unseren Wert als  Mann, Frau, Mutter, Vater usw. ausmacht, was wir brauchen, um uns glücklich zu fühlen, wie wir Partnerschaft/ Sexualität zu leben haben, was wir tun müssen, um als erfolgreich und gesellschaftsfähig dazustehen.

Hier fällt mir gerade der Song ein: „Achterbahn“ von Clueso Der Sänger beklagt sich über die Erwartungen seines Umfeldes, welches permanent von ihm verlangt, sich dem gängigen Ordnungssystem anzupassen. Doch das will er gar nicht! Er will nicht, dass sein Leben irgendwelchen Vorgaben der Normalität  zum Opfer fällt! Nein, er möchte so leben, wie er es innendrin erspürt. Ganz schön mutig und doch ist diese Haltung der einzige Weg in ein zufriedenes Leben.

Oder das:  70% der Menschen sollen angeblich mit ihrer Berufswahl unglücklich sein! Auch sie sind in gesellschaftlichen Fesseln gefangen, weil der Verstand ihnen wieder mal erzählt, wie wichtig Geld, Status, Erfolg sind! Und was ist mit ihrer inneren Zufriedenheit? Sollte sie nicht über allem stehen? Kein Geld der Welt, kein Schulterklopfen, kein Status ist es wert, dass wir unsere seelische Gesundheit opfern! Sie gibt uns niemand zurück!

Ich weiß, wovon ich schreibe, denn es gab eine Zeit in meinem Leben, da hab ich hautnah erfahren müssen, was es heißt, in diesen Fesseln zu hängen und nicht zu wissen, wie man sich davon befreit! Ich war wirklich der Ansicht, dies sei mein Leben gewesen! Diese Orientierung an dem, was man so tut, was alle Welt für richtig hält, es wurde zu meinem Verhängnis. So lang und schmerzerfüllt, bis ich wahrlich sagte: Ich will die ganze „Scheiße“ nicht mehr mitmachen- ich will das Leben führen, das zu MIR passt. Und nebenbei bemerkt: Diese „heilige Unzufriedenheit“ hatte sich mittlerweile als Dauergast bei mir einquartiert und wollte partout nicht mehr ausziehen. Zum Glück war sie so hartnäckig, weil nämlich dringender Handlungsbedarf anstand. Raus aus den alten Denkmustern und einschnürenden Fesseln und hinein in ein Leben nach meinen Vorstellungen, Möglichkeiten und gewiss auch mit einigen Begrenzungen durch meine ganz persönliche Lebensgeschichte.


Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch aus seinem Geschenkkorb Leben ganz viel herausholen kann. Man darf sich nur nicht vergleichen, neidisch auf die schauen, denen es scheinbar besser geht- die vielleicht den Anschein erwecken, von jeher auf Rosen gebettet zu sein. Mir war irgendwann bewusst: Genau dieses Leben in seinen ganz eigenen Verläufen, inklusive meiner argen frühkindlichen Zerbrochenheit, aber auch mit Fähigkeiten, Schwächen und Stärken, hatte Gott eigens mir zugedacht– und er wollte nicht, dass ich die Defizite herausfilterte, sondern dass ich mit dem, was ich hatte, mein erfülltes Dasein kreiere.

Wir dürfen nie vergessen: Gott hat jedem von uns genau das mitgegeben, das ausreicht, um ein erfülltes Leben zu führen. Es ist alles da: IN UNS!






Wir müssen halt das Leben , wie es so schön heißt, aus dem Holz schnitzen, das zur Verfügung steht- doch es kann nur gelingen, wenn wir mit dem, was ist, zufrieden sind. Was wissen denn wir über Gottes stille Absicht, die hinter allem steht! Ich beton es zwar sehr oft, aber Gott hat absolut andere Maßstäbe, andere Zielsetzungen, als unsere gängige Welt. Ihm ist nicht daran gelegen, dass wir uns über unseren materiellen Besitz definieren, über Status, Macht und Geld! Er braucht den leibhaftigen Menschen – sogar mit all unserer Zerbrochenheit, Sündhaftigkeit, Schwäche nimmt er uns an. Es heißt so schön:



„Gott wusste um all deine Schwächen,
bevor er sich für dich entschied.“

Joyce Meyer

Nein, wir brauchen und können Gott sowieso nichts vormachen- er kennt uns in- und auswendig- doch auf eines dürfen wir uns verlassen: Er ist emsig bemüht, das wieder herzustellen, was in uns irgendwann zerbrach. Gott will unsere Geschichte ganz neu schreiben und das nur zu unserem Besten- wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen und ihm einfach vertrauen. Gott enttäuscht niemanden und durch ihn werden Dinge möglich, die kein Mensch je aus eigener Kraft schaffen würde.

Woher diese festen Überzeugungen kommen? Sie beruhen auf langjährigen Erfahrungen durch Fügungen, ich nenne sie mittlerweile die göttlichen Wegweiser!   Da geschahen Dinge, die ich mit dem Verstand nicht nachvollziehen konnte- genau das waren aber die Puzzleteile, die Gott in mein Lebensmosaik einfügte, um mich zu neuen Einsichten zu animieren, um mich auf den Weg zu führen, der neues Leben versprach. Gott hat uns nämlich nicht hierher gesandt, damit wir notdürftig ÜBERLEBEN. NEIN! Gott wünscht sich für uns ein erfülltes fröhliches leichtes selbstbestimmtes Dasein. Immer wieder sucht er uns, zeigt uns auf seine Art, wo wir immer noch etwas leben, was uns/ unserer Seele nicht guttut.





Hab mal gelesen: Gerade weil Gott uns über alle Maßen liebt, weist er uns  zurecht- aber nur, weil wir ihm so wichtig sind! Das Schöne ist ja: Vor Gott sind ALLE Menschen gleich- wo finden wir das denn sonst? ALLE haben wir die gleichen Chancen, das gleiche Ansehen, egal, was wir in der Vergangenheit auch anstellten- bei Gott sind alle willkommen.  Gott gibt uns ein Versprechen der Sicherheit, das wir in der gängigen Welt niemals erfahren werden. Doch er wünscht sich halt, dass wir wieder zu unserem Ursprung zurückkehren und uns als liebevolle friedliche Wesen in einem ebenso liebevollen respektvollen Miteinander erfahren.


Es geht nicht darum, Geld, Besitz und Macht hinterherzulaufen oder gar anzubeten, Kriege zu führen, sich der Gewalt zu verschreiben. Da sagt Gott dann nämlich: Lauft mal lieber dem Frieden und der Liebe nach- das sind Schätze, für die es sich lohnt, zu leben! Und weil ich eh in dieser oberflächlichen Welt niemals richtig heimisch wurde- wende ich mich getrost Gottes Welt zu. Eine bessere Entscheidung hätte ich niemals treffen können- gewachsen  durch mein gelebtes Leben und den großen Umkehrschritt, mich den Bedürfnissen meiner Seele zuzuwenden.

Natürlich gibt’s in meinem Leben auch einen positiven Nebeneffekt- denn die heilige Unzufriedenheit hat sich mittlerweile auf und davon gemacht…….und ich denke, dann spricht alles dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Heute ist mir vieles viel klarer als noch vor Jahren, denn wir dürfen uns vor Augen führen: Verantwortung fürs Leben, die tragen wir ganz allein und da brauchen wir uns von Medien & Co nicht sagen zu lassen, was für uns richtig oder falsch ist. Wir sind Solotänzer und keine Mitläufer in der Massenbewegung! Dann nämlich laufen wir in unser eigenes Unglück hinein und das schert da draußen niemanden! Hauptsache, die Kasse klingelt!


Leben ist doch so viel mehr und ich möchte es weiterhin so gestalten, dass ich mir am letzten Tage sagen kann: Mein Leben war der schönen Erinnerung wert und ich bereue nichts! Dabei werde ich mich gewiss nicht an Geld oder Konsumgüter erinnern, sondern an das kostbare Geschenk Gottes, an ganz besondere Glücksmomente, seine wertvollen Fügungen, an die Möglichkeit, nach einem fremdbestimmten Dasein doch noch die Umkehr geschafft zu haben, um ein , auf meine Seelenbedürfnisse zugeschnittenes Leben leben, genießen und feiern zu können.

*Linda*

Freitag, 6. Oktober 2017

Der "neue" Mensch liegt in „Geburtswehen“








Der "neue" Mensch liegt in „Geburtswehen“


Ohne Frage spreche ich sehr lang schon von einem spürbaren Wandel der Zeit, verbunden mit der Entstehung des „neuen“ Menschen. Unweigerlich fällt mein Blick dabei auf ein kleines Kreuz, das an der Wand hängt….abgebildet sind dort eine Raupe und ein Schmetterling. Ich bekam es vor vielen Jahren geschenkt, war damals noch nicht imstande, den tiefen Sinn zu erfassen. Heute dagegen ist mir bewusst: Wollen wir wirklich ein erfülltes, lebenswertes Dasein erfahren, dann wird sich nur ein einziger Weg abzeichnen: Wir durchleben den Prozess von der Raupe in ihrem engen Kokon bis zum Stadium des Schmetterlings. 





Spontan wird klar, dass dieser Weg mit Schmerz verbunden ist- klar wird aber auch, dass Leben nie und nimmer von durchgehender Schmerzfreiheit sprechen wird. Leiderfahrung ist ein unerlässliches Merkmal, denn Leben ist ein unaufhörliches Wachsen und Werden.

Ich weiß- am liebsten würden wir der Tatsache entsagen, würden gewiss alle pausenlos voller Freude und Leichtigkeit auf Wolke sieben herumschweben….nur…..dazu sind wir nicht hier! Aus uns soll schließlich etwas werden!



Das Ziel liegt nicht auf dem Gipfel,
sondern im Tale,
wo der Aufstieg begann.

Carl- Gustav Jung



Unweigerlich fallen mir andere Aussagen ein:

„Wir werden zerbrochen, bis wir heil sind.“





Liest sich nicht gerade aufbauend, tröstlich…..und doch ist es an dem. Erst einmal geht’s hinab, bevor der Aufstieg beginnen kann. Fragt man sich nur- was sollen wir denn im Tale, in dem es wahrscheinlich auch noch dunkel, kalt, trostlos ist? Es kann doch nicht Gottes Wille sein, dass es uns schlecht ergeht? Will er nicht immer nur das Beste für uns?

Aber genau das ist der Knackpunkt, denn ich sehe uns menschliche Menschen nicht ohne Grund völlig deplaziert in der gängigen Welt, in der fragwürdige Werte und Zielsetzungen an der Tagesordnung sind! Wie so oft brauch ich mir doch nur das Fundament anzuschauen, auf dem diese Welt steht! Gewalt,  niedrige Machenschaften, Gier nach Besitz , Anerkennung , Gewalt, Unfrieden, Machtgehabe, Angst vor der Zukunft……höre ich Nachrichten, bin ich der Ansicht, es gibt nur Schlechtes in der Welt!

Wie wohltuend klingt dann der Satz von W.S. Gilbert:



„Liebe ist der Grund, warum diese Welt sich dreht.“



Wäre!!!!! aber die uneingeschränkte Liebe das Fundament – dann dürfte es das oben genannte gar nicht mehr geben. Nur mal so in der Vorstellung:

Was wäre, wenn wir Menschen in erster Linie dem Frieden, der Gerechtigkeit, der Wertschätzung, der Wahrhaftigkeit, der Liebe, dem Wohlergehen des Anderen nacheilen würden- wenn es uns am Herzen läge, dass es allen!!!!! Menschen auf der Welt gut geht- dass diese Schöpfung, die uns anvertraut wurde, unsere absolute Achtsamkeit erfährt…….und die Krönung wäre , zu erkennen, dass wir Menschen eine große Gemeinschaft sind.

So hat Gott es sich nämlich gedacht und darum stattete er einen jeden mit besonderen Fähigkeiten aus, verbunden mit dem Wunsch, dass wir einander Bereicherung sind in seiner wundervollen Welt!

Aber da Gott ein sehr verständnisvoller Gott ist und nicht aufhört, uns zu suchen, schenkt er uns immer wieder eine neue Chance zur Umkehr, damit wir in das Bewusstsein wachsen, wo unsere Heimat wirklich zu finden ist. Das ist dann unser Aufenthalt im Kokon oder in diesem tiefen Tale. Irgendwann entstand in mir das Bild einer Treppe, zahlreiche Stufen führten in die Höhe und ich nannte sie die Treppe des Bewusstseins. Stufe für Stufe, Herausforderung für Herausforderung, Schmerz für Schmerz wird uns immer klarer, dass da irgendwo weit weit oben ein Himmel der Freude auf uns wartet. Doch weit gefehlt, wenn wir annehmen, wir könnten die eine oder andere Stufe überspringen! Jede Stufe ruft nach unserem Betreten, Verweilen und in sich gehen.Nur so wachsen wir allmählich in ein neues Lebens- Bewusstsein.

Ohne Frage, wir sind Menschen der freien Entscheidung- Gott wird uns nichts aufzwingen. Er lässt uns die Wahl, WAS und WIE wir unser Leben gestalten möchten. Auch ich habe zu seinen Plänen über Jahre unbewusst mein NEIN gesagt, weil mich die alten Fesseln der Kindheit wahnsinnig einschnürten. So lang hab ichs getan, bis ich mir vorkam wie die Spinne im Netz, die keinen Ausweg mehr sah.

Und da öffnete Gott mir eine neue Tür- ja, ich allein durfte entscheiden, ob ich hindurchgehe oder nicht…..doch als ich in  meiner Verzweiflung all meinen Mut aufbrachte- da spürte ich diesen gewaltigen Sog- da wusste ich: Jetzt hab ich durch Gott alle Rückendeckung, Führung, Unterstützung, die ich mir nur vorstellen konnte! Dank seiner weisen Vorüberlegung sandte er mir einen Wegbegleiter, der genau auf mich und meine Wegstrapazen zugeschnitten war. Ich ließ mich zum ersten Mal im Leben durch meine innere Stimme leiten und der Verstand musste schweigen.

Da stand ich also auf der untersten Stufe und doch war in mir so viel Hoffnung, ein unbewusstes Erahnen, dass ich diese Treppe irgendwie meistern würde! Ja, ich denke, wir alle tragen in uns dieses leise Erspüren, dass da ein anderes Leben wartet, als das, was wir zuvor kennenlernten. Sollte ich die stille Quelle benennen, dann ist es unsere Seele, die  aufatmet, angesichts der Hoffnung, irgendwann gleich des Schmetterlings durch die Lüfte fliegen zu dürfen- voller Leichtigkeit und Fröhlichkeit UND mit dem Gefühl der Befreiung.




Ohne Frage, es warten einige Geburtswehen auf uns- doch sind nicht gerade sie ein untrügliches Zeichen, dass Leben nach Veränderung ruft, dass dieses von „ihnen“ angepriesene Paradies nie und nimmer der Ort unserer Sehnsucht ist? Ja, für den Verstand vielleicht- aber nicht für unser Herz, nicht für uns verletzliche sensible Menschen!

In „ihrer“ Welt, da verlieren wir uns gnadenlos und wer sich selbst verlässt, der ist verlassen! Dann können wir uns auf unseren Grabstein schreiben: „Oh ja, ich habe allen gefallen- nur mir selbst nicht!“

Ja, vielleicht haben wir in den Geburtswehen so manchen Kampf zu bestreiten, aber für mich wurde es damals wichtig, welche Rüstung ich mir anzog. Es gibt nämlich die Rüstung der liebevollen Haltung , was besagt, dass ich nicht in die Verbitterung fiel, mich als ein schuldiges Etwas fühlte, ständig über meine Fehler im Leben nachdachte oder im Groll gegen alle Verursacher meiner Vergangenheit versank………

NEIN! Ich sah mich im Hier und Jetzt, verzeihte mir meine Fehler, weil ich halt Mensch bin und schloss Frieden mit all jenen, die mich einst so arg verletzten. Schuldgefühle? Nein, ich hatte es zu jeder Zeit so gut gemacht, wie es mein Bewusstsein zuließ.
Diese Vergebung mit allem, was jemals war, sie schaffte neuen Raum, damit ich voranschreiten konnte und eines möglich war: die Vision von Leben zu verwirklichen, die mir JETZT vorschwebte, die ich aufgrund der Impulse meiner Seele erhielt.

WAS will ich in Zukunft leben?

WIE will ich leben, damit meine Seele glücklich ist und erblühen kann?

Es ging auf einmal nicht mehr darum, was sich meine Umwelt so vorstellte……ihren Wünschen war ich lang genug gefolgt. Es ging auch nicht mehr um ihre Anerkennung, ihr Lob- wichtig wurde, dass ICH mir in jeder Situation voller Wahrhaftigkeit alle Wertschätzung entgegenbrachte- dass ich mir treu blieb. Unaufhörlich wurde ich von Gott in neue Problemsituationen gesteckt- sah mich wieder und wieder herausgefordert…..und ich begriff: Gott prüft meine Standfestigkeit, will wissen, wie sehr ich zu mir selbst stehe, wie stark ich in der gesunden Liebe zu mir selbst verankert bin. Und er ließ mich so lange in ein und demselben Problem, bis ich es  erlöst hatte.

Nein, ein Honigschlecken war es nicht, aber mir wurde klar: Kraft, Mut, Durchhaltevermögen, Willensstärke, Einsicht- all das hat Gott ja von Beginn an in jeden von uns hineingelegt. Wir glauben ja gar nicht, wie stark wir sind! Und das Schöne war: jede Stufe, die ich überwand, ließ mich aufatmen mit dem Gedanken: Das war mir die ganze Anstrengung wert- denn nun kanns weiter gehen, denn ich habe eine neue Einsicht gewonnen und sie fühlt sich so gut an!

Es ist wahrlich, als würden wir plötzlich das Leben durch eine andere Brille betrachten! Unsere Perspektiven verändern sich, somit auch unsere Prioritäten. Was früher wichtig und richtig erschien, steht auf dem Prüfstand und man wägt ab, ob es wirklich das Gelbe vom Ei ist und ewige Zufriedenheit verspricht. Unterm Strich sagt man sich eigentlich ständig: Was hat mir der Verstand da ein Leben lang  für einen Unsinn erzählt? Meine Seele hat ja ganz andere Bedürfnisse!

So zum Beispiel die gehörte Tatsache, dass 70% der Menschen einen Beruf ausüben, der ihnen Magenschmerzen verursacht! Und zumeist werden wir immer wieder erkennen, wie sehr die Faktoren Geld, Konsum, Besitz, Anerkennung im Außen als Motivation mit hineinspielen! Unserer Seele kommts nicht auf das Lob im Außen an, geschweige denn aufs Geld- sie möchte „nur“ Erfüllung spüren und ruft nach einer Tätigkeit, die ihren Wünschen entspricht.

Es mag sich etwas banal lesen- aber wenn ich Entscheidungen treffe, dann spüre ich einfach nur nach INNEN, um zu erspüren, wie es sich anFÜHLT. Einen besseren Routenplaner kann ich mir nicht mehr vorstellen. Das, was nämlich für uns individuell wahr ist, das erzählt uns „nur“ die innere Stimme.

Ja und wo hat sie mich hingeführt nach all den Jahren? Hinein in ein Gottvertrauen, das stärke nicht sein kann. Indem ich den Weg zu mir fand, fand ich noch intensiver den Weg zu Gott- ein Wunder ist es nicht, denn schließlich sind wir sein Werk- sein Gedanke, geschaffen durch seine unendliche Liebe!


Und angesichts der durchlittenen Geburtswehen……ist wie bei der normalen Geburt: Hält man das neue Leben erst einmal in den Armen- ist jeder Schmerz vergessen!

*Linda*




Montag, 2. Oktober 2017

Wer Gott findet, findet das Leben








Wer Gott findet, findet das Leben


Nicht ohne Grund hab ich mich heute für diese Überschrift entschieden, denn ihr Zustandekommen beruht auf einem entsprechenden Erfahrungsschatz ! Mit Sicherheit bedarf es eines Umdenkens, denn, ganz klar gesagt, kommt zum Ausdruck: Will der Mensch ein wirklich erfülltes Leben erfahren- so wird es nur möglich sein, wenn  Gott einen festen Platz in unserem Leben einnimmt.

Voller Überzeugung gestehe ich mir heute ein:

Ich bin gar nicht klug genug, ohne Gott leben zu können, denn niemals wird es mir gelingen,
die göttliche Weisheit verstandesmäßig zu ergründen. 

Blicke ich heute auf die bereits vorhandenen Mosaiksteinchen meines Lebensbildes, dann fügt sich problemlos eins ins andere- von Beginn meines Daseins an- dunkle, helle, ein bunter Mix und ich erkenne:  mein bisher gelebtes Sein trägt den Ausdruck der Vollkommenheit. So und nicht anders musste und sollte sich alles entwickeln.

Ganz gewiss, steckt man mitten drin in irgend so einer Schmerzphase, dann scheint es oft  fragwürdig, sinnlos- doch für mich ist  seit Langem klar: Auf das Endergebnis des ganzen Wohl und Wehe kommt es an- ist halt so wie bei einem Puzzle. Und da können wir unser Dasein planen wie wir wollen- die unerlässlichen Eckpfeiler oder Puzzleteile, die werden von Gott allein gewählt! Auf einmal ist da eine ganz besondere Fügung- erst scheint sie „nur“ ein Zufall zu sein. Na, ist halt so geschehen- bis man mit der Zeit merkt: So zufällig war es gar nicht- denn diese Fügung war ohne Frage ein göttlicher Wegweiser, der zum Umdenken aufrief- der letztendlich eine neue Lebenshaltung mit sich brachte! Plötzlich vermag man anders zu sehen, anders zu verstehen, anders zu gehen und es fühlt sich so gut an! In dem Moment dürfen wir uns dankbar an Gott wenden, denn wir erhielten soeben ein wertvolles Geschenk von ihm- Gott öffnete uns eine neue Tür!






Neulich entdeckte ich aktuelle Worte von Papst Franziskus, welche ich mir aufschrieb, weil sie einfach der Wahrheit entsprechen:


„Gottes Logik ist eine Logik des Schenkens.

Man muss sich von den Wegen und Gedanken Gottes überraschen lassen.
Die menschlichen Gedanken  sind nicht vergleichbar mit den weiten und geraden Straßen des Herrn. Er zeigt Barmherzigkeit, vergesst das nicht!
Er verzeiht großzügig, ist voller Güte, die er jedem von uns zuteil werden lässt.“

Nun weiß ich, ebenfalls aus Erfahrung, dass viele Menschen mit Gott, mit dem Glauben nicht allzu viel anzufangen wissen. Schließlich ist Gott ja nicht  präsent- man vermag ihn nicht zu sehen, nicht anzufassen…….er ist für den Verstand schlichtweg nicht zu begreifen.
Doch können wir Gott eigentlich wirklich ausklammern aus unserem Leben? Ja, vielleicht angesichts unserer Anwesenheit in einer Welt, die sich an Maßstäben orientiert, welche dem Überleben des Verstandes gewidmet sind: Besitz, Konkurrenzdenken, Geld, Machtstellungen, Status, Anerkennung, Perfektionismus, Konsum…….doch in so einer Welt werden wir ehrlich gesagt, niemals wirklich glücklich werden! In dieser Welt ist zumeist auch kein Platz für Gott, denn Gott richtet nach völlig anderen Maßstäben und es muss ihm ein Gräuel sein, zu beobachten, hinter welch nichtigen Dingen wir Menschen herlaufen.

Ich las mal einen sehr berührenden Satz, der da hieß:

Gott will uns nicht als Waisen zurücklassen und darum holt er uns aus dieser lieblosen ,kalten, oft herzlosen Welt heraus,.

Gott stellt immer wieder die eine Frage an uns: “Wo bist DU! als der verletzliche schwache einzigartige MENSCH, den ich erschaffen habe?“ Gott interessiert es nur wenig, ob wir uns eine goldene Nase verdienen, ob wir auf der Beliebtheitsskala ganz oben stehen, ob wir uns Macht und Ehre erarbeiteten…..Gott braucht uns in rein menschlich, mit all unseren Schwächen und Stärken, authentisch, ehrlich, ja, sogar in all unserer Zerbrochenheit nimmt er uns bedingungslos an, denn:

Gott kennt uns haargenau, inklusive unserer Geschichte, mit all unseren Fehlern, Ecken und Kanten. Schließlich sind wir sein (Kunst)-Werk, Vollkommenheit pur und wir dürfen uns immer wieder sagen: Egal, wie unvollkommen, schwach, klein wir uns fühlen, wie konfus uns unser Lebenslauf auch oft erscheint- da gibt es Gott, der alles akribisch genau so einfädelte, alles verfolgt und nichts Anderes möchte, als dass ein jeder von uns irgendwann ein Leben in Fülle, Freude und Frieden erfährt.  Dieser Gott, er ist wahnsinnig geduldig, verständnisvoll und von daher sag ich nicht ohne Grund: Er sucht uns immer wieder aufs Neue, öffnet immer wieder eine Tür, auch wenn wir seine bereits geöffneten zuvor nicht beachteten. Und es gibt einen Grund, dass er so handelt: Er möchte uns zur Umkehr/ zum Umdenken bewegen- er weiß, dass wir in dieser vom Materialismus durchzogenen Verstandeswelt niemals unser Glück  oder unseren Seelenfrieden finden werden……und genau darum geht’s in diesem Leben- um die Heilung und das Gefühl des tiefen Friedens IN UNS! Und dafür tut ER alles!

Habs schon oft betont: Gott hat sich bei jeder Schmerzerfahrung, die er uns sendet, etwas gedacht und meiner Erfahrung nach handelte es sich immer um das alte Unerlöste in mir, das nach Erlösung rief! Alte Muster der Kindheit, die es geschafft hatten, mich bis ins Erwachsenenalter negativ zu beeinflussen. Sie hatten zumeist mit der Liebe zu mir selbst nichts zu tun und daran ließ Gott mich arbeiten- immer und immer wieder.

Er steckte mich in entsprechende Situationen, so lang, bis ich es lernte, eine liebevolle verständnisvolle Beziehung zu mir zu führen. Gott sandte Menschen in mein Leben, die eigens für mich ausgesucht wurden, damit ich den Weg gehen konnte. Unvorstellbar, mit wie viel Weisheit Gott hier vorgeht!

Und ehrlich gesagt- ich bin mir mittlerweile völlig im Klaren, dass nur Gott allein uns erretten , bzw. heilen kann- uns Menschen wird es niemals im Alleingang gelingen. Wir bedürfen seiner Führung, seiner Wegweiser, um die richtigen Türen zu finden.

Ich lieb ja den Spruch:

„Wenn Gott uns helfen, trösten, aufbauen will,
dann schickt lässt er kein Gewitter mit Blitz und Donner geschehen.
Gott sendet einen Menschen in unser Leben !“

Und dieser Mensch wird uns all das schenken können, was wir benötigen!!! Es passt „einfach“- weil Gott sehr sehr weise ist und für uns nur das Beste möchte.







Ich weiß, es fällt uns oft schwer, uns so anzunehmen, wie wir sind- geschweige denn unsere Lebenssituation, inklusive unserer persönlichen Geschichte! Wie rasch neigen wir dazu, uns mit Anderen zu vergleichen, denen es scheinbar besser geht! Doch für mich gibt’s einen sehr sehr wichtigen Punkt: ALLES, was unsere Person, unser Naturell, unser Potential, unsere Schwächen wie Stärken, unsere persönliche Situation betrifft, es ist voll in Gottes Absicht, denn für irgendetwas in unserem Leben ist es gut, auch wenn uns der Verstand nicht so recht sagen kann, wie die Antwort lautet. Es gibt bei Gott keinen Zufall, keinen Patzer, nichts Unüberlegtes- ALLES trägt in sich einen sehr tiefen Sinn.

So, wie wir sind- an diesem Ort mit unseren Möglichkeiten und Begrenzungen- SO sind wir gewollt. SO sind wir wertvoll und absolut liebenswert, denn wir sind seine Werk- einzigartig!



Wir dürfen ganz vornean eines annehmen: Gott zu verstehen in seinen Handlungen, das wird uns niemals gegeben sein und es ist gut so! Gott wünscht sich von jedem nur eines und das ist absolutes Vertrauen in das, WAS er tut und WIE er es vollzieht. Gott passt halt nicht in das Denkschema unserer Verstandeswelt- Gottes Handlungen sind nicht logisch nachvollziehbar- aber sie sind IMMER voller Liebe und Fürsorge- immer zu unserem Besten- wenn wir verstehen, wo Gott mit uns hinmöchte.

Darum dürfen wir voller Zuversicht sagen:

Gott, gib mir nicht das, was ich mir wünsche- gib mir das, was ich benötige, um eines Tages den Frieden in mir selbst zu finden und mich als geheilte liebende Seele zu sehen.

Es heißt sehr passend: Leben sollten wir unser Leben immer mit dem Blick nach vorne- doch verstehen werden wir es nur rückblickend! Schau ich mich heute angesichts meiner teilweise verworrenen Vergangenheit um, dann versinke ich nicht im Selbstmitleid, Unzufriedenheit oder in Bitterkeit- weil ich genau weiß, dass ALLES, WAS und WIE es verlief, absolut notwendig war, um dort anzukommen, wo ich heute stehe. Hätte ich diese zeitweise extremen schmerzhaften Wüstenzeiten nicht durchlebt- hätte ich all die Herausforderungen, Entbehrungen, Niederschläge nicht angenommen- mir wäre niemals die Erkenntnis zuteil geworden, worum es im Leben wirklich geht!

 Gott will uns in unserem vollen Mensch- Sein, will uns immer wieder daran erinnern, welch fruchtbare Samen er in uns hineinlegte. Gott ist schließlich unser Ursprung- die Quelle allen Lebens und wenn wir diese Quelle versiegen lassen, dann werden wir nie und nimmer von einem fruchtbaren Leben sprechen können. Wir sind Teil seiner großartigen Schöpfung – einzigartig hat er uns erschaffen mit der stillen Bitte, das Schönste und Fruchtbarste aus unserem Geschenk des Lebens zu kreieren- das in uns zum Erblühen zu bringen, was uns einzigartig sein lässt: Fähigkeiten, Begabungen! Vielleicht sind wir der Ansicht, dass wir da draußen unser Glück, unsere Fülle finden- doch da draußen gibt’s nichts, was wir nicht seit der Geburt IN UNS tragen: Freude, Mitgefühl, Offenheit, Verständnis, Zärtlichkeit….so viel Liebesfähigkeit, es ist doch ALLES längst in uns angelegt und wartet sehnlichst darauf, erblühen zu können! Wir müssen lediglich das störende „Unkraut“ entfernen und darum sind halt manch dunkle Zeiten zu überstehen!


Wie gesagt, hat Gott zu jeder Zeit immer unseren Seelenfrieden im Sinn - dieses Ankommen IN UNS selbst- losgelöst von jedem Gefallen wollen- weg von der Suche nach Anerkennung, nach materiellem Reichtum, irgendeinem Status……..Gott hat seiner gesamten Schöpfung einen ganz besonderen Eckpfeiler gegeben und das ist die absolut wertfreie Liebe- zu uns selbst, zu allen anderen Menschen und zu allem, was er uns mit seiner Schöpfung anvertraute.

Es mag sein, dass wir unseren Erfolg darin sehen, im Außen etwas Anständiges zu repräsentieren- ein Machtmonopol zu besitzen- dazu über ein dickes  Bankkonto zu verfügen. Ja, in den Augen unserer Erzieher, unserer Vorfahren, der oberflächlichen Welt mag das Erfolg sein- doch in Gottes Augen hat die Form von einem erfolgreichen Leben  rein gar nichts mit Geld oder Macht zu tun.

Es gibt einen sehr aussagekräftigen Spruch:



„Da, wo Liebe ist,
ist der Sinn des Lebens erfüllt.“

Dietrich Bonhoeffer





So einfach kanns nämlich sein: eine liebevolle Haltung schenkt uns den Lebenssinn für alle Zeit! Nur das Manko ist- diese Wahrheit hat sich nicht allzudoll verbreitet, denn dann wäre es aus mit jeder Form von Intrigen, Korruption, Ungerechtigkeiten, Verschleierung, Hochmut, Gier, Machtkämpfen, in die eigene Tasche wirtschaften, das Recht des Stärkeren auf dieser Welt, das Messen mit zweierlei Maß. Liebe nämlich, die setzt alles auf Frieden, Gleichberechtigung, Wahrhaftigkeit, gleiches Recht für alle und höchste Anerkennung der Würde eines JEDEN Menschen, ohne Sicht auf seine Herkunft, sein Ansehen, seine oberflächlichen Erfolge. So ist es  von Gott gedacht!

 Und ich denke gerade: Würde sich jeder Mensch  daran orientieren, welch heile gesunde friedliche Welt hätten wir da! Das Absurde ist ja: Jeder von uns wünscht sich genau das! Ich glaube nicht, dass Unfrieden, Gewalt, Verurteilung, Hass, Gier, Machtgehabe unser tiefstes Bestreben sind- darauf sind wir vom menschlichen Naturell her gar nicht ausgerichtet. Dennoch finden sich Tag für Tag viele Menschen auf ihrem persönlichen Schlachtfeld ein, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Warum? Warum leben wir so gegen unsere menschliche Natur an?  Wären wir in unseren Herzen zu Hause, wir wären dazu gar nicht fähig. Kann es also sein, dass es stimmt: Wir leben zwar in dieser Welt, aber wir gehören hier im Grunde gar nicht hin? EIGENTLICH  sind wir doch alle irgendwie miteinander verbunden- denn im Grunde unseres Herzens trennt uns rein gar nichts voneinander. Hinter dem Vorhang der äußeren Verschiedenheiten tragen wir alle die selben Sehnsüchte in uns und vor allen Dingen ein hohes Maß an Liebesfähigkeit. Allein diese Verstandesgewänder trennen uns – doch im Kern, da sind wir alle gleich- da wohnt ein verletzlicher gefühlvoller liebevoller Mensch, mit dem natürlichen Bedürfnis, liebevolle fruchtbare Bindungen mit anderen Menschen einzugehen. Für mich ergibt sich spontan ein Bild: Jeder von uns ist ein von Gott bewusst erwähltes wertvolles Mosaiksteinchen seiner Schöpfung und von daher würde Gott ganz gewiss zu jedem von uns sagen:

DICH brauche ich- so, wie DU bist mit all deinen Fehlern, Schwächen und Stärken, inklusive deiner inneren Zerbrochenheit, denn anders hab ich dich nie gewollt. Ich hab mir schon was dabei gedacht, als ich dich erschuf. Du brauchst für mich nicht perfekt zu sein- du warst und bist es zu jeder Zeit- denn DU bist ein von mir geliebter Mensch. Und das für alle Zeit, bis an dein Lebensende.

Für mich ist es keine Frage mehr, sondern eine Tatsache, denn nicht ohne Grund sehe ich uns alle in Gottes Welt daheim- dort, wo das Herz statt des Verstandes beheimatet ist- dort wo die Liebe regiert mit all ihren „Dienern“ der Gerechtigkeit, der Wahrhaftigkeit, der Vergebung, der Zufriedenheit, des Füreinanderdaseins- des bedingungslosen JA zu uns selbst und zu Anderen.

Liebe ist zwar nur ein Wort- aber die bedingungslose Liebe ist der einzige Schlüssel für eine friedliche und gerechte Welt, in der es Freude macht, zu leben.

*Linda*

Dienstag, 8. August 2017

Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht








Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht


Ein Mensch wie ich fragt sich nicht mehr groß, was es mit unserem Aufenthalt hier  auf sich hat- denn für mich ist seit Langem klar, dass es darum geht, in unsere Seelenkraft zurück zu finden, bzw. uns an unsere innere Schönheit zu erinnern.

Unweigerlich habe ich immer wieder die Geschichte der kleinen Seele vor Augen, die sich auf den Weg machte in die Polarität der  materiellen Welt, um alles Dunkle in sich zu erlösen….mit der Sehnsucht, später zu erfahren, wie es sich anfühlt, nur noch wahre Liebe zu sein. Das! ist für mich der Grund unseres Hierseins- weit entfernt von all dem, was uns einst an Zielsetzung mit auf den Weg gegeben wurde.

Natürlich schau ich mich diesbezüglich gern um, versuche Menschen zu entdecken, die mir Bestätigung meiner These geben können. Sind da vielleicht schon welche, die so wie ich den Gedanken verfolgen? Ja, auch wenn er oft von mir benannt wird- da ist „der Mann aus dem Wald“, der sich nach ganz viel Vorbeileben an sich selbst aus der oberflächlichen Welt verabschiedete. Er muss diesen Sehnsuchtssog in sich verspürt haben, der ihn veranlasste, seinen super sicheren Job aufzugeben, inklusive aller materiellen Annehmlichkeiten und jeder Menge Beifall- denn nun hat er sein eher  bescheidenes Domizil mitten in der Natur aufgeschlagen. Was braucht er zum Leben? Er hat nur noch das Allernötigste und doch ist dieser Mann ist definitiv glücklich und hat seinen inneren Frieden gefunden.

Ihn sehe ich wahrlich als einen Vorreiter der neuen Zeit, denn er tat eines: Er folgte nur noch seiner inneren Stimme und sie führte ihn in ein Leben zurück, das nichts gemein hat mit dem, was uns als so lebenswert suggeriert wird.

Es heißt irgendwo so schön:

Gott legte eine Spur der Sehnsucht in jeden Menschen hinein- nach „Etwas“, das nicht von dieser Welt ist. Ja, ich glaube, es kommt bei jedem von uns der Zeitpunkt, dass wir uns in der Stille zurücklehnen, um zu entschlüsseln, was es mit dieser Sehnsucht auf sich hat. Angetrieben wird sie durch das Gefühl der inneren Leere, der Unzufriedenheit, der Enttäuschung, dem Erkennen, dass nichts im Außen uns auf Dauer wirklich glücklich machen kann, auch wenn „sie“ es noch so schmackhaft anpreisen!

Wer immer den Weg geht vom Verstand zum Herzen, der wird spüren, dass es nach einer anderen Art von Erfüllung ruft! Kein Wunder, denn wenn wir wieder mit unserem Selbst die Verbindung aufnehmen, dann sind wir nicht nur im Einklang mit unserem wahren Wesen, sondern spüren auch die Verbindung zu ALLEM, was Schöpfung heißt! Schließlich kommen wir aus der Einheit und dorthin zieht es uns, wenn auch unbewusst wieder zurück.

Ich denke, Arthur C. Clarke hat es verständlich ausgedrückt:

„Wie unpassend,
diesen Planeten Erde zu nennen,
wenn er doch ganz klar ein Ozean ist.“

Egal, wie man seine Worte interpretiert- mir genügt das Bild, das ich vor Augen habe! Es zeigt mir nämlich eines auf: Im Grunde ist nichts voneinander getrennt- es geht alles fließend eins ins Andere über. Und dann frag ich mich: Wer bin ich dann in diesem Ozean? Folglich kann ich nur ein „Tropfen“ unter „Tropfen“ sein, eingebunden in das große Ganze- absolut unauffällig, weil ja alle „Tropfen“ gleich aussehen!

Ups, das spricht jetzt aber gegen die Vorstellung jener Menschen, die sich hinstellen, die Arme in die Hüften stemmen und sich groß machen, aufplustern, angesichts ihrer Machtstellung, ihres Reichtums und ihres Einflusses! Wie sie wohl reagieren würden, wenn sie sich nur als ein Tropfen sehen dürften? Ich glaub, sie würden eine ganz schöne Welle der Entrüstung machen!

Dies wird aber nur geschehen, so lange der Verstand noch das Sagen hat- denn eine Seele- sie lehnt sich zufrieden zurück, weil sie Zeit ihres Erdenlebens genau auf das Gefühl raus war: sich verbunden zu fühlen, mit ALLEM, was da so ist- ob Mensch, ob Tier, ob Blume, ob Käferlein, ob Ameise, ob Berg, ob Baum usw. “Hey, würde sie voller Freude rufen- ich fühl mich extrem wohl, so mitten drin- es ist ein wahnsinniges Gefühl der Geborgenheit- wie ich es lang nicht mehr empfand!“

So ähnlich wird’s wohl auch dem Mann im Wald ergehen oder z. B. jenen Personen, die sich für ein Dasein in den überwältigenden Naturschönheiten Neuseelands entschieden. Sich mit der Quelle allen Lebens zu verbinden, soll ja die tiefe Sehnsucht einer jeden Seele sein.

Hier fällt auch der Übergang nicht schwer, denn anders haben wir es als Kinder auch nicht erlebt! Für mich war die mich umgebende Natur ein einziges Spielzimmer – wie selbstverständlich fühlte ich mich in alles involviert und darf heute noch von Glück sprechen, quer durch alle Jahreszeiten  genügend „Spielmaterial“ zur Verfügung gehabt zu haben.

Es hat uns nichts gefehlt- wir waren rundum zufrieden und so wird es auch jenen Menschen gehen, die allerdings jetzt noch zu der Gruppe der Aussteiger zählen, weil sie die Verbundenheit zu allem Natürlichen suchen. Dort ist unser wahres Wohlgefühl verborgen und jeder, der sich im Urlaub den Aufenthalt in irgendeiner Naturschönheit gönnt, wird spüren, wie gut es tut! Sprechen wir nicht oft davon, einfach unsere Seele baumeln zu lassen? Es kann aber nur mit Wohlgefühl verbunden sein, weil wir die nötigen Antennen in uns haben, mit denen wir auf Empfang gehen.


Nun lehne ich mich wahrscheinlich gar nicht so weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Eigentlich ist genau das das tiefe Bedürfnis jedes Menschen, wir haben es nur vergessen! Wahrscheinlich würden wir uns als einfacher Tropfen so mitten drin im großen Ganzen alle viel viel wohler fühlen….denn glücklich ist  nicht, wer viel hat, sondern wer möglichst wenig braucht.

Eingeredet hat uns das Gegenteilige höchstens der Verstand, für den Geld die Welt regiert, wonach für ihn jede Form von geringem Besitz einem Armutszeugnis gleichkommt. Hast du was- dann bist du auch was- so lautet seine Devise. Dann hast du deine Existenz im Griff und kannst dir stolz auf die Schulter klopfen! Dass wir für solche Errungenschaften aber zumeist den Preis der Untreue zu uns selbst bezahlen, das sagt er uns nicht.

Für mich ist heute allerdings eines mehr als klar. Wir können unmöglich mit dem Verstand und seinen Erzählungen unterwegs sein- denn dann wird es nie etwas mit dem erfüllten Leben, wir kommen einfach nicht an! Es bleibt eine ewige kraftzehrende Suche. Was wir finden, sind immer nur Kompromisse – ein Ersatz für tiefe Seelenwünsche, denn egal, was wir auch tun- der Ausgangsort jeder Handlung sollte immer unser inneres Wohlgefühl sein. 

Man sieht nämlich nur mit dem Herzen gut-
das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupéry

Wir brauchen diese Verbindung zu unserer Tiefe, das Erspüren der innewohnenden Antennen, um unseren Wohlfühlplatz  in dieser Welt zu finden. Es ist für mich eine wunderschöne Vorstellung für die Zukunft, würden viele Menschen erspüren, dass wir alle halt „nur“ Tropfen im großen weiten Ozean sind- durch nichts getrennt – und ein natürlicher Teil der Schöpfung. Wie könnte man es dann noch übers Herz bringen, diese Schöpfung zu zerstören, statt sich voller Achtsamkeit in ihr zu bewegen? Dann würde die Thematik des Klimaschutzes ganz weit oben stehen, genauso wie die Hilfe für Millionen von Menschen, die Tag für Tag gegen den Hungertod ankämpfen in einer so fortschrittlichen Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft wie dieser.

Doch unser „Tropfen- Dasein“ hat noch etwas Besonderes und das trägt jeder individuell in sich. Jedem wurde nämlich eine ganz besondere Aufgabe in die Wiege gelegt und wenn wir etwas intensiver in uns hineinschauen, entdecken wir, dass das dazugehörige „Werkzeug“ zur Umsetzung dieser Aufgabe  komplett vorhanden ist. Gott hat sich nämlich für jeden von uns eine ganz besondere Lebensaufgabe überlegt und dementsprechend packte er Fähigkeiten, Neigungen, Vorlieben in unser Gepäck. Haben wir das entdeckt, dann wird uns auch der tiefe Daseinssinn klar! Mehr gibt’s nämlich gar nicht zu tun.

Wenn du Gottes Liebe und seinen Plan für dein Leben verstehen lernst,
fängst du an zu begreifen, welche Türen er dir öffnen möchte.

Angesichts dessen finde ich es schon etwas verrückt-  wie sehr man uns von all dem ver-rückte. Eigentlich ist Leben so schön und sinnvoll zu leben und Erfüllung immer nur eine Sache der inneren Einkehr. Stattdessen lässt man uns da draußen suchen und suchen……..um doch niemals zu finden. Da arbeiten sich Menschen einen Wolf, um Dinge kaufen zu können, die sie letztendlich zum größten Teil gar nicht brauchen- denn satt wird man – oder vielmehr die Seele davon nicht! Sie ruft halt nur nach  viel Nahrung der Freude und will sich spüren- egal, wie klein so ein freudvoller Augenblick auch sein mag- es tut ihr so gut .
Doch haben wir nicht längst verlernt, unsere Augen auf etwas ruhen zu lassen? Sind wir nicht viel zu getrieben in dieser schnelllebigen Zeit auf der Suche nach Erfolg, Applaus, Wohlstand? Wissen wir eigentlich noch zu schätzen, was wahre Freude für uns ist?


Vielleicht ist es wirklich die größte Wahrheit mit, dass man das wirklich Schöne und Wertvolle im Leben nur mit dem Herzen erspüren kann.



Am Ende lässt  der Mensch alles zurück und er wird feststellen,
dass das einzig Wichtige war,

ob er glücklich war-
ob er geliebt hat-
ob er gelacht hat-
ob er wirklich gelebt hat-
seine Gefühle gezeigt hat-
seine Gedanken gesagt hat-
seinem Herzen gefolgt ist-
seiner Leidenschaft nachgegangen ist-
seine Zeit sinnvoll genutzt hat…

Am Ende, wenn du gehst, bleibt dir nichts-
außer das Gefühl, mit dem du gehst…..
es bleibt das Gefühl, mit dem du durchs Leben gegangen bist…“.


Von unbekannt



Ich weiß, niemand beschäftigt sich gern freiwillig mit dem Tod oder dem Sterben, auch wenn es zum Leben dazugehört. Doch für mich ist es kein abschreckender Gedanke, sondern eher ein hilfreicher, weil ich mir am letzten Tage sicher sein möchte, den Weg gegangen zu sein, der mir von Gott nahegelegt wurde. ALLES, was Gott mir an Erfahrungen sandte, es trug dazu bei, dass ich meinem Leben den Sinn verleihen konnte, den ich IN MIR verspürte. Nein, es war kein einfacher Weg, doch wie hätte ich sonst jemals in meine Kraft finden sollen, bzw. in ein Bewusstsein, das mir erzählte, worum es bei meinem Aufenthalt hier wirklich geht? Erst musste doch all das Dunkle in mir erlöst werden……..




Ja, für mich steht heute außer Frage, dass Gott mit jedem von uns so seinen Plan hat, wobei er sich meines Erahnens einfach nur wünscht:

„Tu, was du kannst-
mit dem „Werkzeug“, das du mitbekommen hast,
an dem Ort, an den Gott dich hinstellte-
mitten in  weiten  Ozean.“

Und ich weiß- jeder von uns trägt in sich ein ganz besonderes Licht, eine Kostbarkeit, die in keinem anderen ist und die gilt es, nach außen zu tragen und zum Erblühen zu bringen und wenn viele Tropfen ihr einzigartiges Licht zum Leuchten   bringen, dann wird diese Welt  immer heller werden.

*Linda*